ADB:Oldekop, Johannes

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Oldekop, Johannes“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 239–240, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Oldekop,_Johannes&oldid=- (Version vom 21. September 2019, 14:01 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Oldach, Julius
Nächster>>>
Oldekop, Justus
Band 24 (1887), S. 239–240 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Johannes Oldekop in der Wikipedia
GND-Nummer 137585276
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|24|239|240|Oldekop, Johannes|Karl Ernst Hermann Krause|ADB:Oldekop, Johannes}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=137585276}}    

Oldekop: Johannes O. war 1493 als Sohn des städtischen Baumeisters in Hildesheim geboren, wurde am 16. April 1514 in Wittenberg als Student immatriculirt, wurde Zuhörer Luthers, der auch sein Beichtvater war, doch ist er auch später beim alten Glauben geblieben. Von 1519–1524 war er in [240] Italien, 1528, gerade als von Franz I. der Krieg erklärt wurde, in Burgos am Kaiserhofe, wie er selbst erzählt, um die Wahl des Propstes und Vicekanzlers Baltasar Merklin zum Bischof von Hildesheim mit zu betreiben. 1528 wurde er in seiner Vaterstadt Canonicus zum h. Kreuz und 1549 Dechant. Er war auch Capellan des Bischofs Baltasar und starb 1574. Er hat anscheinend früh angefangen seine „Annales“, anfänglich in niederdeutscher Sprache, später in einem sehr gemischten Dialekte zu schreiben; die Nachrichten aus dem 15. Jahrhundert sind culturhistorisch nicht ohne Interesse, die eigentliche Chronistik beginnt aber erst 1501 und ist bis 1573 fortgeführt, von großer Wichtigkeit ist die auf genauester Kunde beruhende Darstellung der Hildesheimer Stiftsfehde. Die Urschrift der Annalen, früher im Besitze des Gymnasium Josephinum, scheint verschollen, doch giebt es Abschriften davon. Einzelne ältere Daten daraus brachte als „Denkwürdigkeiten und Anekdoten“ Spiel’s Neues vaterländisches Archiv 1827, I, S. 270 ff. (wo seine Herkunft nach Halberstadt verlegt wird), die Reformations- und Stiftsfehdengeschichte 1513–1523, Herm. Lüntzel, Ztschr. des Museums zu Hildesheim, Bd. I (1846). Des letzteren Darstellung der Stiftsfehde und überhaupt die Erhaltung der dahin zielenden historischen Volkslieder (Schlacht auf der Soltauer Heide) beruht auf diesen Annalen. – Aus derselben Familie stammt der 1597 in Hildesheim geborene Jurist Justus O. (s. u.).

(Einzelne Daten nach einem Vortrage Professor Wieckers in Hildesheim.)