ADB:Johann IV. van Arkel

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Artikel „Johann IV. van Arkel“ von Karl Theodor Wenzelburger in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 431–432, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Johann_IV._van_Arkel&oldid=- (Version vom 11. Juli 2020, 21:26 Uhr UTC)
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Johann IV. van Arkel, 47. Bischof von Utrecht, Nachfolger des vorigen, einem der mächtigsten Geschlechter in Holland entsprossen, wurde 1342 in der Kraft seines Lebens als Domkanonikus von Utrecht von Clemens VI. zum Bischof ernannt. Schon 1340 nach dem Tode van Diest’s war er der Candidat Wilhelms von Holland gewesen, dessen Statthalter im Niederstift er kurz vorher geworden war, aber der bekannte Günstling von Benedict XII., Nicolas di Caputio, bestieg den bischöflichen Stuhl. Da aber dieser nach Verlauf eines Jahres seine Würde niederlegte, so ernannte Clemens VI. den ihm von Caputio empfohlenen van Arkel zum Bischof. Nachdem er am 20. Novbr. 1342 [432] die Weihe empfangen hatte, hielt er im Anfang des folgenden Jahres unter dem Jubel der Bevölkerung seinen Einzug in Utrecht. Sein Hauptziel war nunmehr, dem Stift seine frühere Unabhängigkeit wieder zurückzugeben und er unterzog sich dieser Aufgabe mit solchem Eifer, daß er sich dadurch die Ungnade seines früheren Herrn zuzog und sogar in einen Krieg mit Holland verwickelt wurde. Weiter ließ er sich an der Verminderung der entsetzlichen Schuldenlast gelegen sein, die auf das Stift drückte, er entließ deshalb seine gesammte Hofhaltung, begab sich nach Grenoble und überließ seinem Bruder Robert die Regierung. Als er wieder zurückkehrte, wurde Utrecht von holländischen Truppen gerade belagert und nur durch einen demüthigenden Vertrag konnte er sich in den Besitz der Stadt setzen (1345). Eine seiner ersten Handlungen war, diejenigen Edeln, die der holländischen Partei angehörten und diese unterstützt hatten, strenge zu bestrafen, indem er sie aus der Stadt verjagte, wobei ihm der Tod Wilhelms III. von Holland trefflich zu statten kam. Nach Ablauf des dreijährigen von ihm mit Holland geschlossenen Vertrags – er hatte während dieser Zeit aufs Neue seinen Wohnsitz in Frankreich genommen – machte er, um sich für die erlittene Demüthigung zu rächen, einen Einfall in Holland, 1348, eroberte einige Plätze, wurde aber am 6. Septbr. desselben Jahres bei Jutfaas von Wilhelm, dem „Verbeider“, Sohn der Gräfin Margaretha, empfindlich geschlagen. Diese seine Niederlage benützte ein geldrischer Bannerherr, Gysbrecht van Bronkhorst, um Oberyssel zu überfallen. Um den übermüthigen Ritter zu züchtigen, schloß J. mit Wilhelm einen Waffenstillstand, während van Bronkhorst bei dem Herzog von Geldern, der sich seinerseits wieder mit dem holländischen Grafen verband, Hülfe suchte, so daß der Krieg aufs Neue ausbrach. Nachdem derselbe bis 1349 mit für beide Theile wechselndem Erfolg geführt worden war, kam ein Waffenstillstand und Friede zu Stande. Von nun an widmete er seine ungetheilte Aufmerksamkeit dem Wohlsein des Landes und darin wurde er auch nicht mehr durch kriegerische Verwicklungen gestört. Viele Mühe machte ihm die Züchtigung des Zweder van Voorst, der das Oberstift verwüstete, endlich gelang es ihm, den Raubritter gefangen zu nehmen und sein Schloß zu zerstören (1362). Aber bald verlor das Stift seinen tüchtigen Bischof, indem er 1364 von Papst Urban V. als Bischof nach Lüttich versetzt wurde. Auch in seiner neuen Stellung erwies er sich als tüchtigen Kirchenfürsten und Regenten und von seinen Unterthanen geehrt und geliebt starb er am 1. Juli 1378. Seinem Verlangen gemäß wurde er im Dom von Utrecht beigesetzt.