ADB:Noll, Friedrich Karl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Noll, Friedrich Karl“ von Wilhelm Heß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 53 (1907), S. 788–789, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Noll,_Friedrich_Karl&oldid=- (Version vom 24. August 2019, 04:57 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 53 (1907), S. 788–789 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand September 2015, suchen)
GND-Nummer 117040509
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|53|788|789|Noll, Friedrich Karl|Wilhelm Heß|ADB:Noll, Friedrich Karl}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117040509}}    

Noll **): Friedrich Karl N. wurde am 22. September 1832 zu Niederrad bei Frankfurt a. M., wo sein Vater Lehrer war, geboren. Er erhielt den ersten Unterricht in der Schule seines Vaters. Später besuchte er das Gymnasium in Frankfurt a. M. „Auf diesen täglichen Gängen zur Schule“, heißt es in einem Nekrolog in der Zeitschrift „Der zoologische Garten“, „und heimwärts durch den Wald und längs des Mains fand seine angeborene Liebe zur Natur die erste erwünschte Nahrung. Da gab es keinen Baum, dessen Lebensgeschichte er nicht verfolgt hätte, keine Blume deren [789] Standort er nicht ausfindig zu machen wußte. Er beobachtete die Vögel in ihrem Fluge, belauschte sie bei ihrem Brutgeschäfte und lernte ihre Weisen. Besonders fesselte ihn die niedere Thierwelt, deren Beobachtung man sich damals in dem noch ziemlich einsamen Wald und am stillen Flußufer ungestört hingeben konnte“.

Im J. 1850 bezog er das Lehrerseminar zu Nürtingen und war nach bestandener Prüfung von 1854–57 Hülfslehrer an der Schule seines Vaters in Niederrad. Hier veröffentlichte er seine erste Schrift: „Das Leben der Natur im Winter. Briefe an einen zehnjährigen Knaben“, Frankfurt a. M. 1856. Im J. 1857 wurde er an die neubegründete Bürgerschule in Frankfurt a. M. berufen. Hier trieb er eifrig naturwissenschaftliche Studien an dem Senckenbergischen Museum und in der Senckenbergischen naturwissenschaftlichen Gesellschaft. 1865 wurde er auf Grund seiner Dissertation: „Der Main in seinem unteren Lauf. Die physikalischen und naturhistorischen Verhältnisse dieses Flusses“, Frankfurt a. M. 1865, von der Universität Tübingen zum Doctor promovirt. Im folgenden Jahre übernahm er die Redaction der Zeitschrift: „Der zoologische Garten“, welche er bis zu seinem Tode beibehielt. Ihr widmete er von jetzt an vorzugsweise seine Kräfte und zahlreiche fesselnde Aufsätze hat er in dieser Zeitung niedergelegt. Sein Verdienst ist es hauptsächlich, daß diese Zeitschrift sich bald einen geachteten Namen erwarb.

1871 unternahm N. eine größere Forschungsreise nach den canarischen Inseln, Marokko und Südspanien. Infolge seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Naturgeschichte wurde er Ostern 1877 als Lehrer der Naturgeschichte an das Gymnasium versetzt und bald darauf zum Oberlehrer und dann zum Professor ernannt. Zwölf Jahre war er Lector der Zoologie an der Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft, deren Director er alsdann wurde. Außer zahlreichen Aufsätzen im „Zoologischen Garten“ und anderen Zeitschriften gab er Schilling’s „Grundzüge der Naturgeschichte“ in drei Bänden neu heraus. N. starb am 14. Januar 1893.

Nekrolog im „Zoologischen Garten“, Jahrgang 33, Nr. 12.

[788] **) Zu Bd. LII, S. 646.