ADB:Linden, Heinrich Antonides van der

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Artikel „Linden, Heinrich Antonides van der“ von Jacob Cornelis van Slee in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 680–681, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Linden,_Heinrich_Antonides_van_der&oldid=- (Version vom 18. Juni 2019, 09:18 Uhr UTC)
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Linden: Heinrich Antonides van der L., Nardenus zugenannt, reformirter Theolog, geb. am 13. Febr. 1546 zu Narden, wo sein Vater Präceptor an der lateinischen Schule und nachher Stadtsecretär war. Seine wissenschaftliche Bildung verdankte er wol mehr dem bekannten Lambertus Hortensius (Bd. XIII, S. 164) als – wie von Einigen behauptet ward – den Regularkanonikern des Windesheimer S. Vitusklosters außerhalb der Stadt. Schon frühe neigte er sich der Reformation zu, weshalb er bei der Ankunft Alba’s nach Ostfriesland zog. Dort lebte er von seiner Hände Arbeit, vernachlässigte aber seine sprachlichen und theologischen Studien so wenig, daß er 1573 das Predigeramt zu Dykhuyzen antreten konnte. 1578 und 1579 finden wir ihn als Prediger zu Enkhuyzen, wo er sich mehrere Jahre aufhielt, bis er 1586 die Professur der Theologie an der neugestifteten Hochschule zu Franeker antrat. Umsonst suchten die Gemeinden zu Löwarden 1583 und 1590 und zu Alkmaar 1596 ihn für sich zu gewinnen. Er verblieb in seinem Amte in rühmlicher Thätigkeit bis zu seinem Tode am 20. März 1614. 1593 erwarb er zu Leyden den Doctorgrad. Homiletischer Art ist seine Schrift: „Episcopus, tabula de proprietatibus episcopi, sive ministri verbi divini“, Franeq. 1587. Seine „Aphorismi de correctione fratrum ecclesiastica“, Franeq. 1611 handeln von der Kirchendisciplin und sein „Systema theologicum“, Franeq. 1611 ist ganz im Geiste der alten Scholastik, ebenso seine „Disputationes variae“, Franeq. 1598 und 1599. Weiter erschien von seiner Hand ein „Catalogus laborum literariorum annis jam 26 variis temporibus et locis elucubratorum“, Franeq. 1611, „Adolescentia s. exilium, h. e. historia Tobiae“, 1611 und „Initia academiae Franequerensis“, Franeq. 1613. Aus seiner Ehe mit Ludovica Huberts Wyncoop hatte [681] er mehrere Kinder, deren einige als Theologen, andere als Mediciner hervorragen.

Vgl. Paquot, Mém. II, p. 337 v. v. Cocceji, Opera VIII, p. 48 sq. und die von Glasius, Godgel. Nederl. und van der Aa, Biogr. Woordenb. citirten Quellen.