Arabische Schule in Algier

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Titel: Arabische Schule in Algier
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 290–291
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1899
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[261]
Die Gartenlaube (1899) b 0261.jpg

Arabische Schule in Algier.
Nach einer Photographie von A. Leroux in Algier.

[290] Arabische Schule in Algier. (Zu dem Bilde S. 261.) Die Araber sind nicht nur durch ihre Waffenthaten berühmt geworden; die Namen ihrer Weisen sind ehrenvoll auch in der Geschichte der Wissenschaften verzeichnet, und die arabischen Hochschulen oder Medressen standen jahrhundertelang in Westasien und Nordafrika in nicht geringem Ansehen. Aber in den Moscheen, die den Sitz dieser Hochschulen noch heute bilden, versammelten sich seit jeher nur begabte, zum Denken

[291] und Sinnen über den Koran besonders veranlagte Jünger. Mit den Volksschulen war es, wo der Araber herrschte, immer schlecht bestellt. Der Wüstennomade kannte sie überhaupt nicht, und die Araber in den Städten ließen ihre Knaben durch irgend einen gelehrten Mann im Lesen des Koran unterrichten; dieses Lesenlernen bestand jedoch vielfach nur im Auswendiglernen der heiligen Bücher und nur wenige Lehrer brachten ihrem Schüler außer wirklichem Lesen noch gar die Kunst zu schreiben bei. – Heute, wo die Araber mehr und mehr mit der europäischen Kultur in Berührung gekommen sind, ist in dieser Hinsicht allmählich eine Wandlung eingetreten. Arabische Elementarschulen werden immer zahlreicher und der Unterricht in ihnen besser. Eine solche Elementarschule in Algier führt uns unser Bild vor. Auf Palmenmatten sitzen in der geräumigen Halle der Lehrer und seine Schüler. Der Koran bildet auch hier den wichtigsten Unterrichtsgegenstand. Manche Dinge in dieser Schule, wie die Wandtafel, der Gasleuchter und auch die Anzüge einiger Knaben, gemahnen an die Fortschritte der Neuzeit.
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