Allgemeines Deutsches Kommersbuch:182

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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[362]

     2. Man hat mir nicht den Rock zerrissen, es wär auch schade für
das Kleid; noch in die Wange mich gebissen vor übergroßem Herzeleid.

     3. Auch keinem hat’s den Schlaf vertrieben, daß ich am Morgen
weiter geh; sie konnten’s halten nach Be=
lie=ben, von ei=ner a=ber thut mir’s weh, von
ei=ner a=ber thut mir’s weh.

Uhland. 1811.


          401.     Liebe und Wein.

     Weise von W. Sommer.

     1. So jemand baut ein neues Haus und baut zuerst den Söller,
da kommt niemals kein Sinn heraus; zuerst bau er den Keller! |: Stoßt
an, stoßt an, |: stoßt an, zuerst den Keller!

     2. Und wer zuerst ein Mädel freit, und denkt zu trinken künftig,
der hat es oft gar schwer bereut, der war im Bau nicht zünftig. Stoßt
an, denn wir sind zünftig!

     3. Doch habt ihr erst im Keller Wein, da macht euch keine
Sorgen! die Liebe kommt von selbst herein, ist’s heute nicht, ist’s
morgen. Stoßt an! Fort mit den Sorgen!

     4. Den Keller erst, das Dach hernach! das ist ein gut Gezimmer.
Im Keller Wein, und Lieb im Dach, und Lieb und Wein für immer!
Stoßt an, so sei’s für immer!

R. Reinick.


          402.     Abschied.     (I. 88.)

     Ruhig. Wenzel Müller. 1828.

     1. So leb denn wohl, du stil=les Haus! Ich zieh be=
trübt von dir hin=aus; ich zieh be=trübt und trau=rig
[363] fort, noch un=be=stimmt, an wel=chen Ort.

     2. So leb denn wohl, du schönes Land, in dem ich hohe Freude
fand; |:du zogst mich groß, du pflegtest mein, und nimmermehr ver=
geß ich dein. :|

     3. So lebt denn all, ihr Lieben, wohl, von denen ich jetzt scheiden
soll; und find ich draußen auch mein Glück, denk ich doch stets an euch
zurück.

Nach Ferd. Raimund. 1828.


          403.     Barbara von Rüdesheim.

     Singw.: Keinen Tropfen im Becher mehr ec.

     1. Streift in duftiger Vollmondsnacht durch des Rheinthals
Blütenpracht durstig ein Geselle, klopft an einer Schenke an: „He,
Frau Wirtin, aufgethan, |: laßt mich über die Schwelle!“ :|

     2. Klirrt im Haus ein Fensterlein und die Schenkin zart und
fein spricht: „Du kecker Geselle! Hier in tiefer, stiller Nacht wird bei
uns nicht aufgemacht, warte, bis es helle!“

     3. Spricht der Knabe: „Schenkin mein, sieh doch, wie der Voll=
mondschein tanzt auf Rheines Welle. Aber wo im Kämmerlein leuchtet
deiner Äuglein Schein, ist es immer helle.“

     4. Lacht die Schenkin leis und spricht: „In die Kammer kommst
du nicht, aber geh zum Garten. Bring für deines Durstes Pein
dir zur Laube kühlen Wein, sollst nicht lange warten!“

      5. Bringt die Maid das duftge Naß, aber nur ein einzges Glas
— lacht der junge Geselle: „Bringst du nur ein Glas allein, trinken
wir daraus zu zwein bei des Vollmonds Helle.“

     6. Liebe duftet aus dem Wein, Liebe strahlt der Mondenschein,
Liebe flüstert die Welle. Wechselnd von des Glases Rand, bald sich
Lipp an Lippe fand, Schenkin küßt der Geselle.

     7. Der dies neue Lied ersann, zog am Rhein als Wandersmann
durch der Mondnacht Helle, fand zu dieses Liedes Reim Barbara von
Rüdesheim, seligen Glückes Quelle.

Liebermann von Sonnenberg.


          404.     Rheinlied.     (IV. 130.)

     Munter Joh. Peters. *) [1]

     1. Strömt her=bei, ihr Völ=ker=scha=ren, zu des


  1. Mit Genehmigung von Herrn Karl Rühles Musikverlag in Leipzig.