ADB:Noback, Johann Christian

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Artikel „Noback, Johann Christian“ von Karl Theodor von Inama-Sternegg in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 748–749, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Noback,_Johann_Christian&oldid=- (Version vom 17. September 2019, 13:22 Uhr UTC)
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Noback: Johann Christian N., Cameralist, geboren am 6. October 1777 zu Kölleda in Thüringen, † am 4. Juni 1852 zu Chemnitz. Auf Grund einer kaufmännischen Ausbildung trat er nach zurückgelegten Lehrjahren 1821 als Disponent in eine Seiden- und Sammtfabrik in Krefeld ein. 1821 errichtete er in Erfurt eine Handelsschule, welche er bis 1842 leitete. Die letzten Jahre [749] seines Lebens verbrachte er theils in Gotha, theils in Berlin. Die Bedeutung Noback’s liegt einestheils in der gelungenen Organisation seiner Handelsschule, welche vielfach als Vorbild diente, anderntheils in seinem litterarischen Hauptwerke: „Handbuch der Münz-, Bank- und Wechselverhältnisse aller Länder und Handelsplätze“, Rudolstadt 1833, welches er in Gemeinschaft mit seinem Sohne Friedrich Eduard (s. u.) 1851 neu bearbeitet, als „Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtsverhältnisse“ etc. herausgab; die ungeheure Fülle und Vollständigkeit der Daten, wodurch das Werk alle ähnlichen bei weitem übertraf, hat demselben bis auf den heutigen Tag einen wichtigen Platz unter den Nachschlagewerken der Nationalökonomie, Statistik und Handelswissenschaft gesichert. – Außerdem gab N. im Verein mit Schiebe 1836–1837 die „Blätter für Handel und Industrie“ heraus. – Von seinen Söhnen ist der älteste, Karl August N., geboren am 18. Juni 1810 in Kölleda, † 1870 in Prag, gleichfalls auf dem Gebiete der Handelswissenschaft thätig gewesen. In der Lehranstalt seines Vaters herangebildet, unterstützte er denselben später im Lehramt, ging 1835 als Lehrer an die Handelsschule nach Leipzig, begründete 1843 mit seinem Bruder Friedrich Eduard eine Handelslehranstalt in Berlin, lebte nach deren Aufhebung 1849 in Hamburg und folgte 1851 einem Rufe als Secretär der Handels- und Gewerbekammer nach Budweis, in welcher Stellung er bis 1859 blieb. Seit dieser Zeit lebte er in Prag. Bei den Weltausstellungen in London 1851 und Paris 1855 fungirte er theils als Juror, theils als officieller Berichterstatter. Von ihm sind erschienen: „Beschreibung des Regierungsbezirks Erfurt“ (amtliche Arbeit), 1840; „Der Handel in Compagnie“, 1842; „Die Leinwandindustrie in Deutschland“, 1850; „Gewerbe- und Handelsstatistik des Kreises Budweis“, 1853; im Verein mit seinem Bruder F. E. N.: „Allgemeine Encyclopädie für Kaufleute, fortgesetzt von Steger“, 12. A., 1859. Von seinen gemäßigten freihändlerischen Grundsätzen legte er Zeugniß ab in seiner mit einer Einleitung versehenen Uebersetzung von Bastiat’s Sophismes économiques, 1847, wie er auch Mitbegründer des ersten deutschen Freihandelsvereins in Berlin war. – Der zweite Sohn, Friedrich Eduard N., geboren am 28. Februar 1815 in Krefeld, war seit 1849 Director der Handelsschule in Chemnitz, seit 1863 in gleicher Stellung in Dresden; nach seiner 1873 erfolgten Pensionirung zog er nach Marburg in Hessen, 1874 nach Berlin, wo er im Handelsministerium einen amtlichen Wirkungskreis erhielt. Er schrieb: „Der Kaufmann“, 3 Bde., 1842–1850, 2. Aufl. 1859; „Wechsel und Wechselrecht“, 1845; „Systematisches Lehrbuch der Handelswissenschaft“, 1848; „Börsen- und Contorbuch“, 3 Bde., 1861; „Deutsch-englisches Handels-Correspondenz-Lexikon“, 1865; „Vollständige Handelscorrespondenz in deutscher und englischer Sprache“, 6. Aufl. 1876, sowie einen Auszug aus seines Vaters Hauptwerk als: „Münz-, Maß- und Gewichtsbuch“. Ein Sohn von ihm, Gustav N., ist ein renommirter Brauereitechniker in Prag.

Pierer, 6. Aufl. – Brockhaus’ Conv.-Lex. – Michaud, Biogr. univ. – Nouvelle biogr. générale.