Allgemeines Deutsches Kommersbuch:67

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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     2. Göttergabe sind die Stunden. Lebe! lautet ihr Geheiß, wenn
zum Guten schön verbunden sich ein froher Kreis gefunden, froh und
gut wie dieser Kreis ec.

     3. Wär er morgen auch zerstoben, sind wir heute doch vereint.
Möge jeder drum erhoben gern die gute Stunde loben, die uns noch
so freundlich scheint.

Karl Schönhardt.


          138.     Deutsche Jugend im neuen Reiche.

     Singw.: Der Gott, der Eisen wachsen ließ ec.

     1. Auf, Brüder, laßt in froher Lust die vollen Gläser klingen,
laßt hell das Lied aus eurer Brust sich auf zum Himmel schwingen!
Die Freude winkt, von dannen ziehn die Sorgen und die Schmerzen,
und der Begeistrung Flammen glühn empor in unsren Herzen.

     2. Das erste Glas dem Vaterland, dem Kaiser soll es klingen!
Der alten deutschen Treue Band laßt uns aufs neue schlingen! Heil,
Kaiser, dir im Siegerkranz! Wie strahlt dein Ruhm so prächtig! Du
schufst im blutgen Waffentanz ein Deutschland stark und mächtig.

     3. Steig auf zur Sonne, Kaiseraar, vom Horst der deutschen Eiche;
halt fern der trotzgen Feinde Schar vom jungen Deutschen Reiche!
Und mögen auch die Wetter dräun und tobend ringsum stürmen: wir
setzen unser Leben ein, das Vaterland zu schirmen.

     4. Das zweite Glas den deutschen Fraun, der deutschen Minne, —
Brüder, stoßt an! Durch alle deutschen Gaun, da hall es donnernd
wieder! Den deutschen Fraun, die hold und rein nach allem Hohen
streben, die Blumenduft und Sonnenschein in unser Dasein weben.

     5. Dem deutschen Lied das dritte bringt, dem Lied von goldnem
Klange, das jubelnd auf zum Himmel klingt in ungestümem Drange;
dem Liede, das ein göttlich Wort in unsrer Brust entzündet, das nah
und fern, von Ort zu Ort, die Herzen eint und bindet.

     6. So nimm ihn an, o Vaterland, den heilgen Schwur aufs
neue! Wir knüpfen fest das alte Band in deutscher Lieb und Treue.
Für das, was heilig, groß und schön, für Glauben, Ehr und Tugend
wird bis zum letzten Hauche stehn allewig die deutsche Jugend.

H. Rhode. 1882.


          139.     Freiheit, Recht und Biederkeit.     (III. 129.)

     Ruhig.

     1. Auf ihr Brü=der, sin=get Lie=der auf der gold=nen
     Je=dem tön’s im Her=zen wie=der, was der Mund jetzt

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Frei=heit Wohl!
sin=gen soll.       Auf und singt: Wer Frei=heit eh=ret,
Recht und Bie=der=keit uns leh=ret, le=be, le=be
drei=mal hoch! le=be, le=be drei=mal hoch!

     2. Fern vom heimatlichen Herde, an de- — kühlem Strand,
wo man Brudersinn uns lehrte, wo uns Freundschaft fest verband:
hier entflamm uns der Gedanke, daß — —ias Mut nie wanke, |: dieser
oft geprüfte Mut! :|

     3. Ja, so lange wahrer Adel unsre Herzen noch entzückt, und so
lange noch kein Tadel der gekränkten Ehr uns drückt, sterb ich gern
für euch, ihr Freunde, schlage mutvoll eure Feinde, wie sie einstens
Hermann schlug.

     4. Flieht, ihr Brüder, wo die Schande der Verbindung Siegel ist,
wo man treue Freundschaftsbande und ein Bruderherz vermißt! Möchte
doch von — —ias Söhnen keiner je der Falschheit frönen, keiner
je ein Feiger sein!

J. C. F. Haug. Um 1800.


          140.     Deutsches Vaterlands=und Trinklied.     (III. 95.)

     Kräftig. 1791.

     1. Auf, ihr mei=ne deut=schen Brüder, fei=ern wollen
wir die Nacht; schal=len sol=len fro=he Lie=der,