ADB:Julius Franz

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Artikel „Julius Franz, Herzog von Sachsen-Lauenburg“ von Otto von Heinemann in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 14 (1881), S. 670, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Julius_Franz&oldid=- (Version vom 23. Mai 2019, 13:49 Uhr UTC)
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Julius Franz, Herzog von Sachsen-Lauenburg, war der jüngste Sohn des Herzogs Julius Heinrich aus dessen dritter Ehe mit Anna Margaretha, Tochter des Freiherrn Wilhelm v. Lobkowitz und Wittwe des Grafen Zdenko von Kolowrat. Er ward am 16. September 1641 zu Prag geboren, und da sein Vater bereits zur römisch-katholischen Kirche übergetreten war, so ward auch er im Glauben dieser Kirche erzogen. Nach dem Tode seines älteren Bruders Franz Erdmann († 31. Juli 1666) folgte er in der Regierung des Herzogthums Sachsen-Lauenburg, hielt sich aber, nachdem seine Mutter gestorben war, zumeist auf den großen Besitzungen in Böhmen auf, welche ihm von dieser Seite her zufielen. Er nahm dann kaiserliche Kriegsdienste und brachte es in diesen bis zum Generalfeldmarschall. Aber trotz der Gunst, deren er sich in den leitenden Wiener Kreisen zu erfreuen hatte, waren doch die Anstrengungen, welche er nach dem Vorgange fast aller seiner Vorfahren machte, um die Ansprüche seines Hauses auf die sächsische Kur zur Geltung zu bringen, ohne allen Erfolg. Er starb plötzlich am 29. September 1689 zu Reichstadt in Böhmen an einem Schlagflusse, und da er mit seiner ihm im Tode vorausgegangenen Gemahlin Marie Hedwig Auguste, einer Tochter des Pfalzgrafen Christian August von Sulzbach, außer mehreren Töchtern nur einen Sohn erzeugt hatte, welcher bald nach seiner Geburt wieder verstorben war, so erlosch mit ihm der Mannsstamm der ascanischen Herzöge von Sachsen-Lauenburg. Das Land kam durch einen Vertrag mit Kursachsen an den Herzog Georg Wilhelm von Celle und blieb trotz der von anhaltischer Seite auf dasselbe erhobenen Ansprüche bis zum J. 1815 im Besitze Hannovers. Im zweiten Pariser Frieden an Preußen abgetreten, ward es von diesem an Dänemark vertauscht, bis es dann in Folge des dänisch-deutschen Krieges 1863 und 64 schließlich wieder an die Krone Preußen kam.