ADB:Kittel, Johann Caspar

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Artikel „Kittel, Johann Caspar“ von Edmund Schebek in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 40–45, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kittel,_Johann_Caspar&oldid=- (Version vom 18. Juni 2019, 11:33 Uhr UTC)
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Kittel: Johann Caspar K., geb. zu Schumburg auf der Herrschaft Morchenstern im nördlichen Böhmen um die Mitte des 17. Jahrhunderts und gestorben muthmaßlich zwischen den Jahren 1712–1715, gilt insgemein als der Begründer des böhmischen Glashandels, ist aber wohl nur als einer der bedeutendsten [41] Träger und Organisatoren desselben anzusehen. Jedenfalls hat er sich um die Emporbringung der Glasindustrie und des Glashandels Böhmens so große Verdienste erworben, daß sein Andenken der Nachwelt erhalten zu werden werth ist. Der Weltruf des böhmischen Glases allein würde dies rechtfertigen, selbst wenn die Entwicklung der beiden Zweige, in welche er mannigfach bestimmend eingegriffen, nicht so merkwürdig wäre.

Daß die Erzeugung von Glas schon vor der Mitte des 15. Jahrhunderts in Böhmen in ansehnlicher Ausdehnung betrieben worden sein muß, geht aus der Verwunderung hervor, welche Aeneas Sylvius in seiner Geschichte von Böhmen über die Glasfenster in den Kirchen äußert. „Ich behaupte“, schreibt er, „daß zu meiner Zeit (er kam 1451 zum ersten Mal nach Böhmen) in ganz Europa kein Königreich mit so vielen prächtigen oder besser ausgezierten Kirchen versehen ist, als Böhmen. Diese Gebäude sind überaus hoch, von einer kühnen Länge und Breite, mit Quadersteinen überwölbt. … Das Licht fällt durch hohe und sehr weite Fenster aus hellem und künstlich verfertigtem Glase hinein. Und alles dieses ist nicht blos in den Städten und Marktflecken, sondern sogar in den Dörfern anzutreffen.“ Wann und wo die erste Glashütte angelegt wurde, läßt sich nicht sagen; verschiedene Umstände (die Bloslegung von Trümmern alter Glashütten beim Baue von Eisenbahnen und schriftliche Nachrichten, wenn auch documentarisch nicht sicher gestellt) deuten jedoch auf den Ursprung im äußersten Norden von Böhmen, auf den Dominien Böhm. Kamnitz und Bürgstein, hin, wo noch heute die Glasraffinerie und der Glashandel ihren Hauptsitz haben. Erst aus dem Jahre 1504 hat man ein beglaubigtes Datum über den Bestand einer Glashütte (jener zu Kreibitz), und 1530 tritt mit Paul Schürer jene Familie (Schürer von Waldheim) auf, an deren Namen vorzugsweise die ältere Geschichte der böhmischen Glasindustrie sich knüpft, denn sie verpflanzt den Glashüttenbetrieb von ihrem Stammsitze Falkenau (Dominium Bürgstein) aus in das Isergebirge, in das Erzgebirge, in den Böhmerwald und in das Innere des Landes. Mit der industriellen Mission vollführten die Schürer von Waldheim und die anderen Glasmeister – so nannte man ehedem die Inhaber von Glashütten – auch eine colonisatorische, da um die meist in einsamen Waldgegenden angelegten Glashütten herum noch andere Gewerbtreibende, wie Brauer, Müller, Bäcker, Fleischer, Wirthe sich ansiedelten, aus welchen Ansiedelungen dann neue Ortschaften erwuchsen. Es waren deutsche Männer, von welchen diese Mission ausging, und Deutsche sind auch bis heute vorwiegend die Träger der Glasindustrie und des Glashandels geblieben, wiewol, seit diese Industrie auch in czechischen Gegenden eingebürgert wurde, die czechische Bevölkerung zu derselben zahlreiche und geschickte Arbeitskräfte stellt.

