Allgemeines Deutsches Kommersbuch:107

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 212, 213
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[212]

     6. Weib und Kinder an der Hand, freut ich mich des Lebens;
nützlich sein dem Vaterland, ward das Ziel des Strebens. Konnte
sich’s zum Paradies auch nicht ganz gestalten, Treue, die ich ihm er=
wies, hat’s mir doch gehalten. Vivat et respublica et qui illam regit!
Vivat nostra civitas, maecenatum caritas, quae nos hic protegit.


     7. Im lateinschen Liede sang heut ich alter Knabe meines Lebens
ganzen Gang von der Wieg zum Grabe; komme, wann du willst, Freund
Hein, mich zur Ruh zu bringen; doch, wie einst als Füchselein, will
der Greis noch singen: Pereat tristitia, pereant osores, pereat diabo-
lus, quivis antiburschius, atque irrisores!

Preisgedicht von Adolf Katsch. 1885.



          234.     O goldne Akademia.     (IV. 34.)

     Leicht. Otto Lob. 1896.

     1. Als noch Ar=ka=diens gold=ne Ta=ge mich jun=gen
Burschen an=ge=lacht, wie hab ich da in sü=ßem
Tau=mel die fro=hen Stunden hin=ge=bracht; leicht war mein
Herz und leicht mein Wech=sel, die gar zu bald da=von=ge=
rauscht! Und doch hätt ich mit kei=nem Für=sten in je=ner
Se=lig=keit getauscht; war selbst ein Fürst der Freu=de ja, o
[213] gold=ne A=ka=de=mi=a! War selbst ein Fürst der
Freu=de ja, o gold=ne A=ka=de=mi=a!

     2. Zwar thät mein Vater häufig schreiben: Mein Sohn, geh ins
Kollegium; doch oftmals wider meinen Willen bracht mich der Zufall
neckisch drum; bald galt’s ein Fäßchen anzustecken, bald lag ich draußen
auf Mensur! Die Lust am Zechen und am Pauken liegt in des Burschen
Frohnatur. |: Wer schilt das krasse Füchslein da? O goldne Akademia! :|

     3. Ging ich entlang die engen Gassen, aufs Haupt das Cerevis
gedrückt, hei, wie die schmucken Mädchen lachten, wenn freundlich ich
emporgenickt; den Weibern war ich wohlgewogen, als stets verliebter
Musensohn, gern hätt ich aller Herz besessen, doch eines war mein eigen
schon, des schönsten Mädchens, das ich sah, o goldne Akademia!

     4. Ach, pfeilschnell flogen die Semester, ein altes Haus nennt man
mich heut, nun hat auch mir auf meine Locken der Winter seinen Reif
gestreut; doch nimmer will ich dich vergessen, der holden Freiheit Para=
dies, die schönste Zeit in meinem Leben, da ich noch flotter Bursche
hieß; stets bleib ich dir im Geiste nah, o goldne Akademia!

G. H. Schneideck.



          235.     Lied des Trompeters von Säckingen.     (I. 162.)

     Mäßig. Zimmermann. 1861.

     1. Alt=hei=del=berg, du fei=ne, du
Stadt an Eh=ren reich, am Nek=kar und am
Rhei=ne kein and=re kommt dir gleich,