Andreasbergishe priuilegium Anno 1595

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Autor: Philipp II. (Braunschweig-Grubenhagen)
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Titel: Andreasbergishe priuilegium Anno 1595
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Entstehungsdatum: 4. Oktober 1595
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Erscheinungsort: Herzogtum Braunschweig-Lüneburg
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[1]
Andreasbergische priuilegium


Anno
1595

[2] Von Gottes gnaden Wir Philips[1] Hertzog zu Braunschweig undt Lünenburgk. Urkunden und bekennen hiemit. Demnach durch Weÿlandt des [...]gebornen Fursten hern Wulffgangs[2] herzogen zu Braunschweig und Lunenburgk, Unsers vielgeliebttenn heren Brudern, Christnulter gedechtnus, Thödtlichem abgang [Sr. Lch.][3] Furstenthumb sowoll die Graffschaft Lutterbergk[4], unnd alsho die ganze uollige Regirunge auff uns uerstammet, und dam unsere underthanen unser Freÿenn Bergkstatt Sanct Andreas bergk[5] unnd Confirmation Ihrer Priuilegien So sie uon weÿlant den wolgebornen Fursten zu Honstein, hernn Heinrichen[6] und hernn Ernstenn[7] seligen gedechtnus Anno ein tausent funfhundert ein und Zwanzigk[8] erlangt, undt bishero in geruhiglichem gebrauch unndt besiz gehabt, undethenig beÿ unsangehaltenn welche von wortt zu wortt ahzo lautet wie hernach folget

