ADB:Nebel, Charlotte Elisabeth

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Artikel „Nebel, Charlotte Elisabeth“ von l. u. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 347–348, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Nebel,_Charlotte_Elisabeth&oldid=- (Version vom 16. Juni 2019, 13:15 Uhr UTC)
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Nebel: Charlotte Elisabeth N., geb. Rambach, wurde am 15. Juni 1727 geboren als Tochter des bekannten Professors der Theologie Johann Jakob Rambach in Halle und der ersten Ehefrau desselben, Johanna Elisabeth, einer [348] Tochter des Professors Joachim Lange (s. A. D. B. XVII, S. 634 f.). Unserer Nebel ältere Schwester ist die aus Goethe’s Dichtung und Wahrheit bekannte Frau Pastorin Griesbach (s. A. D. B. IX, S. 660 f.). Beide Schwestern wuchsen in inniger Herzensgemeinschaft heran; schon 1730 verloren sie ihre Mutter, doch heirathete der Vater in demselben Jahre wieder; ihr Vater, der im J. 1731 von Halle nach Gießen versetzt war, starb hier schon im J. 1735. Die jüngere von ihnen verheirathete sich am 24. Mai 1746, noch nicht 19 Jahre alt, mit Heinrich Christoph Nebel, damals Gymnasiallehrer in Gießen, seit 1752 Prediger in Worms; (hier wurde er später Senior und starb 1786). Nach fünfzehnjähriger Ehe starb sie am 8. September 1761. Sie hat einige Erbauungsschriften geschrieben und sich als Dichterin geistlicher Lieder bekannt gemacht; in beiden Hinsichten ist sie eine echte Tochter ihres Vaters, auf dessen Art und Gedanken sie nicht ohne Selbständigkeit eingegangen ist. Von ihren Liedern erschien schon einiges einzeln und auch in einer kleinen Sammlung ohne ihren Willen vor ihrem Tode; ihre „sämmtlichen Poesien“ gab dann nach ihrem Tode ihr Ehemann heraus (Frankf. u. Leipzig 1763); zwei ihrer Lieder fanden sodann Aufnahme im 3. Theil der (größern) Cöthnischen Liedersammlung (Halle 1768) und fanden von hier aus weitere Verbreitung. Unter ihren erbaulichen Betrachtungen, welche gleichfalls von ihrem Manne nach ihrem Tode herausgegeben sind, hat eine gewisse Berühmtheit erlangt die Schrift: „Der große Versöhnungstag zum heilsamen Gebrauch des Leidens und Sterbens unseres Herrn Jesu Christi. Auf die 24 Stunden eines jeglichen Tages angewendet“; sie erschien zuerst Speyer 1761, sodann in 2. Ausgabe Frankfurt und Leipzig 1763, und ist in unserem Jahrhundert von W. Köllner wiederherausgegeben Basel 1835; fünfte Auflage 1866 (mit einem Vorwort des Grafen Felicien Zaremba).

Hansen, die Familie Rambach, S. 57 ff. – Koch, Geschichte des Kirchenlieds u. s. f., 3. Aufl. IV, S. 442.