ADB:Stephanie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Stephanie“ von Friedrich von Weech in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 95–96, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Stephanie&oldid=- (Version vom 22. April 2019, 14:56 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Stephani, Mathias
Band 36 (1893), S. 95–96 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Stéphanie de Beauharnais in der Wikipedia
GND-Nummer 118617818
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|36|95|96|Stephanie|Friedrich von Weech|ADB:Stephanie}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=118617818}}    

Stephanie Luise Adrienne, Großherzogin von Baden, geboren zu Paris am 28. August 1789, † zu Nizza am 29. Januar 1860, war die Tochter des Vicomte Claude de Beauharnais, eines nahen Verwandten des Vaters der Kaiserin Josephine, ersten Gemahlin Napoleon’s I. Durch Adoption Tochter des Kaisers der Franzosen und kaiserliche Prinzessin von Frankreich geworden, wurde sie am 8. April 1806 mit dem damaligen Kurprinzen Karl von Baden vermählt. Da dieser gegen seine persönliche Neigung, die sich seiner Cousine, der Prinzessin Auguste von Baiern, welche fast gleichzeitig einem Beauharnais, dem Herzog Eugen von Leuchtenberg, vermählt wurde, zugewendet hatte, zur Heirath mit Stephanie durch politische Erwägungen gedrängt worden war, so blieb das Verhältniß des jungen Paares zunächst ein sehr kühles und St. hatte nicht nur mit der Abneigung ihres Gatten, sondern auch eines Theiles der badischen [96] Fürstenfamilie und des badischen Volkes zu rechnen. Es gelang aber der ebenso anmuthigen als geistreichen und tugendhaften Fürstin mit der Zeit alle gegen sie bestehenden Vorurtheile zu überwinden, und als nach dem Falle Napoleon’s der politische Rückhalt, den sie früher besessen, weggefallen war, zeigte sich, daß sie dessen nicht mehr bedurfte. Sie stand an der Seite ihres Gatten und in der Mitte der großherzoglichen Familie höher geehrt und geliebt als je vorher. In den Nothständen der Jahre 1816 und 1817 verstand Großherzogin St. auch sich die Liebe und Dankbarkeit des Volkes durch ihr thatkräftiges Eingreifen zur Linderung des herrschenden Elends zu erwerben. - Nach dem Tode des Großherzogs Karl (1818) verlegte Großherzogin St. ihren Wohnsitz nach Mannheim, wo sie das früher kurfürstliche Schloß bezog, das sie in den Sommermonaten mit Baden oder dem Landsitze Umkirch bei Freiburg vertauschte. Sie lebte der Erziehung ihrer Töchter und versammelte um sich einen erlesenen Kreis vornehmer und durch geistige Bedeutung hervorragender Personen, deren alles leitenden und belebenden Mittelpunkt sie bildete. Als sie die Freude erlebte, daß in Frankreich das Kaiserreich wieder errichtet und abermals ein Napoleon Kaiser der Franzosen wurde, nahm die Großherzogin St. zuweilen vorübergehend Aufenthalt in Paris oder Nizza, und in dieser Stadt ist sie während eines Wintersaufenthaltes im 71. Jahre gestorben. Die zwei Söhne, die sie ihrem Gemahl geschenkt, starben in zartester Kindheit. Von ihren Töchtern vermählte sich Luise mit dem Prinzen Gustav Wasa, Josephine mit dem Fürsten Karl Anton von Hohenzollern, Marie mit dem Herzog von Hamilton.