ADB:Sponeck, Karl Friedrich Christian Wilhelm Graf von

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Artikel „Sponeck, Karl Friedrich Christian Wilhelm Graf von“ von Richard Heß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 35 (1893), S. 259–260, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Sponeck,_Karl_Friedrich_Christian_Wilhelm_Graf_von&oldid=- (Version vom 19. Mai 2019, 17:05 Uhr UTC)
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Sponeck: Karl Friedrich Christian Wilhelm Graf v. S., Dr. phil., Forstmann, Sohn des Kammerherrn und Oberforstmeisters Grafen v. S. (zu Blaubeuren); geb. am 19. Juli 1762 zu Ludwigsburg, † am 4. October 1827 zu Heidelberg. Er erhielt seine Vorbildung am elterlichen Wohnorte und bezog 1779 bis 1781 behufs seiner militärischen und wissenschaftlichen Ausbildung die „hohe Karlsschule“ zu Stuttgart. Hier wurden ihm dreimal Preise zuerkannt, und zwar in Botanik, Pflanzenphysiologie und Forstwissenschaft. Nach Absolvirung seiner Studien begab er sich – der damaligen Sitte der jungen Edelleute gemäß – längere Zeit auf Reisen. Alsbald nach seiner Zurückkunft wurde er zum Chef des herzoglich württembergischen Leibjägercorps zu Hohenheim ernannt, welchem er zugleich Unterricht in einigen Gegenständen ertheilte, und kurze Zeit darauf zum Hofoberforstmeister. Aus diesem, nicht sehr anstrengenden Wirkungskreise rückte er zum Oberforstmeister in Blaubeuren, später in Altensteig und zuletzt in Neuenbürg auf. Schon in diesen Stellungen machte er sich (seit 1791) durch eine Reihe forstlicher Aufsätze und Mittheilungen bekannt, z. B. im Stuttgarter ökonomischen Wochenblatt, in v. Wildungen’s Taschenbuch für Forst- und Jagdfreunde, Hartmann’s und Laurop’s Zeitschrift für die Forstwissenschaft (1802), Gatterer’s Forstarchiv (1802) und Hartig’s Forst-, Jagd- und Fischerei-Journal, sowie durch eine „Anleitung zum Einsammeln, Aufbewahren und Kenntniß in Rücksicht auf Güte und Aussaat des Saamens von den vorzüglichsten deutschen Waldbäumen“ (1803). Seine Hauptthätigkeit als Schriftsteller entfaltete er aber erst nach seiner Berufung in den großherzoglich badischen Dienst als außerordentlicher Professor der Forstwissenschaft an der Universität Heidelberg (1805). Im J. 1808 rückte er zum ordentlichen Professor daselbst mit dem Titel „Oberforstrath“ auf; 1811 wurde ihm von Seiten der dortigen philosophischen Facultät die Doctorwürde verliehen.

S. gehört der forstcameralistischen Schule an und schrieb eine große Anzahl von Werken, vorzugsweise forstbotanischen und forstpolitischen Inhalts. Dieselben zeugen zwar von Litteraturkenntniß und Fleiß; eine hervorragende Bedeutung, bezw. Tiefe und Originalität kann jedoch eigentlich keinem zugesprochen werden, weshalb von einer vollständigen Aufzählung an dieser Stelle wol um so mehr abzusehen sein dürfte, als ihnen heutzutage nur noch eine historische Bedeutung zukommt. Als seine namhaftesten Schriften dürften zu bezeichnen sein: „Ueber die Beschaffenheit, Entstehung und Cultivirung der Sümpfe (oder sogen. Missen) in Gebirgsforsten, mit vorzüglicher Hinsicht auf den Württembergischen und Badischen Antheil des Schwarzwaldes“ (1807); „Ueber den Schwarzwald für alle, denen es um gründliche und praktische Kenntnisse im Forstwesen zu thun ist“ (1817); „Ueber die Anlegung, Einrichtung und den Nutzen der Holzgärten und Holzmagazine in forstlicher und staatswissenschaftlicher Hinsicht“ (1819); „Ueber die Veräußerung von Staatswaldflächen zu landwirthschaftlichem Gebrauch“ (1823) und besonders „Handbuch des Floßwesens, vorzüglich für Forstmänner, Kameralisten und Floßbeamte“ (1825); hiermit beschloß er seine litterarische Thätigkeit. Er gehörte – wie alle namhaften [260] Forstschriftsteller seiner Zeit – der (1796) von J. M. Bechstein gegründeten „Societät der Forst- und Jagdkunde zu Waltershausen“ an.

Neuer Nekrolog der Deutschen, V. Jahrgang (1827), 2. Theil, 1829, S. 1144 (hier findet sich ein vollständiges Verzeichniß seiner Werke). – Monatschrift für das württembergische Forstwesen 1855, VI, S. 376. – Bernhardt, Geschichte des Waldeigenthums etc. II, S. 173, 390, Bemerkung 32, S. 397; III, S. 244. – v. Weech, Badische Biogr. II, S. 307 (Schg).