Es läßt sich denken, daß die Weiterverarbeitung (Raffinerie) des Glases in einer Zeit, wo die Communicationen noch sehr erschwert waren, da werde zuerst in größerem Umfange betrieben worden sein, wo das Rohglas in der Nähe zu haben war. So treffen wir denn auch die ersten Anzeichen von einer entwickelten Raffinerie in derselben Gegend, die wir als die Heimath des Glashüttenbetriebes bezeichnet haben. Als solche Anzeichen erscheinen die Statuten, welchen sich die verschiedenen Kategorien der mit dem Raffiniren von Glas beschäftigten Arbeiter unterworfen, denn wenn das Bedürfniß zur Regelung der Beziehungen derselben unter einander drängte, so muß es bereits eine zahlreiche Klasse von derlei Arbeitern gegeben haben. Das erste bekannte Statut dieser Art ist jenes für Kreibitz, erlassen am 28. August 1669, zwar nur für die Innung eben dieses Städtchens, jedoch in der Art, daß sich die Gerechtsame derselben auf das ganze Dominium Böhm. Kamnitz erstrecken sollten. Aus dem Statut erhellt, daß zu jener Zeit in Kreibitz die Glasmalerkunst, dann das Glasschneiden, Vergolden [42] und Reißen geübt wurde. Das zweite Statut vom 15. März 1683 wurde für dieselben Hantierungen (mit Inbegriff des Glasschleifens) auf der Herrschaft Bürgstein, u. z. zumeist für Blottendorf und Falkenau, gegeben. Wohl aus dem Grunde, weil in dem zum Dominium Böhm. Kamnitz gehörigen Dorfe Steinschönau das Gewerbe schon so sehr überhand genommen, daß es mit Beschwerlichkeiten verbunden war, das Aufdingen, Freisprechen und Meisterwerden bei der Zunft in Kreibitz zu erwirken, erhielt Steinschönau am 26. Juni 1694 eine eigene Innung. Ein viertes Statut für die Glasvergolder und Maler auf dem Dominium Bürgstein vom 1. Jänner 1777 liefert den Beweis von der damals schon starken Verbreitung der Raffinerie, indem darin den Glaskuglern, Schleifern und Schneidern ausdrücklich untersagt wird, in das Glasmalen oder Glasvergolden einzugreifen, was auf eine vorausgegangene thatsächliche Theilung der Arbeit der beiden Branchen schließen läßt, der hierauf durch das Statut auch eine obrigkeitliche Sanction zu Theil wurde. Zu den genannten Kategorien der Glasveredlung gesellten sich im 18. Jahrhundert noch die Spiegelmacherei mit dem Zierrathenschleifen auf Spiegeln und die sogenannte Perlenschleiferei. Letztere aber zog sich später aus der Gegend hinweg in das Isergebirge, wo um den Vorort Gablonz herum die gesammte Glasquincaillerie sich concentrirte und, theilweise in Verbindung mit den zur Ergänzung verwendeten Bronzearbeiten, eine heute noch blühende Industrie bildet, während die alte Stätte der Glasindustrie, wo inzwischen das Glasgeschäft einer Stadt, Haida, das Dasein gegeben, das Raffiniren des Hohlglases, die Spiegelmanufactur und die Erzeugung von Lustersteinen und Zusammensetzung von Lustern behauptete. Es ist kein Zweifel, daß zur Einbürgerung des böhmischen Glases auf dem Weltmarkte das eigenthümliche Genre seiner Veredlung das meiste beigetragen hat, sowie es auch die Raffineure vornehmlich waren, durch welche es in den Handel kam.

Der böhmische Glashandel, eine der interessantesten und wunderbarsten Schöpfungen des wirthschaftlichen Lebens, hat seinen Ausgang von demselben Winkel Nordböhmens genommen, in welchem auch die Glasindustrie, wenigstens die Raffinerie, nachweislich ihre ersten Wurzeln geschlagen, und zwar muthmaßlich in den ersten Jahren nach dem Ende des 30jährigen Krieges. Man unterscheidet deutlich drei verschiedene Stadien in seinem Betriebe: den Hausir- oder Wanderbetrieb, den gesellschaftlichen Niederlagsbetrieb und das einfache Export- oder Liefergeschäft.

Die Krakse und den Schubkarren als Transportmittel benützend, zogen Glasschneider aus, um im Inlande oder in den angrenzenden fremden Ländern ihre Waaren, zumal auf Märkten, feilzubieten. Wie der Begehr sich vergrößerte, wurden noch andere Leute als Schubkarrenführer gedungen, so daß mitunter ganze Caravanen von Glas führenden Schubkarren einherzogen. Bald kam auch das Fuhrwerk hinzu. Immer weiter dehnten sich diese Wanderzüge aus – bis nach Stockholm, Warschau, St. Petersburg und Moskau, nach der Moldau und der Wallachei und selbst bis nach Konstantinopel, nach Italien und über Holland nach London. Nachdem einmal in den Seestädten mit Kaufleuten und Rhedern Bekanntschaft gemacht war, gingen Sendungen böhmischen Glases auch über’s Meer bis nach Archangel und nach Cadix, und von dort in das Innere von Rußland, von hier in die spanischen Colonien. Der Wanderbetrieb war die trefflichste Bildungsschule, die es geben konnte. Der Körper wurde abgehärtet, der Geist geweckt und geschärft, eine Fülle von Länder- und Menschenkenntniß, von Geschäfts- und Lebenserfahrung gesammelt. So wurden aus den schlichten Hausirern gewiegte Kaufleute.

