ADB:Struve, Adolf August

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Artikel „Struve, Friedrich Adolf August“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 36 (1893), S. 676–677, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Struve,_Adolf_August&oldid=- (Version vom 22. August 2019, 18:44 Uhr UTC)
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Struve: Friedrich Adolf August St., Arzt, bekannt als erster Darsteller künstlicher Mineralwässer, ist am 9. Mai 1781 als Sohn des Arztes Ernst Friedrich St. († 1805) zu Neustadt bei Stolpen geboren. Er begann 1799 das Studium der Heilkunde in Leipzig, das er in Halle 1802 beendigte, wo er mit der Abhandlung „De quibusdam theoriae respirationis capitibus prodromus sistens docimasiam pulmonum Plouquetianam“ promovirte. Nachdem [677] er in demselben Jahre noch zum Zweck seiner Vervollkommnung an Peter Frank’s Klinik in Wien sich aufgehalten hatte, etablirte er sich 1803 als Arzt in seiner Vaterstadt, übernahm zugleich die Leitung der dortigen Apotheke und nach seiner Verheirathung mit einer Nichte des Eigenthümers der Salomons-Apotheke in Dresden (1805) siedelte er hierher über und verwaltete die letztgenannte, indem er die ärztliche Praxis aufgab und sich ausschließlich technisch-naturwissenschaftlichen Arbeiten widmete. Infolge eines wiederholten Curaufenthalts in Karlsbad und Marienbad, wozu er sich nach einer 1808 bei der Darstellung der Blausäure erlittenen lebensgefährlichen Affection entschließen mußte, kam er auf den Gedanken, Mineralwässer künstlich auf chemischem Wege nachzubilden. Die praktische Ausführung dieses Gedankens gelang St. auch wirklich nach Jahre langem Bemühen. 1818 konnte die erste Mineralwasseranstalt in Dresden, gleich darauf eine solche in Leipzig eröffnet werden, 1823 eine dritte in Berlin gemeinschaftlich mit Dr. Soltmann. 1825 folgte eine vierte in England, das Royal German Spaa in Brighton unter Leitung von Dr. Swaine und später wurden ähnliche Anstalten in Königsberg, Warschau, Moskau, St. Petersburg, Kiew u. a. Städten errichtet, die alle durch Schüler von St. geleitet wurden. Auch war St. schriftstellerisch in bedeutendem Grade thätig. Wir führen von seinen Arbeiten an: „Ueber die Nachbildung der natürlichen Heilquellen“ (mit Vorrede von F. L. Kreysig, 2 Hefte, Dresden u. Leipzig 1824–26); „Remarks on an institution for the preparation and use of artificial mineral waters in Great Britain“ (London 1823); „Beschreibung zweier Vorrichtungen zu Dampfbädern“ (Dresden 1831); „Bemerkungen über einige gegen seine künstlichen Mineralwässer gemachte Einwürfe mit Anmerkungen und Anhang von C. W. Hufeland“ (Hufeland’s Journal 1829). Aus Struve’s, nach seinem am jahrelangen Blasenleiden am 29. September 1840 bei einer Besuchsreise in Berlin erfolgten Tode durch seinen Schwiegersohn Dr. Vetter veröffentlichten Nachlasse rühren noch einige Aufsätze her, welche in den von Vetter herausgegebenen Annalen der Struve’schen Brunnenanstalten (1841) publicirt wurden, nämlich: „Experimente über die Entstehung der Mineralwässer durch Auslaugung“; „Ueber den Wechsel der Bestandtheile der Mineralquellen“; „Ueber den Jod- und Bromgehalt verschiedener Mineralquellen“; „Ueber das Verhalten des kohlensauren Eisenoxyduls in versendeten Mineralwässern“. Nachzutragen ist noch, daß St. als Stadtverordneter in Dresden (seit 1833) sich um das Wohl der Stadt durch Verbesserung des Armenwesens, des Waisen- und Armenhauses verdient machte. – Seine praktischen Bestrebungen wurden wesentlich durch seinen Sohn Gustav Adolf St. (geboren am 11. Januar 1812 in Dresden) gefördert, der viel für die Verbreitung der künstlichen Mineralwässer that und für Gründung Struve’scher Mineralwasseranstalten in verschiedenen Städten sorgte, worin er nach seinem Rücktritt (1880) von seinem Sohn Oscar St. (geboren am 5. Juli 1838 in Dresden) abgelöst wurde.

Biogr. Lexikon hervorr. Aerzte V, 570. – Poggendorff, Biogr.-litterar. Handwörterbuch II, 1036.