Allgemeines Deutsches Kommersbuch:70

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
(Weitergeleitet von Abschied (1))
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 138, 139
<< Zurück Vorwärts >>
De Schauenburg Allgemeines Deutsches Kommersbuch 070.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

[138]

auf der gold=nen Frei=heit Wohl!

     2. Flur, wo wir als Knaben spielten, Ahnung künftger Thaten
fühlten, |: süßer Traum der Kinderjahre, kehr noch einmal uns zurück! :|

     3. Mädchen, die mit keuschen Trieben nur den braven Jüngling
lieben, nie der Tugend Reiz entstellen, sei ein schäumend Glas gebracht!

     4. Deutschlands Jünglingen zu Ehren will auch ich mein Gläschen
leeren, die für Ehr und Freiheit fechten; selbst ihr Fall sei heilig mir!

     5. Männern, die das Herz uns rühren, uns den Pfad der Weisheit
führen, deren Beispiel wir verehren, sei ein dreifach Hoch gebracht!

     6. Brüdern, die vor vielen Jahren unsres Bundes Glieder waren,
die der Bund stets liebt und ehret, sei ein schäumend Glas geweiht!

     7. Brüder, die, befreit von Kummer, ruhn den langen Grabes=
schlummer, weihn wir, der Erinnrung heilig, diese frohe Libation!

     8. Unterm Schatten heilger Linden werden wir uns wiederfinden,
wo sich Brüder froh umarmen in dem Hain Elysiums.

     9. Laßt uns scherzen, laßt uns küssen, eh wir zu den Vätern
müssen, laßt uns jubeln, laßt uns trinken, eh der Sensenmann uns winkt.

     10. Wenn ich deinen Kahn besteige, trauter Charon! o, so reiche
mir nochmals den Labebecher für den letzten Obulus!

     11. Weil uns noch die Gläser blinken, laßt sie nicht vergebens win=
ken, leert sie, Freunde! Schwenkt die Hüte auf der goldnen Freiheit Wohl.

Vor 1794.



          146.     Bundeslied.     (I. 130.)

     Weise des „Laßt uns mit geschlungnen Händen ec.“
     Feierlich langsam. W. A. Mozart. 1791.

     1. Brü=der, reicht die Hand zum Bun=de! Die=se
schö=ne Freundschafts=stun=de führ uns hin zu
lich=ten Höhn! Laßt, was ir=disch ist, ent=
[139] flie=hen; uns=rer Freundschaft Har=mo=nie=en dau=ern
e=wig fest und schön, dau=ern e=wig fest und schön.

     2. Preis und Dank dem Weltenmeister, der die Herzen, der die
Geister für ein ewig Wirken schuf! Licht und Recht und Tugend
schaffen durch der Wahrheit heilge Waffen, |: sei uns heiliger Beruf. :|

     3. Ihr, auf diesem Stern die Besten, Menschen all im Ost und
Westen, wie im Süden und im Nord: Wahrheit suchen, Tugend üben,
Gott und Menschen herzlich lieben, das sei unser Losungswort!

Vor 1826.


          147.     Abschied.     (III. 72.)

     Munter.

     1. Brü=der, sam=melt euch in Rei=hen um den schäumen=
den Po=kal, den wir hier der Frei=heit weihen bei der Freu=de
Be=cher=mahl! Al=le Brü=der sol=len le=ben,
die der Freundschafts=bund ver=eint; je=den soll ein
Hoch er=he=ben, der es red=lich mit uns meint!