Nach etwa 60jährigem Bestande des Wanderbetriebes sehen wir allgemach, die ganze europäische Seeküste, von St. Petersburg bis nach Konstantinopel, [43] entlang in den Hafen- und Seeplätzen, zahlreich besonders in Holland und Spanien, feste Niederlassungen von böhmischen Glashandlungen entstehen, und selbst an der Küste von Kleinasien und in Aegypten, sowie in Amerika setzten sich einzelne Ableger an. Von diesen Niederlagen aus wird das Innere des Hinterlandes durchstreift und werden Verbindungen mit den Colonien und anderen überseeischen Ländern unterhalten, wobei, wie es scheint, auch einzelne Missionäre gute Dienste leisteten. Bald jedoch entsteht Veranlassung, dem Betriebe eine weitere Ausdehnung zu geben; die Glaslager werden mit Glasgattungen fremdländischen Ursprunges completirt und andere Artikel, wie Remscheider Eisenwaaren, Nürnberger Waaren, holländisches Thongeschirr und andere ähnliche „Kramerei“, wie man diese Zuthaten nennt, nicht minder aber auch sonstige böhmische Erzeugnisse, namentlich Leinwand, hinzugefügt. Andererseits nimmt man wieder von den fremden Ländern gangbare Artikel in Tausch für die eigenen Waaren, so z. B. Pelzwerk und Juchten aus Rußland und Tabak aus Spanien, und vertreibt sie im Vaterlande.

Da aber weder das Kapital noch die Arbeitskraft der Einzelnen zu solchen Unternehmungen ausreichte, so sah man sich von vornherein zur Vergesellschaftung gezwungen. Es bildeten sich daher die sogenannten Glashandlungscompagnien, die jedoch keineswegs als reine Handelsgesellschaften, sondern eher als ein Gemisch von solchen und förmlichen Lebensgenossenschaften aufzufassen sind. Manche dieser Compagnien zählten zehn und mehr Theilnehmer, wodurch die Existenz von ganzen Familien an den guten Fortgang derselben gekettet wurde. Das, sowie die durch die weite Entfernung und den langsamen Verkehr des Mutterhauses mit den Factoreien bedingte Verläßlichkeit führte zu einer außerordentlich strengen Disciplin, welcher sich die Einzelnen unterwerfen mußten, widrigens sie nach wiederholter fruchtloser Ermahnung ohne weiteres ausgestoßen wurden. Was man von der Lebensweise in den spanischen Häusern liest, erinnert nachgerade an klösterliche Zucht. Eine gewisse feste Lebensordnung, auf Ehrbarkeit, guten Sitten und Religiosität beruhend, übertrug sich von selbst aus dem Geschäftscomptoir auch auf das häusliche und Familienleben der Theilnehmer und von da aus auf das gesellschaftliche und bürgerliche Leben in der Gemeinde. Es ist das ein sprechender Beleg, wie veredelnd eine geregelte und maßhaltende Arbeit auf Charakter und Sitten wirkt.

Etwa ein Jahrhundert hatte sich die gesellschaftliche Betriebsweise erhalten. Da ereilte auch sie das Loos alles Irdischen. Der Zehrer an den Compagnien waren mit der Erleichterung der Eheschließungen immermehr geworden, und andere Länder, namentlich England, Frankreich und Belgien, hatten Fortschritte in der Glasfabrikation gemacht, mit denen die böhmische Industrie nicht gleichen Schritt gehalten. Dadurch war ein Mißverhältniß zwischen Ertrag und Verbrauch entstanden, was die Schwächung des Geschäftes zur nothwendigen Folge hatte. Mit den auf die französischen Kriege folgenden Friedensjahren kam das schon längere Zeit gefühlte Uebel endlich zum Ausbruche. Eine Glashandlungscompagnie nach der anderen löste sich auf. Zwar wurde ein Theil der auswärtigen Häuser von früheren Gesellschaftern auf eigene Rechnung fortgeführt, aber der Verband mit den Stammhäusern hörte auf. „Wie eine Fluth hatten sich einst die böhmischen Glashändler über Europa ergossen, bis sie in den Seeplätzen einen Halt, aber auch einen Punkt zu weiteren Anknüpfungen fanden. Nun hatte sie die Woge des Geschäfts wieder zurück in die heimathlichen Berge geworfen, und von all’ dem, was sie in den Bereich ihres Handels gezogen, war ihnen nichts geblieben als das böhmische Glas. Allein auch in dem Vertriebe dieses einen Artikels war die Initiative ihren Händen entglitten. Während sie früher die Käufer selbst aufgesucht und ihnen gleichsam die Waare ins Haus getragen hatten, [44] mußten sie jetzt warten, bis Käufer und Bestellungen sich einfanden. Mit einem Worte, sie waren aus dem Activhandel in den Passivhandel gedrängt worden, und das Geschäft hatte sich aus dem Niederlagsbetriebe in ein einfaches Export- oder Lieferungsgeschäft umgewandelt, in dessen Geleise es sich noch heute bewegt.“

