ADB:Kothing, Martin

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Artikel „Kothing, Martin“ von Georg von Wyß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 763, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kothing,_Martin&oldid=- (Version vom 16. Juli 2019, 22:52 Uhr UTC)
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Band 16 (1882), S. 763 (Quelle).
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Kothing: Martin K., Archivar und Kanzleidirector in Schwyz, † am 21. März 1875. – K., am 13. Mai 1815 geboren, widmete sich dem Rechtsfache, trat nach in Zürich und München gemachten Studien zuerst als Advokat in seiner Heimath auf, 1848 aber in den schwyzerischen Staatsdienst als Regierungssecretär und Archivar, und stand schließlich, seit 1870 als Director, an der Spitze der schwyzerischen Kantonskanzlei. Mit seiner Amtsthätigkeit und der einsichtigsten Betheiligung an den öffentlichen Geschäften des Kantons im Fache der Gesetzgebung, des Schulwesens u. a. m., verband er aber auch stets ein reges wissenschaftliches Streben, das in verdienstlichen Arbeiten zu Tage trat. Man verdankt ihm die erste, sehr sorgfältige Herausgabe des merkwürdigen „Landbuches von Schwyz“ (Zürich 1850), die gemeinsam mit Friedrich v. Wyß unternommene Herausgabe der älteren schwyzerischen Rechtsquellen (Zeitschrift für schweiz. Recht, 2. Bd., Zürich 1853), eine Abhandlung über die schwyzerischen Erbrechte (ebendas., 5. Bd., 1856) und insbesondere das in staats- und kirchenrechtlicher Hinsicht sehr lehrreiche Werk: „Die Bisthumsverhandlungen der schweizerisch-constanzischen Diöcesanstände von 1803–1862 mit vorzüglicher Berücksichtigung der Urkantone“ (Schwyz 1863). 1874 stand er auch dem schweizerischen Juristenverein bei dessen Jahresversammlung in Schwyz vor. Mit dem durch seltene Gewissenhaftigkeit, Treue und Fleiß ausgezeichneten Manne und einem bald nach ihm verstorbenen Bruder erlosch der Mannesstamm eines alten Geschlechtes freier Landleute von Schwyz.

Nekrolog im Boten der Urschweiz, Jahrg. 1875, Nr. 23. – Persönliche Erinnerung.