Allgemeines Deutsches Kommersbuch:125

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 248, 249
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[248]

     2. Ich bin ein lustiger Student, potzhimmeltausend Sapperment,
was kümmern mich die Bücher? Sankt Paulus, Plato, Papinian, wie
habt ihr doch die Zeit verthan: in Jena sind wir klüger.

     3. Ich bin ein lustiger Student, potzhimmeltausend Sapperment!
was kümmert mich das Wasser? Für Manichäer ist es gut, doch
nicht für akademisch Blut, das Bier ist zehnmal nasser.

     4. Ich bin ein lustiger Student, potzhimmeltausend Sapperment!
was kümmern mich die Reben? Ich lobe mir den Gerstensaft, er
giebt den Lenden Mut und Kraft, das Bier, das Bier soll leben!


          278.     Leichter Sinn.     (III. 71.)

     Munter. L. Spohr. 1818.

     1. Ich hab mein Sach auf nichts gestellt, juch=he! drum
ist so wohl mir in der Welt; juch=he! und wer will mein Kame=
ra=de sein, der sto=ße mit mir an, der stim=me mit ein bei
die=ser Nei=ge Wein!

     2. Ich stellt mein Sach auf Geld und Gut; juchhe! darüber ver=
lor ich Freud und Mut, o weh! Die Münze rollte hier und dort, und
hascht ich sie an einem Ort, am andern war sie fort!

     3. Auf Weiber stellt ich nun mein Sach; juchhe! daher kam mir
viel Ungemach, o weh! Die Falsche sucht sich ein ander Teil, die Treue
macht mir Langweil, die Beste war nicht feil.

     4. Ich stellt mein Sach auf Reis’ und Fahrt; juchhe! Und ließ
mein Vaterlandesart, o weh! und mir behagt es nirgends recht, die
Kost war fremd, das Bett war schlecht: niemand verstand mich recht.

[249]

     5. Ich stellt mein Sach auf Ruhm und Ehr; juchhe! und sieh,
gleich hatt ein andrer mehr, o weh! Wie ich mich hatt hervorgethan,
da sahen die Leute scheel mich an, hatt keinem recht gethan.

     6. Ich setzt mein Sach auf Kampf und Krieg; juchhe! und uns
gelang so mancher Sieg, juchhe! Wir zogen in Feindes Land hinein,
dem Freunde sollt’s nicht viel besser sein, und ich verlor ein Bein.

     7. Nun hab ich mein Sach auf nichts gestellt; juchhe! und mein
gehört die ganze Welt, juchhe! Zu Ende geht nun Sang und Schmaus,
nur trinkt mir alle Neigen aus; die letzte muß heraus!

Goethe. 1806.


          279.     Altes Studentenlied.     (II. 6.)

     Heiter. C. M. v. Weber. 1821.

     1. Ich lo=be mir das Burs=chen=le=ben, ein je=der lobt
     der Freiheit hab ich mich er=ge=ben, sie bleibt mein bes=

sich sei=nen Stand;
tes Un=ter=pfand.      Studenten sind fi=de=le Brüder, kein

Un=fall schlägt sie ganz dar=nie=der, dar=nie===der.

     2. Die Hirschen, Hasen und Studenten erleiden gleiches Ungemach,
denn jenen jagen Jäger, Hunde, und diesen die Philister nach. Stu=
denten sind fidele Brüder, kein Unfall schlägt sie ganz |: darnieder. :|

     3. Brav Gelder muß der Vater schicken, wenn der Herr Sohn
studieren soll, den Beutel mit Dukaten spicken, nur dann gerät das
Söhnlein wohl. Studenten ec.

     4. Die Mühlen können nichts erwerben, sobald das Wasser sie
nicht treibt, so muß denn auch der Bursch verderben, wenn ihm der
Wechsel außen bleibt. Studenten ec.

     5. Und hat der Bursch kein Geld im Beutel, so pumpt er die
Philister an und spricht: Es ist doch alles eitel, vom Burschen bis
zum Bettelmann. Studenten ec.