ADB:Kinsky, Joseph Graf

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Kinsky, Joseph Graf“ von Karl Friedrich Hermann Albrecht in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), S. 774–775, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kinsky,_Joseph_Graf&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 12:43 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Kinsky, Franz Graf
Band 15 (1882), S. 774–775 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Dezember 2013, suchen)
GND-Nummer 138777209
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|15|774|775|Kinsky, Joseph Graf|Karl Friedrich Hermann Albrecht|ADB:Kinsky, Joseph Graf}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=138777209}}    

Kinsky: Joseph K., Graf zu Wchinitz und Tettau, kaiserl. österreichischer Feldmarschall, geb. am 15. August 1736, † am 7. Febr. 1804 zu Wien. Der zweite Sohn des Conferenzministers Franz Ferdinand Graf Kinsky, trat am 3. August 1751 in die Armee und durcheilte, durch besondere Entschlossenheit und Tapferkeit in den Campagnen des siebenjährigen Krieges sich auszeichnend, so rasch die niederen Chargen, daß er bereits als Oberst-Lieutenant im Dragonerregimente Löwenstein (jetzt 7. Uhlanenregiment) die Schlacht bei Kunersdorf (12. Aug. 1759) mitmachte. An der Spitze dieses Regimentes fiel Oberstlieutenant K. der feindlichen Cavallerie mit solcher Entschlossenheit in die Flanke, daß dieselbe in Unordnung gerieth und bei ihrem schnellen Rückzuge auf die eigene Infanterie geworfen, auch diese in Verwirrung brachte. Diese kühne That war entscheidend für das Gelingen des gleichzeitigen Angriffes der übrigen Truppen des Loudon’schen Corps und führte vorzugsweise die glückliche Wendung der Schlacht herbei. K. wurde nach beendeter Schlacht vom Feldmarschall-Lieutenant Loudon zur besonderen Auszeichnung mit der Nachricht des erfochtenen Sieges nach Wien gesandt, wo er von der Kaiserin mit einer kostbaren Dose und einem Ringe beschenkt wurde. In dem Treffen bei Landshut (23. Juni 1760) „hat K. (schon zum 2. Oberst vorgerückt), mit seinen Freiwilligen allenthalben den Feind in Unordnung gebracht, besonders aber in ein Bataillon feindliche Grenadiers, welche sich hartnäckig gewehrt, eingebrochen und selbige durchaus niedergehauen oder zu Kriegsgefangenen gemacht, wie ich solches mit eigenen Augen gesehen“ (Relation des Feldzeugmeisters Br. Loudon). Im J. 1761 blieb K. nach dem Abmarsche des Regiments Löwenstein-Dragoner dem Feldzeugmeister Baron Loudon zugetheilt, welch’ letzterer seine Thätigkeit und Umsicht bei der Einnahme von Schweidnitz (1. Octbr. 1761) rühmend hervorhebt. Im J. 1762 wurde K. Commandant des Dragonerregiments Nr. 11 und erhielt durch die Promotion vom April desselben Jahres für seine Verdienste bei Kunersdorf und Landshut das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens. Im J. 1768 zum Generalmajor, im J. 1771 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert, ward [775] K. im J. 1773 auch Inhaber eines Cavallerie- (jetzigen 10. Dragoner-)Regiments. Nach dem baierischen Erbfolgekriege (1779) blieb K. zur Herstellung der Gesundheit in Wien zurück und begab sich am 19. Febr. 1780 zu seiner Division nach Oedenburg; in dieser Stellung diente er bis zu der im J. 1787 erfolgten Ernennung zum commandirenden General in Ungarn. Im September desselben Jahres ward K. zum General der Cavallerie befördert und machte den Feldzug gegen die Türken (1788–1789) mit. Im J. 1790 wurde er Commandirender in Niederösterreich und Commandant der Stadt Wien, im J. 1796 zum Feldmarschall befördert. Am 5. Septbr. 1800 zog K. sich von allen Geschäften zurück und starb zu Wien am 7. Febr. 1804.