ADB:Khautz, Constantin Franz Florian Anton von

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Artikel „Khautz, Constantin Franz Florian Anton von“ von Karl Weiß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), S. 703–704, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Khautz,_Constantin_Franz_Florian_Anton_von&oldid=- (Version vom 14. Dezember 2019, 08:14 Uhr UTC)
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Khautz: Constantin Franz Florian Anton v. K., Geschichtsforscher (geb. zu Wien am 21. Mai 1735, † am 28. Januar 1797). Nachdem K. [704] die Gymnasialstudien zurückgelegt, betrieb er dem Wunsche seines Vaters folgend an der Wiener Universität zuerst naturwissenschaftliche Studien, um sich zum Arzt heranzubilden. Schon frühzeitig entfaltete er aber ein ungemein lebhaftes Interesse für die Geschichte Oesterreichs. Als daher sein Vater starb, widmete er sich den rechtshistorischen Studien und erwarb sich darin durch seine Begabung und seinen Fleiß das besondere Wohlwollen seiner Lehrer Martini und Riegger. K. lebte hierauf durch eine Reihe von Jahren (1756–1771) als Privatgelehrter in jenem Kreise von Männern, die unter Kaiserin Maria Theresia für die Aufklärung und die Hebung der Wissenschaften thätig waren und hielt Privatvorträge auf den verschiedenen Gebieten der Rechtsgelehrsamkeit. Im J. 1772 wurde er zum kaiserlichen Rathe und Mitglied der Bücherhofcommission, in welcher Eigenschaft er sein Leben beschloß, ernannt. Von seinen frühzeitig erworbenen Kenntnissen und seinen schon als Jüngling bekundeten ernsten Bestrebungen giebt die Thatsache Zeugniß, daß er schon nach zurückgelegtem 20. Lebensjahre sein erstes Werk: „Versuch einer Geschichte der österreichischen Gelehrten“ (1755) herausgab, das auf einem ausgebreiteten Studium der österreichischen Geschichtsquellen beruht. Im J. 1756 schrieb K. auf Anregung Riegger’s die Abhandlung: „De scriptura sancta tanquam prima juris ecclesiastici fonte“ (1756), die er am 26. Juni 1756 öffentlich vertheidigt hatte, im J. 1759 die interessante culturgeschichtliche Abhandlung: „Epistola de ritu ignis in natali S. Joannis Baptistae accensi“ (1759) und im J. 1767 die Abhandlung: „De cultibus magicis eorumque perpetuo ad ecclesiam et rempublicam habitu libri duo“ (1767, 2. Auflage 1771), worin er freimüthig und mit scharfen Worten dem Hexen- und Zauberwesen entgegentrat. In die folgende Zeit fallen seine historischen Arbeiten, die unter den Gelehrten Aufsehen erregten, wie „Vollständige Aufklärung der Geschichte des österreichischen erzherzoglichen Wappenschildes“ (1768), „Ueber die wahre Epoche der eingeführten Buchdruckerkunst zu Wien nebst einem Anhange über das Wort Oesterreich“ (1784) und „Pragmatische Geschichte des Markgrafenthums Oesterreich von Anfang des Landes bis zur angehenden Aufheiterung der deutschen Reichsgeschichte“ (1788–1792). Außerdem begleitete er das Werk des Grafen Johann von Bethlen: „Commentaria de rebus Transsylvanicis“, 2 Theile (Vindob. 1779–1780), mit Anmerkungen, und lieferte Beiträge zu Joh. Nic. de Vogel, Specimen bibliothecae germanicae austriacae (1783) und hinterließ eine große Sammlung von Collectaneen zur Verbesserung seiner Geschichte der österreichischen Gelehrten.

De Luca, Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch, Wien 1776. Gräffer und Czikann, Oesterr. National-Encyklopädie.