ADB:Thierbach, Johann Gottlob

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Artikel „Thierbach, Johann Gottlob“ von Hugo Jentsch in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 38 (1894), S. 1–2, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Thierbach,_Johann_Gottlob&oldid=- (Version vom 26. Februar 2020, 11:08 Uhr UTC)
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Thierbach: Johann Gottlob Th., Archäolog und Schulmann, geboren am 8. August 1736 zu Meuselwitz in Altenburg, studirte Theologie und daneben mit Vorliebe Alterthumswissenschaft. 1762–63 arbeitete er in Dresden den ersten Theil der Erklärung zu Lippert’s Daktyliothek aus und trat wiederholt in kleinen Aufsätzen als Gegner von Chr. A. Klotz auf. Durch Ernesti wurde er dem Rathe zu Guben in der Niederlausitz empfohlen, kam 1764 als Conrector an das dortige Lyceum und rückte 1772 in das Rectorat auf. Die durch Fr. Nicolai’s Bemühungen ihm wiederholt eröffneten Aussichten auf einen weiteren Wirkungskreis in Berlin lockten ihn nicht aus seinem Stillleben. In der Arbeit für die Schule war er seiner Zeit voraus durch Heranziehung der [2] Archäologie bei Erklärung der alten Classiker, worüber er sich in den Programmabhandlungen aus den Jahren 1772 und 1779 aussprach. Ein anderer pädagogischer Versuch, die Wiederbelebung der alten Sitte der Schulcomödien (vgl. sein Programm vom Jahre 1770), erregte Befremden bei Berufsgenossen und bei der Aufsichtsbehörde, die an seiner Vertheidigung in einer Schulschrift („Ob der h. Hieronymus bei seinen nächtlichen Bußandachten die Lustspiele des Plautus mit gutem Gewissen hat lesen können?“ April 1771) noch mehr Anstoß nahm. Er starb am 10. August 1782. Seit 1768 war er Mitarbeiter für Alterthumskunde an der Nicolai’schen Allgemeinen Bibliothek der schönen Wissenschaften; 1770 gab er eine Erklärung des Petschaftes Michel Angelo’s heraus, 1777 eine Erläuterung des Mantuanischen Gefäßes zu Braunschweig.

Handschriftliches über ihn, namentlich ein Auszug seines Briefwechsels mit Fr. Nicolai, in der Gubener Gymnasialbibliothek.