ADB:Rost, Maurus

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Artikel „Rost, Maurus“ von Carl Stüve in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 53 (1907), S. 524–525, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rost,_Maurus&oldid=- (Version vom 21. August 2019, 20:37 Uhr UTC)
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Rost: Maurus R., geboren 1633 zu Münster i. W., war von 1666 bis 1706 der 41. Abt des vom Bischof Benno II. von Osnabrück 1070 gegründeten und 1802 säcularisirten Benedictinerklosters zu Iburg bei Osnabrück. Nach dem Besuche der höheren Schule zu Münster setzte er seine Studien auf der von den Jesuiten geleiteten Universität zu Dillingen an der Donau fort und wurde nach seiner Rückkehr Pfarrer in dem Iburg benachbarten und dem Kloster incorporirten Glane, wo er bis zu seiner Abtswahl blieb. Im J. 1672 wurde er von den Visitatoren der Bursfelder Klostercongregation zum Secretarius ernannt. Ausgezeichnet durch philosophische, theologische und humanistische Bildung, welche letztere unter anderem durch die vielfach von ihm geübte lateinische Verskunst von ihm bezeugt wird, sorgte er mit hingebender Liebe und Treue in seinem sowie in den dem Iburger Abt unterstellten Benedictiner Frauenklöstern Ochede, Gertrudenberg, Malgarten und Herzebrok für klösterliche Zucht und kirchliches Leben, sowie auch für die Ausbreitung der Bursfelder Congregation, für deren Kenntniß in der Osnabrücker Diöcese seine Geschichte des Iburger Klosters eine Hauptquelle ist. Ein hervorragendes Verdienst des Abtes Maurus besteht in der Verwaltung und Hebung des gesammten Klostervermögens in schwieriger Lage. Durch den dreißigjährigen Krieg und die längere schwedische Occupation hatte das Kloster sehr gelitten und war tief verschuldet. Zum ersten Male stand das Hochstift nach den Bestimmungen des westfälischen Friedens unter einem evangelischen Landesherrn, dem Bischof Ernst August I., der das neu aufgekommene Princip der Landeshoheit den klösterlichen Exemtionen gegenüber vertrat und gegen dessen Zumuthungen, obgleich der Bischof persönlich wohlwollend war, der Abt sich vielfach wehren mußte. Hier war das außerordentliche Geschick des Maurus am Platze, und mit Recht nannte man ihn später den zweiten Gründer des Klosters. Außer der Bearbeitung eines Copiars für die Iburger Urkunden und vielfachen Aufzeichnungen über den Erwerb und Besitz des Klosters verfaßte Maurus eine kurze Abtsgeschichte („Catalogus abbatum monasterii S. Clementis in Iburg“), ferner „Acta episcoporum Osnabr.“ und „Osnabrugum sacrum et profanum“, eine noch immer lesenswerthe Beschreibung des Hochstifts Osnabrück. Alle drei Schriften sind ungedruckt und im Besitz des Iburger Pfarrarchivs. Sein [525] wichtigstes Werk ist jedoch die Geschichte seines Klosters bis 1700 („Annales monasterii S. Clementis in Iburg“), weniger ein eigentliches Geschichtswerk als ein für den praktischen Gebrauch im Kloster bestimmter Nachweis über Entstehung und Bestand aller Erwerbungen und Gerechtsame desselben. Besonders wichtig sind diese Annalen für die Kenntniß der Beziehungen des Klosters zu den incorporirten Kirchen, sowie für die früheren bäuerlichen und gutsherrlichen Verhältnisse und die Rechte der Mark- und Bauerschaftsgenossen im Hochstift O. Das Werk ist nebst einer Einleitung, Uebersetzung des lateinischen Textes, umfangreichen erklärenden Anmerkungen und mehreren Excursen im Auftrage des historischen Vereins zu Osnabrück herausgegeben.

K. Stüve, Die Iburger Klosterannalen des Abtes Maurus Rost. Osnabrück 1895.