ADB:Weck, Anton

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Artikel „Weck, Anton“ von Georg Müller in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 371, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Weck,_Anton&oldid=- (Version vom 20. September 2019, 12:56 Uhr UTC)
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Weck: Anton W., kurfürstlich sächsischer Archivar und Verfasser einer Dresdener Chronik, war am 10. Januar 1623 zu Annaberg als Sohn eines Bürgers und Wollhändlers geboren. Nach dem verhängnißvollen Stadtbrande 1630 siedelten seine Eltern nach Chemnitz über, kehrten aber im Jahre darauf nach Annaberg zurück. Ursprünglich entschlossen, sich dem Studium zu widmen, wurde er durch die Noth des dreißigjährigen Krieges gezwungen, auf seinen Lieblingsplan zu verzichten. Er ging 1635 nach Dresden und wurde Schreiber, zunächst beim Protonotarius im Oberconsistorium, Luhn, der sich die Weiterbildung des begabten Knaben angelegen sein ließ, dann beim Oberhofprediger D. Hoë von Hoënegg und rückte 1641 in die kurfürstliche Hofkanzlei ein. Hier erlangte er 1648 das wichtige und einflußreiche ausländische Secretariat, sowie die Registratur beim alten Kanzleiarchive. 1662 wurde er mit dem geheimen Reichssecretariat unter Ernennung zum Rath betraut. Auch die oberlausitzischen Sachen hatte er zu erledigen. In seiner Stellung nahm er mehrfach an wichtigen diplomatischen Verhandlungen theil, begleitete den Kurfürsten zu den Reichstagen und wurde mit wichtigen Aufträgen 1660 und 1661 nach Wien, 1662 nach Gotha geschickt. Eine in Aussicht genommene sächsische Geschichte, deren Plan er 1671 dem Kurfürsten vorlegte, ist nicht zur Ausführung gelangt. Dagegen erschien 1680 seine Dresdener Chronik, an der er mehr als drei Jahrzehnte gearbeitet hatte: „Der churfürstlichen sächsischen weit berufenen Residenz und Haupt-Vestung Dresden Beschreibung und Vorstellung“ (Nürnberg 1680). Der stattliche Band enthält wesentlich mehr als der Titel verheißt. Neben eingehenden topographischen Angaben finden sich werthvolle Mittheilungen aus der Geschichte der sächsischen Fürsten mit besonderer Hervorhebung der Familienfestlichkeiten; auch die Culturgeschichte ist reich vertreten. Zahlreiche Urkunden sind beigefügt. W. war zwei Mal verheirathet; ein Sohn Johann Konrad wurde Rechtsanwalt in Dresden. Der kurfürstliche Geheimsecretär befand sich in guten Vermögensverhältnissen. Gegen seine Vaterstadt bewies er sich durch mehrere Stiftungen dankbar; die Kirche des Dresdener Bartholomäihospitals ließ er an den Brüstungen der Emporen 1663 mit Bildern aus der biblischen Geschichte schmücken. Infolge der Pest war W. 1680 mit dem Geheimrathscollegium nach Bautzen übergesiedelt; er starb hier am 21./11. September 1680.

Gautsch, Lebensbeschreibung des Dresdener Chronisten Anton Weck, in K. von Weber, Archiv f. d. Sächsische Geschichte. N. F. I. (Leipzig 1875), S. 349 ff. – Neues Archiv f. d. Sächsische Geschichte und Alterthumskunde. IV (Dresden 1883), S. 184 f. u. ö. (auch über den Sohn); XI (Dresden 1890), S. 160 f. – O. Richter, Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte der Stadt Dresden. Dresden 1891. III, 227.