Wir Heinrich[6] unndt Ernst[7] gebrudere Grauen uon Honstein, heren zu Lohra unndt Klettenburgk, bekennen uor uns und die wolgebornen Unser freundtliche lieben gebruder, Erbenn und Erbnehmenn, Undt Thunn offentlich gegen Menniglich wißenn, Nachdem sich durch gnade Gottes Bergwerk auff Silber und ander Metall in unßer herschaft Honstein und Lutterbergk ereuget, welche Bergwerge wir mit aller befreÿunge, wie Bergwergs recht unnd gewohnheit ist, unnd ein Jedes freÿes Bergkwerg haben soll, begnadet und begabt habenn, wollenn auch dieße hiernach beschriebenn sonderliche Freÿheitenn, hiemit Zu gesagt unnd gegebenn haben, Allenn und Jedenn Gewereken so sich ann allenn orttenn wo es einem Jedenn gefelligk , einlegenn, Bergkwerg suchen, unndt bawen, unnd sich des gebrauchenn werdenn, das sie sich auss unserenn Wälden, Zu aller Ihrer notturft Schacht holz, bawholz, Zu bawen Schechte, Huttenn Mühlen Puchwerge Röste holz Nuhn und Zu Ewigenn gezeitenn, Auch Börnn holz[9], treibholz. Wohnheußer, die weill dieße Bergkwerge bestendig unnd ganghafftigk, Auch Kohlholz Zehenn Jahrlang nach dato, freÿ ohn allenn Forst Zinß Zu hohlende, unnd gebrauchenn mugen, In allen unßern gehöllzen wo Ihnenn das bequemlich, Alß sie des Zu genanter und andern notturfft bedurffenn werdenn, doch nichts Davon zuuerkeuffenn, Sie sollenn auch machtt habenn Schenekstett Zu wehlen, und Lragen, Schenekheußer, Brawheußer und Wonheußer Scheunen undt Stellen Nach Ihrer Notturfft Zu bawen unndt affzurichttenn, Allerleÿ bier und Wein, wo sie das Zu bekommenn wißenn, Nach Ihrem gefallenn Zu keuffenn, Zu sich bringenn unnd ohne alles ungelt freÿ Scheneken, und uontreiben mugenn, Desgleichenn auch alle andere gewerbe und hantierung nichts außgeschloßenn, Waß einem Jeden Zu enthaltung seiner Nahrunge, unndt fur gemeinenn Nuz dienende, Zu gebreucheng weiß, soll einem Jedenn ohn alle beschwerung freÿ uergunst und Zu gelaßenn sein, Auch alles das dem Bergkwerge Zu Notturfft und guete Zu gefurt Zugetriebenn oder getragenn wurde, solchs soweit sich unßßere herrschafft erstreeket, soll alles wege geldes, Zols und gleidts, Zu Ewigen gezeitenn, gefreÿet sein, Es soll nun auch alle die sich wesentlich darhin wendenn, und niederlaßenn, oder sonsten die Bergkwerge bawenn werdenn, und schuldt die darselbst nicht gemachtt, mit keiner gerichts hulffe Zur bezahlung gezwungenn, geengstet, auch nicht auffgehaltenn oder gehemmet werdenn, Es soll einem Jedenn auff solche unßere Bergkwerge alle notturfft Zutragen, Zutreibenn Zufuhhren unndt bringen, und dahrzuuortreibenn, freÿ uergunst und Zu gelaßen sein, auch fur Iedermenniglichen, freÿ sicher und unuorhundert Pleibenn, Auch sollenn dieselbigenn so dem Bergkwereke Zu gute Notturfft Zu fuhrenn, treiben undt tragenn werden, fur aller gewaldt geschutz werden, Undt ob Gott der Allmechtige /: Wie Zuuerhoffenn :/ durch seine milde Gottliche gnade, das Bergkwerg fundig machen, das mann Erz treffe und erbawen wurde, So wollenn wir gudtwillig nachlaßenn undt bewilligen, das sie uns uon gemachtem Silber, dreÿ Jahrlang nicht mehr, denn die Funffzehende Marck Silbers in unsßere Zehentkammern, die wir dazu uerordnenn wollenn, Zum Zehenten reichenn und geben sollen, Da entgegenn wollenn wir Ihren den funfzehenden Pfennigk Huttennsteur wiederstatten unndt Innelaßenn, desgleichenn uon allenn anderenn Metallenn so sie uon Kupffer, Zien, Bleÿ und andern machenn werdenn, sollen sie allezeit die Dreÿ Jahrlang den funfzehenden Pfennig dauon Zu gebenn und reichenn, und den funfzehendenn Pfennig Huttensteuer gewerttig sein, Undt alles Silbers, Kupffer, Zien, Bleÿ od aner Metall so sie machen, sollenn und mugen sie macht habenn, und gewaldt, so sie uns, wie abenn berurt, unsern gebuhrendenn theill die funfzehende Zum Zehenten entrichttenn und geben, Zuuorfuhrenn und Zuuortreibenn, wo sie wollenn nach eines Jedern guetduncken und gefallen, uon uns und menniglichen unuorhindert, funf Jahrlang und nach außgang der funf Jahren, soll alle Geldt und Silber in unsern Zehntenn geantrworttet werden, Und die Marck uon uns wie Im Furstenthumb Zu Sachsenn beschiehet, so hoch bezahlet werden, mit Hohnsteinischer und Lantweriger Munz, Auch Northausichgewichttes gegebenn werden, Es soll auch nach uberantworttung des geldes od Silbers die bezahlung mit angezeigter Munz uon Gewerckenn od Ihrenn Factorn binnen vierzehenn tagen nach uberantwortunge, bezahlet werden, Unndt wo denn Gewerckenn in bemeltenn uierzehenn tagenn uorlegung uonnöten, soll Ihnenn auch Zur notturfft aus unseren Zehenden gereichet werdenn, Wo auch uf unseren Bergkwerge Kupffer gemacht, welches unter dreÿsig Lothen Silbers haltenn, wurde, Sollenn die Gewerckenn die Kupffer auserhalben unser herrschafft macht haben zuuorkauffen, So auch gott gnade wurde geben, daß sich Bergkleute in unßer herrschafft seßhafftig wurdenn niederlaßenn, undt bawen, es seÿ Zu Lauterbergk[4] oder ahn einem gelegenen ortt, des Bergkwergs. So wollenn wir Ihnenn Zu auffnehmunge, Mehrung und erhaltung gemeines Nuzes unnd friedes alle Erbe unndt burgerliche gerichte auß gnadenn Zugestellet habenn, Unndt das sie unter sich, Burgermeister Richter und Rath zuerwehlen machtt haben, Doch Daß sie uon uns Confirmirt unnd bestettiget werden, Wir stellenn auch den Rathe und gerichtte Zu, auß gnadenn, alle Erbgerechttigkeit ahn Brawheußernn, Fleischbencken, Salzkastenn, Badestuben, Muhlenn und Brett Muhlen, Daß sie Die Zu bawen, und gemeinen nuz Zu guete alle Zeit gebrauchenn mugen, Wir uerordnenn auch hiemitt unndt laßenn Zu, Alle Sonnabent einenn freÿenn Wochenmarck auch sonstenn alle tage, außgeschloßenn den Heÿligen Sonntagk, unnd sonsten aller hohe Festage unnd Feÿrtage daselbst Zu Lauterbergk[4] oder wo eine Freÿe Bergkstatt in unßeren Herschafft erbawet wurde, Zu halten, das alle die Jenigenn, so dahin Kuchenn Speiße, Brott, Butter, Kese fleisch Rinder Schweine, Schöpße[10] und alle andere notturfft dem Bergkwerge Zufuhren, treiben tragenn und bringenn, nichts außgeschloßenn, soll auch alles geleÿtes Zols, Stattgeldes Zu geben befreÿet sein, So auch die einwohner daselbst Zu Lutterberge oder in einer Freÿenn andern Bergstatt in unßer herrschafft, die sich dahin niederlaßenn, Eckernn wiesenn gartenn Reumenn, hawenn unnd machenn werdenn, Soll Ihnen Izige bemelte befreÿheitt ewig zugestellet sein, Ichtes Dauon Zu geben, auch alle uerbethe. frohne und hoffedeinste Zu thunen befreÿett sein, Was sie aber uon anderenn unßeren underthanen uon Erbschafftenn und dergleichen keuffenn, und ahn sich bringenn wurden, Solllenn sie die Zinße und Pfilichtten so drauff gestandenn, wie Ihre uerkeuffer gethan, Zugebenn und thun, auch schuldig sein, Wirwollenn auch auß gnedigen willennn Zu unnd nach gelaßenn haben, Haßellhuner[11] und uögell[12] nach Ihrem gefallenn Zufangen macht haben, unnd Hasenn so weit sich der Lauterbergische flur erstreckett, wie sie mogenn nach gelaßenn haben, aber grob Fedder wilprädt, Rehe unnd heubttwildt Zu fahrenn, soll sich ein Jeder enthalttenn, Wir laßenn auch nach die Speerlutter[13] uber dem Steige nach dem uogell gesange[14], unnd die Breitenbach[15] dem Bergwerge freÿ Zu fischenn, unnd alle andern unßer Waßer Zuuormeidenn, unnd was gefangenn unnd gefischet, Auß unßer Herschafft nicht zutragenn, Zuuorkeuffenn oder Zuwerdenn, Deßgleichen Hasenn und uogell Zuuorkeuffenn, auch uerbottenn wollenn haben, Wir wollennn uns auch uor unß, unßere Erben, nun unnd Zu ewigen gezeitenn, Aller Hutten und huttenstede auch aller schlacken unnd halde so Izt eindt oder kunfftig gemacht werdenn, In krafft dießes briues, als weit unßer herschafft uon Ziehenn, ganz und gahr abgesagt habenn, Und dem frembdenn Mann, Zu gleich den Einwohnern, neben andern unßern und underthanen Zu gleich und rechtte fur menniglich schuzen unndt hanthabenn, Wir gebenn auch hiemrmit allenn und jedem, die sich auff unßen Bergkwerge heußlich oder sonsten niederlaßenn werdenn, einenn freÿen Zu unndt abzugk, mit allen und jeden Ihrenn gueternn, Ewigenn gezeitenn, Unndt dieweill eine gemeine Bergkordnunge muß begriffenn und auffgerichttet werdenn, Sollenn und wollenn wir die mit Rathe wißenn unnd willennn rechts unnd gerichts Zu bequemer Zeit nach gelegenheit dießes Bergkwergs ahnstellen, Unnd was hierin nicht ist ausgetrucket, Wollenn wir Zur Notturfft unndaufwachßunge oder Zu nehmunge, mehrung des Bergkwegs in kunfftiger Zeit mit gebuhrlicher und Ziemblicher Bergkordnunge wie Izt bemelt, Zustellen und Zumehren, uns uorbehalttenn haben, Zu mehren glaubenn Stetter undt uester halttunge haben wir ahngezeigtten Graffenn und hernn, unßer ahngeborn Sÿgill des wir in ambttgebraauchenn, uor uns unßere Erben und Erbnehmen, hieruntenn ahnthuen hangen, Der gegeben ist Nach Christi unßers hernn geburtt Zu ein Taußent funfhundert undtein undt Zwanzigsten Jahr, Sontags Nach Viti[16]

