ADB:Heyse, Karl

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Artikel „Heyse, Karl“ von August Leskien in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 380–381, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heyse,_Karl&oldid=- (Version vom 18. September 2019, 14:36 Uhr UTC)
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Heyse: Karl Wilh. Ludw. H., Sohn von Joh. Chr. Aug. H., geb. am 15. October 1797 in Oldenburg, † am 25. November 1855 in Berlin. H. erhielt seine Schulbildung auf den Gymnasien zu Oldenburg und Nordhausen, von 1812–1815 in einem Privatinstitut in Vevay. Nachdem er kurze Zeit Erzieher von W. v. Humboldts jüngstem Sohn gewesen, studirte er von 1816 an in Berlin unter Böckh u. A. Philologie, war von 1819–1827 im Mendelssohn-Bartholdyschen [381] Hause Erzieher (auch Felix Mendelssohns), habilitirte sich 1827 an der Universität Berlin, wo er 1829 außerordentlicher Professor ward und über griechische und lateinische Schriftsteller, daneben über Sprachphilosophie und allgemeine Sprachwissenschaft las. Sprachwissenschaftliche Studien hatte er nach seiner Universitätszeit unter Bopp’s Leitung getrieben, außerdem unter Hegel sich in dessen Philosophie eingearbeitet. Heyse’s schriftstellerische Thätigkeit bewegte sich zunächst in der Herausgabe und Vervollkommnung der grammatischen Lehrbücher seines Vaters, die zum Theil so von ihm umgearbeitet wurden, daß sie als seine eigenen Werke anzusehen sind, namentlich die 5. Auflage der „Theoretisch-praktischen deutschen Grammatik“ („Ausführliches Lehrbuch der deutschen Sprache“, 1. Bd. Hannover 1838, 2. Bd. ebenda 1849) und die von der 10. Auflage an von ihm bearbeitete „Theor.-prakt. deutsche Schulgrammatik“ (1832). Das werthvolle „Handwörterbuch der deutschen Sprache“ (3 Bde., Magdeburg 1833–1849) ist, obwol vom Vater vorbereitet, doch so gut wie ganz sein Werk; ähnlich auch die Bearbeitungen des Heyse’schen „Fremdwörterbuches“. Auf dem eigentlich wissenschaftlichen Gebiete ist das Hauptwerk Heyse’s das nach seinem Tode von H. Steinthal herausgegebene „System der Sprachwissenschaft“ (Berlin 1856), interessant dadurch, daß seine Grundzüge vor dem Erscheinen von Humboldt’s „Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues“ festgestellt waren und auf der Schelling-Hegel’schen Philosophie beruhen. Ein längerer Aufsatz von H. in Höfer’s Zeitschrift für die Wissenschaft der Sprache behandelt das „System der Sprachlaute.“ – Heyse’s Sohn ist der Dichter Paul H. (geb. am 15. März 1830).

Steinthal, Vorrede zu Heyse’s Syst. der Sprachw. R. v. Raumer, Geschichte der germ. Phil. Steinthal, Ursprung der Sprache, 3. Aufl., Abschnitt Heyse.