ADB:Naeranus, Samuel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Naeranus, Samuel“ von Jacob Cornelis van Slee in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 210–211, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Naeranus,_Samuel&oldid=- (Version vom 22. August 2019, 07:40 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Näf, Joseph
Band 23 (1886), S. 210–211 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Januar 2019, suchen)
GND-Nummer 129001295
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|23|210|211|Naeranus, Samuel|Jacob Cornelis van Slee|ADB:Naeranus, Samuel}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=129001295}}    

Naeranus: Samuel N. (van der Neer) gehört einer um die Sache des Remonstrantismus besonders verdienten Familie an, indem sein Vater Servatius, drei Brüder Johann, Abraham, Isaac und sein Sohn Johann, wie er selbst unter ihre besten Prediger zu rechnen sind. Um 1580 zu Dordrecht geboren, wo sein Vater seit 1578 Prediger war, erhielt er an der lateinischen Schule den Unterricht des gelehrten Rekenarius, und folgte, wie Narsius, diesem nach Amsterdam, als er dort zum Conrector ernannt war. Es ist zwar ungewiß, ob er seine theologischen Studien zu Leiden begonnen, ganz gewiß aber, daß er sich an der hohen Schule zu Sedan und Saumur aufhielt und dort mit Mornay du Plessis freundschaftlich verbunden war. Besonders zu Sedan, wohin er 1601 kam, verweilte er mehrere Jahre und wirkte dort als Vorstand eines Collegiums und später als Professor für griechische Sprache. In die Heimath zurückgekehrt, trat er 1611 die Pfarrerstelle zu Hazerswoude und 1617 zu Amersfort an; wurde aber bald in die kirchlichen Zwistigkeiten seiner Zeit verwickelt und 1618 von der Utrechter Provinzialsynode in die Nationalsynode zu Dordrecht abgeordnet, dort aber unter die Citirten gerechnet. Im folgenden Jahre abgesetzt und nach Waalwijk deportirt, nahm er dort und zu Antwerpen eifrigen Antheil an den Berathungen der ausgewiesenen Remonstranten und wagte es 1621, drei Monate lang seinen Glaubensgenossen im Haag durch Wort und Predigt zu dienen, nachdem er im letztvergangenen Jahre umsonst versucht hatte, seine zu Amersfort im Sterben liegende Ehefrau zu besuchen, weil seine Gegner darauf lauerten, ihn zu verhaften. Von 1622 bis 1631 treffen wir ihn zu Danzig als Prediger der holländischen Kaufleute, aber im folgenden Jahre riefen [211] ihn die Vertreter der remonstrantischen Sache nach Holland zurück, wo er aufs Neue die Predigerstelle zu Amersfort antrat. Hier starb er 1641. Auch als Schriftsteller ist N. thätig gewesen. Schon zu Sedan verfaßte er 1606 eine „Disputatio de libera voluntate“, welche er 1611 in seine Muttersprache übersetzte. Größere Beachtung aber fand seine „Onderwyzing in de christelyke religie, gesteld by vragen en antwoorden naar de belydenis der remonstrantsche gereformeerde Christenen“, muthmaßlich das erste Büchlein für den katechetischen Unterricht der Remonstranten, welches 1664 zu Rotterdam die vierte Auflage erlebte. Mehrere seiner lateinischen Gedichte finden sich in seinen „Poëmata ad magnificos Leydensis Academiae curatores“, Dordr. 1611. Die lateinische Uebersetzung der „Enghe poorte“ von Puppius, welche ihm allerdings von der großen remonstrantischen Kirchenversammlung 1638 aufgetragen ward, ist gleichwohl nicht von ihm, sondern von seinem Sohne Johann, Prediger zu Oude-Wetering, abgefaßt. Nach dem Tod seiner ersten Gattin, Catharina Zwaneveld, hatte er sich wieder verheirathet mit Maria Junius, Tochter des bekannten Franciscus Junius und Wittwe des Delfter Predigers Isaac Diamant. Mit Anspielung auf seinen Namen führte er als Sinnspruch die Worte „hinc sursum“, das heißt „van neer opwaarts“.

Van der Aa, Biogr. Woordenb. – Glasius, Godg. Nederl. – Schotel, Kerkel. Dordr. I. bl. 185 v. v.