ADB:Kies, Johann

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Artikel „Kies, Johann“ von Siegmund Günther in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), S. 725, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kies,_Johann&oldid=- (Version vom 15. November 2019, 17:41 Uhr UTC)
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Kies: Johann K., Astronom, geb. den 14. Septbr. 1713 zu Tübingen, † den 29. Juli 1781 ebendaselbst. Im Stifte erzogen, studirte K. Theologie und Mathematik, vicarirte auf verschiedenen schwäbischen Pfarreien und trat sodann in die Dienste eines Fürsten Czartoryski in Warschau. 1742 ward er als Professor der Mathematik und Physik, sowie als Astronom der Sternwarte nach Berlin berufen.[WS 1] Während er daselbst das Amt des Observators verwaltete, kam der berühmte Lalande nach Berlin, der damals zugleich mit Lacaille (dieser am Cap der guten Hoffnung) correspondirende Marsbeobachtungen zum Zwecke einer schärferen Bestimmung der Sonnenparallaxe anzustellen hatte. Lalande sagte später von K.: „Nous observâmes ensemble à Berlin, et il fit plusieures thèses qui formaient des dissertations entières, et qui auraient méritées d’être connues“. Im J. 1754 kehrte K. in die Heimath zurück und übernahm gleichzeitig das Amt eines Professors der Mathematik am collegium illustre zu Tübingen, sowie dasjenige eines Universitätsbibliothekars. – Die sehr zahlreichen Programme und Monographien, welche K. verfaßte, beziehen sich so ziemlich auf sämmtliche Theile der Astronomie. Wir heben daraus diejenigen hervor, in welchen er für Newton’s – in Deutschland zu jener Zeit noch viel zu wenig gewürdigte – Ideen eintrat; es sind dies: „De viribus centralibus, ex Newtoni doctrina“, Tübingen 1758; „De lege gravitatis Newtoniana etc.“, Tübingen 1773. In letzterer Schrift wird die eben entdeckte Anziehung der Gebirge für die Befestigung der Newton’schen Gravitationslehre verwerthet. In ein verwandtes Gebiet schlägt ein die Abhandlung über den Einfluß des Mondes auf die beweglichen Erdbestandtheile (Ebbe und Fluth des Meeres, sowie der Atmosphäre etc.), Tübingen 1769. Die viel besprochene Aufgabe, den größten Glanz der Venus zu bestimmen, behandelte K. in den Memoiren der preußischen Akademie für 1750. Für dieses nämliche Jahr lieferte er auch die astronomischen Ephemeriden, deren Bearbeitung von seinen Berliner Vorgängern Kirch und Grischow begonnen worden war.

Poggendorff, Biogr.-litter. Handwörterbuch zur Geschichte der exakten Wissenschaften, 1. Bd., S. 1254–55. – Maedler, Geschichte der Himmelskunde von der ältesten bis auf die neueste Zeit, 2. Bd., S. 418, S. 551.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Korrigiert. In der Vorlage „bernfen“