In die erste Periode des böhmischen Glashandels fällt nun die Wirksamkeit Joh. Caspar Kittel’s. Der Tradition nach soll er von herumziehenden Scheerenschleifern erfahren haben, daß sie auf ihren Reisen höchst selten Geschirr von Glas gesehen hätten, was ihn veranlaßt habe, Schubkarrenführer mit Glaswaaren und Zehrgeld auszurüsten, die bis nach Niedersachsen, ins Dänische und Holländische gelangten. Später habe er ganze Fuhren ausgesendet. In Lüneburg und Altona seien Verbindungen mit Spediteuren angeknüpft worden, welche die in Kisten verpackten Glaswaaren übernahmen und zur Verschiffung brachten. Durch seinen Schwiegersohn Christian Franz Rautenstrauch, ebenfalls einen hervorragenden Mann unter den Glashändlern, sei auch das Geschäft mit St. Petersburg eingeleitet worden. Darum schreibt man ihm die Urheberschaft des böhmischen Glashandels zu, wodurch er auch zu der Ehre kam, in Buckle’s berühmtem Werke erwähnt zu werden. Aus Kreybich’s Reisebeschreibung ersehen wir jedoch, daß um die Zeit, wo K. seine Thätigkeit entfaltet haben mag, bereits auch anderweitig eine lebhafte Bewegung im Glashandel herrschte und daß schon lange vor der Reise Rautenstrauch’s nach St. Petersburg im J. 1710 Rußland von böhmischen Glashändlern bereist wurde. Den Ruhm aber, einer der ersten Organisatoren des Glasgeschäfts gewesen zu sein, wird man ihm wol nicht rauben können, sonst würden sich nicht so viele Erinnerungen an ihn erhalten haben. Eine Aufzeichnung schreibt ihm auch besondere Verdienste um die Verbesserung der Erzeugung von Glas zu.

„… K. war der erste Handelsmann, der dem böhmischen Glashandel die Bahn gebrochen, … andererseits hat er sich auch um die Glasfabrikation sehr viel Verdienst erworben. Er war es, der mit Sorgfalt dahin trachtete, ein weißeres und reineres Glas zu erzeugen, wobei er seinen Fabrikarbeitern verschiedene taugliche Mittel an die Hand gab, die Pottasche zu reinigen, einen feinen und guten Kies zur Glaserzeugung aufzusuchen und zu verwenden. Ebenso richtete er sein Augenmerk auf die Verbesserung der Façons der verschiedenen Glasartikel, bemühte sich selbe zweckmäßiger und dienlicher zu erzeugen, entwarf hierzu selbst die nöthigen Musterzeichnungen und Modelle und richtete sich später in der Erzeugung des Glases nach den Sitten und Gewohnheiten jener Länder, wo seine Glaswaaren Absatz fanden, indem er selbe nach dem Wunsche seiner Abnehmer erzeugte und letztere auf diese Art zu befriedigen wußte. Der unermüdete Forschungsgeist dieses um die Glasindustrie Böhmens so hochverdienten Mannes ging so weit, daß er eine mit Gefahren verbundene Reise nach Venedig antrat, wo damals die Glasfabrikation in größtem Glanze stand, sich dort ganz unbekannt in die Werkstätte unter fremdem Namen einschlich, Alles belauschte und erforschte und sich alle erdenkliche Mühe gab, die in der Glasfabrikation gemachten Verbesserungen und Erfindungen in sein Vaterland Böhmen einzuführen und mit besonderem Nutzen und Vortheil fortzupflanzen. …“

Urkundlich festgestellt ist die Thatsache, daß K. als Glasschneider 1683 den Impuls zur Gründung der Glasschneider-Innung auf der Herrschaft Bürgstein gab.

Ein Sohn oder Enkel Kittel’s, Namens Johann, kaufte 1732 die 1530 von Paul Schürer erbaute Hütte zu Falkenau; und später wurden noch die Glashütten in Oberkreibitz und Röhrsdorf erworben, wodurch sich die Firma, zuletzt „J. A. Kittel’s Erben“ lautend, über zwei Jahrhunderte erhielt, da sie erst 1878 erlosch.

[45] Böhmens Glasindustrie und Glashandel. Quellen zu ihrer Geschichte. Im Auftrage der Handels- und Gewerbekammer in Prag von Dr. Edmund Schebek. Prag 1878.