ADB:Hermanß, Wilhelm

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Hermanß, Wilhelm“ von Jacob Cornelis van Slee in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 189, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Herman%C3%9F,_Wilhelm&oldid=- (Version vom 20. Juli 2019, 10:08 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Irmfrid
Nächster>>>
Hermansgrün, Hans
Band 12 (1880), S. 189 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand April 2018, suchen)
GND-Nummer 135923573
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|12|189|189|Hermanß, Wilhelm|Jacob Cornelis van Slee|ADB:Hermanß, Wilhelm}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=135923573}}    

Hermanß: Wilhelm H., regulirter Canoniker im Kloster Stein bei Gouda, nimmt einen hervorragenden Platz unter jenen gelehrten Männern ein, welche, wie Cornelius Aurelius, Jacob und Franciscus von Gouda, Reinier Snoiz u. a., von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis zur Hälfte des 16., bei den Brüdern des gemeinschaftlichen Lebens zu Gouda und in den verwandten regulirten Klöstern Stein und Hem blühten. Er war ein Brudersohn des berühmten Cornelius Aurelius (Bd. I. S. 689) und Contubernal des Erasmus, als dieser sich zeitweise zu Stein aufhielt. Wie es in seiner von Alard von Amsterdam verfaßten Grabschrift heißt, zeichnete er sich als guter Redner, mehr noch als Dichter, aber am meisten als Historiker aus. Auch Erasmus nennt ihn den Gelehrtesten der Gelehrten, und den Tugendhaftesten der Tugendhaften. Seine dichterischen und historischen Arbeiten rechtfertigen in der That dies Lob. Nicht ohne Verdienst sind seine meistens epischen Dichtungen, wie die „Odarum Sylva“, Parisiis 1497 edente Erasmo, die „Expostulatio Christi morituri“, Antw. 1559, Typis Joannis Belleri, cum aliis similis argumenti libellis, auch von Dominicus Mancini aufgenommen in seine Schrift „De quatuor Virtutibus“, Antw. 1562, – weiter die „Vita et passio D. Hieronis“, die „Uebersetzung der Esopischen Fabeln“, welche Martinus Dorpius in seinen Tabulae Esopi, Antwerpen 1539, herausgab, und die „Elegia“, abgedruckt bei Matthäus, Vet. aevi analecta I. S. 350 ff. Besondere Wichtigkeit aber hat seine historische Abhandlung „De bello Hollandiae et Gelriae, quod gestum circa 1507 ac deinceps“, schon 1517 zu Antwerpen, dann aber gleichfalls von Matthaeus in den Analecta I. S. 322, herausgegeben: sie empfiehlt sich durch unparteiische Darstellung, geschichtliche Genauigkeit und ebenso klare wie lebendige Schreibart. H. starb in seinem Kloster 1510.

Römer, Kloosters en abdijen van Holl. en Zeel. I. bl. 388, II. bl. 66, 74; Delprat, Broedersch. van G. Groote, bl. 124, 225 und van der Aa, Biogr. Woordenb.