ADB:Livens, Jan

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Artikel „Livens, Jan“ von Joseph Eduard Wessely in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 19 (1884), S. 21–22, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Livens,_Jan&oldid=- (Version vom 18. Oktober 2019, 16:40 Uhr UTC)
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Livens: Jan L., Maler und Radirer, geb. zu Leyden am 24 Oct. 1607, † zu Antwerpen 1663. Sein Kunsttalent war frühzeitig geweckt; als dies sein [22] Vater bemerkte, gab er ihn mit acht Jahren zu Joris Verschooten in die Lehre, zwei Jahre später wurde er in Amsterdam Schüler P. Lastman’s, bei dem er auch zwei Jahre blieb. Darauf bildete er sich nach der Natur und nach guten Bildern berühmter Maler. So copirte er den Democrit und Heraclit nach Cornelis van Harlem so täuschend, daß selbst Kenner die Copie für Original hielten. In der künstlerischen Ausdrucksweise lehnte er sich an Rembrandt an, den er geistvoll imitirte, so daß man ihn für dieses Meisters besten Schüler halten könnte. Besonderen Ruf erwarb er sich mit seinem Gemälde, das einen Gelehrten im Hausrock beim Studium vorstellt. Der Prinz von Oranien schenkte es dem englischen Gesandten, durch den es in den Besitz des Königs von England kam. Eine Folge davon war die Berufung des Künstlers nach London, wohin er 1631 kam und sehr freundlich aufgenommen wurde. Er malte die königliche Familie und viele hohe Persönlichkeiten des Hofes, wofür ihm reichliche Belohnung wurde. Nach drei Jahren verließ er London und siedelte sich in Antwerpen an, wo er 1635 in die Lucasgilde als Meister eingetragen wurde. Er heirathete hier die Tochter des Bildhauers M. Collins und malte Altar- und Staffeleibilder. Daß diese viel Anklang fanden, erhellt schon daraus, daß mehrere seiner Bilder von Dichtern besungen wurden, so insbesondere sein vortreffliches Bild des Braunschweiger Museums: „Abraham hält auf Moriah seinen Sohn fest umschlungen und dankt Gott, daß er an dessen Stelle mit einem Thieropfer zufrieden ist“. Im J. 1640 entstanden für den Prinzen von Oranien zwei Capitalbilder, „Die Selbstbeherrschung des Scipio Africanus“ und ein Bild für die Bürgermeisterkammer in Amsterdam (Fabius Maximus). Die Skizzen zu beiden befinden sich im Braunschweiger Museum. Auch auf dem Gebiete des Porträts nimmt er eine bevorzugte Stelle ein. Die Pinakothek in München besitzt zwei solche, das eines alten Mannes mit weißem Haar und eines Mannes mit der Sanduhr, das Reichsmuseum in Amsterdam ein Bildniß des Dichters Joost van der Vondel, Berlin das eines Jünglings in spanischer Tracht vom J. 1642. Auch Dresden besitzt zwei Porträts und Wien ein Frauenbildniß. Es ist auch vieles von seinen Werken von den besten Stechern reproducirt worden, so ein Lazarus von J. Louys, Isaac und Esau von Vliet, ferner die Bildnisse: Tromp von C. van Dalen und J. P. de Frey; van Galen von Mozyn, Heidanus und Ruyter von Blooteling, Hugenius und L’Anier von Vorstermann, die Schourman von Suyderhoef u. a. m. Endlich hat L. selbst auch über 60 Blätter mit geistreicher Nadel ausgeführt, die sehr begehrt sind, besonders die Bildnisse von Ephraim Bonus, J. Vondel, Heinsius und Gouter und das kostbare Blatt, das man gewöhnlich Lord Derby nennt.

Bartsch. – Naum. Arch. V. p. 269. – Immerzeel. – Kramm. – Andresen–Wessely, Handbuch.