ADB:Mezler, Jodocus

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Artikel „Mezler, Jodocus“ von Gerold Meyer von Knonau in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 669, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mezler,_Jodocus&oldid=- (Version vom 22. Oktober 2019, 13:57 Uhr UTC)
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Mezler: P. Jodocus M., gelehrter Benedictinermönch in St. Gallen, geb. 1574 zu Andelsbuch (im Bregenzer Walde), † 7. April 1639 zu Wil. Nach dem Urtheile G. Scherrer’s[WS 1], des fachkundigen Verfassers des Verzeichnisses der Handschriften der St. Galler Stiftsbibliothek, „vor I. von Arx der genaueste Kenner der St. Galler Geschichte“, hat der Vorarlberger eine hervorragende Stellung unter den zahlreichen Repräsentanten Benedictinischer Wissenschaft in St. Gallen. Nach Ablegung der Klostergelübde 1593 vollendete er seine Studien in Dillingen und Rom. Doch nach 1603 hatte der Doctor des geistlichen Rechtes unter dem Abte Bernhard II. (Müller, aus Ochsenhausen in Schwaben: 1594–1630) vielfach praktischen Geschäften sich zu widmen. Besonders gelang es ihm, den Streit zwischen seinem Stifte und dem Bisthum Constanz über die päpstliche Gerichtsbarkeit nicht nur abzuschließen, sondern auch in einem St. Gallen günstigen Sinne zu ordnen. Er begab sich wegen dieser Fragen mehrmals nach Rom und erlangte von der Curie durch seine Anstrengungen auch die Exemption einiger Gotteshäuser der Schweizer Benedictiner-Congregation. Er wurde Generalvicar und Official des Abtes, war aber später als Statthalter des ausgedehnten Klosteramtes zu Wil meist außerhalb des Stiftes thätig. Außerdem leitete er den Bau des Klosters Neu St. Johann in Toggenburg. Als Geschichtsforscher hatte M., seit 1604 Bibliothekar, ein feines und scharfes Urtheil. So gab er 1619 in einem Briefe an den Abt von St. Magnus in Füßen, der ihn wegen einer Edition des Lebens des heil. Magnus (s. d. Art.) in Anfrage gesetzt hatte, seine Meinung hierüber dahin ab, daß hier kein unverfälschtes, sondern ein in sehr Vielem gar arg verderbtes Erzeugniß vorliege, vielleicht durch die Unwissenheit irgend eines ungebildeten Menschen, welcher fromm zu handeln und um die Heiligen sich wohlverdient zu machen gemeint habe, indem er Vieles vermischte, beifügte, vertauschte, der Art indessen, daß doch nicht Alles an der Geschichte zu verwerfen sei. Seine zwei Bücher „De viris illustribus s. Galli“ sind in Pez, Thesaurus anecdotorum novissimus, Bd. I, 3, p. 555 ff., abgedruckt. Handschriftlich liegen auf der St. Galler Stiftsbibliothek seine bis 1633 reichende St. Galler Chronik, Klostergeschichten von Engelberg und St. Johann in Toggenburg, sowie mehrere Sammelbände, ferner ein Band mit Abschriften von Hymnen alter St. Galler Mönche, worüber er auch mit Heinrich Canisius in Austausch stand. Als Lehrer des P. Magnus Brüllisauer (vgl. Bd. III, p. 420: dort ist der doppelte Druckfehler nach Bd. VI., p. 794, zu verbessern), wirkte M. noch über seinen Tod hinaus in dessen Arbeiten nach, wie denn auch des in seinem Kloster bestatteten Mönches Grabinschrift daran erinnerte, daß seine Schriften ihn überleben würden.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Gustav Scherrer (1816–1892)