ADB:Herder, August Freiherr von

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Artikel „Herder, Siegmund August Wolfgang Freiherr von“ von Wilhelm von Gümbel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 100–101, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Herder,_August_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 23. Juli 2019, 01:42 Uhr UTC)
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Band 12 (1880), S. 100–101 (Quelle).
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Herder: Siegmund August Wolfgang Freiherr v. H., kgl. sächs. Oberberghauptmann in Freiberg, geb. am 18. Aug. 1776 zu Bückeburg, gest. am 29. Januar 1838 zu Dresden, Sohn des großen Gelehrten und Dichters Joh. Gottfr. v. H., besuchte zuerst die Studienanstalten in Weimar, bezog dann die Universitäten Jena und Göttingen, sowie 1797 die Bergakademie in Freiberg, um sich hier dem Berg- und Hüttenwesen zu widmen. Zur Ergänzung der hierfür nöthigen juridischen Studien besuchte H. noch nachträglich die Universität Wittenberg, wo er die Abhandlung „Dissertatio metallico-juridica de jure quadraturae metallicae“, Vitebergae 1802, verfaßte. Er trat dann in den praktischen Montandienst, wurde 1802 Bergamtsassessor zu Marienberg, Geyer, Ehrenfriedersdorf, 1803 in Schneeberg, rückte 1804 zum Oberbergamtsassessor und Bergkommissionsrath in Freiberg vor und stieg nun in verschiedenen Stellungen empor, bis er, nachdem er auf kurze Zeit in das Finanzministerium in Dresden berufen [101] worden war, 1818 zum Viceberghauptmann, 1821 zum Berghauptmann und 1826 zum Oberberghauptmann ernannt, an die Spitze des sächsischen Bergwesens und der Direction der Bergakademie, welcher er die sorgfältigste Pflege angedeihen ließ, berufen wurde. In seiner amtlichen Stellung wirkte H. hauptsächlich zur Hebung des Montanwesens seines Vaterlandes, verbesserte die Vorrichtung zur Erhitzung der Gebläseluft und erwarb sich ein besonders großes Verdienst durch die Anlage des tiefen Meißener Erbstollens, welcher an Großartigkeit alle früheren Pläne zur Entwässerung des ganzen Freiberger Erzreviers weit übertraf und dauernd die segensreichste Wirkung auf den Bergbau jener erzreichen Gegend ausübt. Diese Anlage und deren Durchführung allein sichern H. eine hervorragende Stellung unter den Montanisten. H. war auch vielfach außerhalb Sachsens beschäftigt, bereiste Polen und verweilte längere Zeit in Warschau und Wien. Vom Fürsten Milosch 1835 nach Serbien berufen, untersuchte er dieses Land auf seine Mineralschätze und ertheilte gute Rathschläge, um das dortige Montanwesen zu ordnen. Die Ergebnisse dieser Reise schildert H. in der Schrift „Bergmännische Reise in Serbien, ausgeführt im Jahre 1838“ (1846). Von seinen übrigen Publikationen sind anzuführen: „Ueber den natürlichen Alaun“ (Min. Gesellschaft Bd. 1 S. 262, Leipzig 1818); „Vorkommen d. strahligen Alauns von Tschermig in Böhmen“ (Gilb. Ann. LXIX. 1821); „Geognostische Notizen über die Gegend von Carlsbad“ (in v. Leonhardt-Bronn’s Jahrb. 1838); „Der tiefe Meißner Erbstollen“ etc., Leipzig 1839; „Abbildung und Beschreibung der vorzüglichsten Apparate zur Erwärmung der Gebläseluft auf den Hüttenwerken etc. mit Atlas“, Freiberg 1840. Herder’s Brust war mit vielen hohen sächsischen, schwedischen und russischen Orden geschmückt, auch war derselbe vom Könige von Sachsen in den Freiherrnstand erhoben worden.

Poggend., Biogr. Lex. 1175. – D. Bergakad. zu Freiberg, 1850.