ADB:Mallet, Friedrich Ludwig

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Mallet, Friedrich Ludwig“ von Johann Friedrich Iken in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 140–141, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mallet,_Friedrich_Ludwig&oldid=- (Version vom 26. Januar 2021, 07:01 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Mallery, Karel de
Band 20 (1884), S. 140–141 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Friedrich Ludwig Mallet in der Wikipedia
GND-Nummer 102829675
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|20|140|141|Mallet, Friedrich Ludwig|Johann Friedrich Iken|ADB:Mallet, Friedrich Ludwig}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=102829675}}    

Mallet: Friedrich Ludwig M., Dr. theol., Prediger und christlicher Schriftsteller in Bremen. Er war geboren am 4. August 1792 zu Braunfels bei Wetzlar. In seinem 16. Lebensjahre wurde der früh vaterlose, begabte Knabe von dem bremischen Prediger Müller daselbst bei seiner Rückkehr nach Bremen mitgenommen und diese Stadt ihm damit zur zweiten Heimath gemacht. Während seiner Studienzeit nahm der feurige Jüngling (1813 und 1814) an den Befreiungskämpfen theil und bewahrte sich daher sein Lebenlang einen hohen patriotischen Sinn. 1815 wurde er in Bremen Hilfsprediger an der St. Michaeliskirche, 1817 rechter Prediger an dieser Kirche. 1827 aber berief ihn die große Gemeinde St. Stephani zu ihrem Pastor, und daselbst ist er dann bis an sein Lebensende thätig gewesen. M. war ein geborner Redner, dem alle Eigenschaften des Verstandes und Gemüthes, alles Aeußere und Innere an Gestalt und Stimme, an Klarheit und Ueberzeugungskraft verliehen war, die Herzen anzuziehen und mit sich fortzureißen. Aber auch die Feder verstand er zu führen. Dies beweisen die von ihm längere Zeit nach einander herausgegebenen Zeitschriften [141] „Der Kirchenbote“, „Der Bremer Schlüssel“ und „Die Bremer Post“, sowie viele von ihm im Druck erschienene Predigten, Festreden und Gelegenheitsschriften, nicht zum wenigsten auch seine Streitschriften, für welche er noch eine besondere Zugabe von Witz und Satire empfangen hatte. Es lag M. vor Allem am Herzen, seiner Aufgabe gemäß das christliche Evangelium zu verkündigen; er hat damit seltene Erfolge errungen. Nicht als ob er besondere und selbständig erforschte Wahrheiten vorzubringen gehabt, er verkündete nur die biblische Lehre. Aber die geistvolle Auffassung derselben, die hinreißende Begeisterung und der nicht selten durchbrechende patriotische Schwung machten ihn zum gesuchten Festredner bei Gustav Adolfs- und Missionsversammlungen, bei Kirchentagen und vaterländischen Feiern, nicht minder aber erhielten sie ihm bis zuletzt eine volle Kirche. M. betheiligte sich daneben auch an der Gründung von vielerlei Vereinen und an mancherlei Liebeswerken. Bei seinem festen Glauben an die Heilswahrheit des christlichen Evangeliums trat er den Gegnern desselben mit aller Schärfe entgegen; er bekämpfte den Unglauben in jeglicher Gestalt, mochte derselbe sich als blasirte Weisheit der Lebemänner oder als seichte Aufklärung des Rationalismus, oder auch als engherziger Bekenntnißglaube breit machen. Auch dem Freiheitstaumel von 1848 widerstand er muthig, so vielerlei Schweres ihm das auch eintrug. 1856 wurde ihm von Halle aus der theologische Doctortitel zuertheilt. Am 6. Mai 1865 entschlief er, nachdem er bis an sein Ende thätig gewesen.

Hupfeld, D. Friedr. Mallet, ein Bild zur Erinnerung (Bremen 1865); W. H. Meurer, Zur Erinnerung an F. L. Mallet (Bremen 1866), und C. A. Wilkens, Friedrich Mallet, der Zeuge der Wahrheit (Bremen 1872). – Mallet’s Schriften (Predigten, Altes und Neues, Neues und Altes etc.) sind nicht gesammelt, sondern einzeln erschienen.