ADB:Schaeffer, Johann Gottlieb von

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Artikel „Schaeffer, Johann Gottlieb“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 533, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schaeffer,_Johann_Gottlieb_von&oldid=- (Version vom 22. September 2019, 11:20 Uhr UTC)
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Schaeffer: Johann Gottlieb S., Arzt und Naturforscher; geboren am 13. September 1720 zu Querfurt in Sachsen, war ein jüngerer Bruder des auch als Naturforscher, namentlich Entomolog, berühmt gewordenen Geistlichen Jacob Christian S. Er widmete sich zunächst von seinem 14. Lebensjahre an der Apotheker-Laufbahn in Schmölln, fungirte als solcher seit 1741 in Regensburg, bereitete sich jedoch hier privatim noch weiter zum Studium der Medicin vor und begann dieses 1744 mit Hülfe einer ihm von seinem Bruder bewilligten Unterstützung in Altdorf. Hier konnte er bereits 1745 mit der Abhandlung „De caussis, cur alimenta et medicamenta alium saepe effectum edant in hominibus sanis quam aegrotis“ die Doctorwürde erlangen. Darauf ließ er sich nach erlangter Licenz in Regensburg als Arzt nieder, wurde 1749 Leiter des katholischen Krankenhauses, sowie Stadtphysicus daselbst und machte sich um das öffentliche Wohl der Stadt dadurch noch besonders verdient, daß er 1763 als der Erste in Regensburg die Inoculation der Blattern einführte. S. erlangte infolge dessen eine große Praxis, wurde zum Hofrath, Leibarzt des Fürsten von Thurn und Taxis und des Bischofs von Regensburg ernannt und verblieb in diesen Stellungen bis zu seinem am 1. Februar 1795 erfolgten Tode. S. war nicht bloß ein tüchtiger Praktiker, sondern auch ein ausgezeichneter Forscher. Er war Mitglied der kaiserl. Leopold.-Carolinischen Akademie der Naturforscher, zu deren Verhandlungen er mehrere wichtige Beiträge lieferte. Von seinen selbstständig erschienenen Schriften nennen wir: „Die Kraft und Wirkung der Electricität in dem menschlichen Körper und dessen Krankheiten, besonders bei gelähmten Gliedern u. s. w.“ (Regensburg 1752; 2. Aufl. unter dem Titel: „Elektrische Medicin u. s. w.“, Ebd. 1766); „Der Gebrauch und Nutzen des Tabakrauchclystiers, nebst einer dazu bequemen Maschine“ (Ebd. 1757; 3. Aufl. ebd. 1772); „Geschichte des grauen Staares und der neuen Operation, solchen durch Herausnehmung der Krystallinse zu heilen“ (Ebd. 1765 mit einem Kupfer). Letztgenanntes Werk handelt von der bekannten Daviel’schen Methode der Staaroperation.

Vgl. Biogr. Lexicon etc. herausgegeb. von A. Hirsch V, 201.