ADB:Ulrich von Bamberg

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Artikel „Ulrich von Bamberg“ von Wilhelm Wattenbach in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 39 (1895), S. 244–245, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Ulrich_von_Bamberg&oldid=- (Version vom 21. Oktober 2019, 12:22 Uhr UTC)
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Ulrich (Udalrich) von Bamberg war, wie Dümmler gezeigt hat und nicht zu bezweifeln ist, ein Mitglied der dortigen Domgeistlichkeit, vermuthlich der am 7. Juli 1127 verstorbene Priester und Küster, dessen reiche Schenkungen an die Domkirche und das Kloster Michelsberg die Nekrologien rühmen. Einen Zögling der Bamberger Kirche nennt er sich selbst. Er war geschäftlich zu sehr in Anspruch genommen, um selbst als Schriftsteller zu glänzen (studiis nam raro vacavi), aber er legte den größten Werth auf die Ars dictandi, die Kunst der Composition in Prosa und Versen, die Dichtkunst, wie man damals noch, beides umfassend, sagte. Wie er nun selbst eine gute, deutliche Ausdrucksweise und einen gefälligen Versbau sich angeeignet hatte, so sammelte er zur Unterweisung Anderer eine Anzahl alter Schriften von Cicero u. A., vorzüglich den richtigen Tonfall und wohl tönende Ausgänge empfehlend in der metrischen Vorrede, der er eine zweite an seinen Freund Godeskalk folgen ließ. In ganz ähnlicher Absicht stellte er auch sein Hauptwerk zusammen, welches unter dem Namen des Codex Udalrici bekannt ist. Auch hier zwei, aber nur ganz kurze [245] Vorreden in Hexametern, die erste gerichtet an den Bischof Gebhard von Würzburg, dem er 1125 seine Arbeit darbringt. Eine theoretische Anleitung fehlt auch hier; auf einige metrische Stücke ohne Bedeutung folgen Beispiele angemessener Begrüßung in Briefen, dann aber eine große Sammlung hochwichtiger Urkunden und Briefe, die zum Theil aus dem Bamberger Archive entnommen mit Fleiß und Sorgfalt von ihm zusammengebracht und vorzüglich für die Geschichte des Investiturstreites sehr werthvoll sind. Wir sehen daraus, wie schönes Material unsere Chronisten unbenutzt gelassen haben. Für seinen Standpunkt aber sind es nur Muster für die Abfassung von Briefen und Urkunden, woraus sich manche Sorglosigkeit in der Ueberlieferung von Namen und Zahlen erklärt. Dann sind noch weitere sehr wichtige Schriftstücke bis 1134 hinzugefügt.

Erste kritische Ausgabe von Jaffé, Bibl. Rer. Germ. V. – Dümmler, im Neuen Archiv XIX, 222–227.