ADB:Pisanski, Georg Christoph

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Artikel „Pisanski, Georg Christoph“ von Karl Lohmeyer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 179–180, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Pisanski,_Georg_Christoph&oldid=- (Version vom 20. April 2019, 00:57 Uhr UTC)
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Pisanski: Georg Christoph P., der Erste, der eine Geschichte der Litteratur Altpreußens, der Einzige bisher, der eine fast vollständige Geschichte derselben verfaßt hat, war am 13. August 1725 zu Johannisburg in Ostpreußen geboren und starb zu Königsberg am 11. October 1790. Nachdem er zwölf Jahre lang die Schule seiner Vaterstadt besucht hatte und dabei vom Vater, einem frommen und biedern lutherischen Geistlichen von der bessern Art jener Zeit, unterrichtet, dann noch weitere anderthalb Jahre in Angerburg von dem [180] mütterlichen Großvater, dem als Naturforscher rühmlich bekannten Propst Andreas Helwing, und seinem Oheim, dem Rector Helwing, auf den Besuch der Universität vorbereitet worden war, bezog er 1742 die Albertina zu Königsberg. Dort lag er sechs Jahre lang, indem er sich durch kleine Stipendien und als Privatlehrer ein bescheidenes Dasein schuf, zwar vorzugsweise den theologischen Studien ob, hörte aber auch die mannigfaltigsten Vorlesungen aus anderen Wissenschaften: Philosophie, Mathematik und Astronomie, Physik, Botanik, Philologie; auch war er ein überaus fleißiger Besucher der öffentlichen Bibliotheken und legte gewaltige Excerpte an, welche besonders der Gelehrten- und Litteraturgeschichte, der Geschichte der Philosophie und der vaterländischen Geschichte gewidmet waren. Von 1748–1759 war er an der altstädtischen Schule beschäftigt, indem er vom untersten Collegen bis zum Prorector stieg; dann wurde er zum Rector der Domschule im Kneiphof gewählt und hat diese Stelle bis an sein Lebensende bekleidet. Seit 1759, wo er die Magisterwürde erwarb, hielt er auch an der Universität Vorlesungen und akademische Uebungen, und zwar über Philosophie, Beredsamkeit und Geschichte. Als er 1773 veranlaßt wurde, seine akademische Thätigkeit auch auf die Theologie auszudehnen, ließ er sich zwar zum Doctor der Theologie promoviren, eine Professur aber nahm er ebenso wenig wie früher an, obgleich ihm eine solche öfter angetragen wurde. Kurz vor seinem Tode wurde er noch zum Consistorialrath ernannt. P. galt, wie für einen tüchtigen Schulmann, so auch für einen großen und vielseitigen Gelehrten und stand in einem sehr ausgebreiteten gelehrten Briefwechsel; dabei war er ein gesuchter und beliebter Poet. Aber alle seine Abhandlungen verschiedenartigsten Inhalts, deren Anzahl er kurz vor seinem Tode selbst, aber nicht vollständig, auf 108 angiebt, sind heutzutage werthlos und kaum noch lesbar, seine Gelegenheitsgedichte, wieder nach eigenem Ansatz 105 lateinische und 55 deutsche, ohne Anflug von Poesie. 1765 erschien, aus vier akademischen Schriften zusammengestellt, ein Entwurf einer preußischen Litterärgeschichte in lateinischer Sprache. Hieran in seinem unermüdlichen Sammelfleiße immer weiter arbeitend, brachte er jenes Riesenwerk zu Stande, den „Entwurf einer preußischen Litterärgeschichte in vier Büchern“, welches in engem Druck und großem Format 700 Seiten füllt. – Die neueste und beste Ausgabe, zugleich die einzig vollständige, von Rudolf Philippi, Königsberg 1886.