Weill wir hochermelter Furst Dann Ihrenn underthenigenn suchenn in gnadenn stattgegeben, Als Confirmiren unndt bestettigenn wir hirmit unndt in Krafft dießes unßers brieffes, gedachtte unßer freÿenn Bergstatt Priuiligia. So sie Derenn biß dato in geruiglichem besiz unnd gebrauch gehabtt unnd hehrbrachtt, unnd weiter nichtt wie solchs ahm krefftigsten unndt bestendigstenn geschehenn solte konte od mugtte Zu urkunt haben wir obgemelter Furst, ahn dießen brieff unßer Furstlich Ingesigell wißentlich hengenn laßen, Geschehen unnd gebenn Nach Christi unßers hernn geburtt im Funffzehenn hundert unnd funf und Neunzigsten Jahre, den Viertenn Monats tagk Octobris[17]


Anmerkungen Wikisource
  1. Philipp II. (Braunschweig-Grubenhagen)
  2. Wolfgang (Braunschweig-Grubenhagen)
  3. ?
  4. a b c Lauterberg im Harz
  5. Sankt Andreasberg
  6. a b Heinrich XII. von Hohnstein, Herr in Klettenberg, Verweser des Eichsfeldes
  7. a b Ernst V. von Hohnstein, Herr in Klettenberg und Lohra
  8. Bergfreiheiten von 1521
  9. Brennholz
  10. Schafe
  11. Haselhühner
  12. Vögel
  13. Sperrlutter
  14. Auf dem Vogelsang
  15. Breitenbeek
  16. 3. Juli 1521jul.
  17. 4. Oktober 1595greg.