ADB:Schrettinger, Martin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Schrettinger, Martin Wilibald“ von Wilhelm Bäumker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 32 (1891), S. 491, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schrettinger,_Martin&oldid=- (Version vom 25. Juni 2019, 10:15 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Schretter, Karl
Nächster>>>
Schrevel, Cornelius
Band 32 (1891), S. 491 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Martin Schrettinger in der Wikipedia
GND-Nummer 117060275
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|32|491|491|Schrettinger, Martin Wilibald|Wilhelm Bäumker|ADB:Schrettinger, Martin}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=117060275}}    

Schrettinger: Martin Wilibald S., geboren am 17. Juni 1772 zu Neumarkt im Oberdonaukreis, machte seine Studien zu Burghausen, Amberg und im Benedictinerkloster Weißenohe bei Nürnberg, wo er am 24. Juni 1793 Profeß ablegte. Zwei Jahre später zum Priester geweiht, erhielt er am 15. März 1800 den Posten als Klosterbibliothekar. Nach Aufhebung der Klöster wurde er auf seinen Wunsch hin an der königl. Hofbibliothek in München beschäftigt. Am 8. April 1806 erfolgte seine Ernennung als Custos und am 3. Juli 1823 als Unterbibliothekar an derselben Bibliothek. Am 2. Februar 1839 trat er unter Beibehaltung seiner Bibliothekarstelle in die Reihe der Kanonici am Collegiatstift St. Kajetan ein. In den letzten Jahren seines Lebens zog er sich vom Bibliothekdienste zurück und starb am 12. April 1851. Um die Münchener Hofbibliothek hat S. sich verdient gemacht durch die Anfertigung eines handschriftlichen Realkatalogs. Er ist der Verfasser folgender Schriften: 1) „Die Kunst, unter Menschen glücklich zu leben, von H. Graf von Chesterfield. Aus dem Französischen übersetzt.“ Sulzbach 1801; 2) „Uebersicht der verschiedenen Meinungen über den Ursprung der Buchdruckerkunst von Bürger Daunon. Aus dem Französischen übersetzt und berichtigt“. (In Aretin’s Beiträgen zur Geschichte der Literatur 1805, Bd. V, S. 161–237); 3) „Das Wiederaufleben des baierischen Nationalgeistes. Ein historisches Gedicht.“ München 1806; 4) „Versuch eines vollständigen Lehrbuches der Bibliothekwissenschaft.“ München, Heft I u. II 1808, Heft III u. IV 1829; 5) „Handbuch der Bibliothekwissenschaft besonders zum Gebrauch für Nichtbibliothekare.“ Wien 1834. Außerdem finden sich poetische und prosaische Beiträge in folgenden Zeitschriften und Zeitungen: Hübners bayr. Wochenblatt 1800, Nr. 33. Eos 1820, Nr. 94. Inland 1830, Nr. 10, 11, 12. Aurora von Auerweck 1830, Nr. 37 und 39. Bayrische National-Zeitung 1835, Nr. 20, 65, 66, 95; 1838 Nr. 52, sodann Recensionen in der Oberdeutschen Lit.-Ztg. und in der Allgem. Jenaer Lit.-Zeitung. Andere Arbeiten sind nur im Manuscript vorhanden, darunter ein Tagebuch vom Jahre 1793–1850, eine Autobiographie und ein Aufsatz über Volksdialekte (Hofbibliothek in München, Cod. germ. Schrettingeriana).

A. Lindner, Die Schriftsteller und die um Wissenschaft und Kunst verdienten Mitglieder des Benediktiner-Ordens im heutigen Königreich Bayern vom Jahre 1750 bis zur Gegenwart I, 214, 215, Regensburg 1880 und Nachträge zum I. und II. Bde., S. 25, daselbst 1884.