Allgemeines Deutsches Kommersbuch:5

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Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
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[8]           8.     Teuts Söhne.     (II. 54.)

     Gemütlich. Vor 1817.

     1. Auf, sin=get und trin=ket den köst=li=chen Trank! Auf,
sin=get und brin=get der Freud eu=ren Dank! Trinkt, vornehme
Sün=der, aus Gold eu=ren Wein, wir freun uns nicht
min=der beim Bierkrug von Stein: Ju=vi=va=le=ral=le=ral=le=
ra! beim Bierkrug von Stein.
 
     2. Aus goldnen Pokalen trank Rom seinen Wein, bei festlichen
Mahlen des Siegs sich zu freun, der Deutsche der Gerste weit edleren
Saft, war dafür der erste an Mut und an Kraft. Juvivallera ec.

     3. Noch schnarchten Roms Krieger, besieget vom Wein, noch
wähnten sie Sieger der Deutschen zu sein, da stürmten wie Wetter,
wie Wirbel im Meer, des Vaterlands Retter, Teuts Söhne, daher.
Juvivallera ec.

     4. Im Osten erblinkte der Morgenstern schön, sein Flammen, es
winkte, ins Schlachtfeld zu gehn: da schwangen die Mannen im fürst=
lichen Rat ihr Trinkhorn zusammen der trefflichen That. Juvivallera ec.

     5. Vom Schlachtfeld erschallte das Jammergeschrei, und Römer=
blut wallte in Strömen herbei; da hatten Roms Krieger den blutigen
Lohn, und Hermann, der Sieger, zog jubelnd davon. Juvivallera ec.

     6. Da konnte Roms Kaiser des Siegs sich nicht freun, er weinte
sich heiser und klagte beim Wein; doch höher nun schwangen die Mannen
in Fried ihr Trinkhorn und sangen der Freiheit ein Lied. Juvivallera ec.

Seit 1808 bekannt.


[9]           9.     Die Wiederkehr in das Vaterland.     (II. 74.)

     Gemächlich. Himmel.

     1. Bist du das Land, wo=hin mich Sehnsucht zieht? die
gold=ne Flur, die einst um mich ge=glüht? die fer=ne
mich in Träumen hold umschwebt, mit neu=er Kraft den
Sin=ken=den be=lebt? Bist du das Land? Bist du das
Land? Ge=grüßt, ge=grüßt sei mir, o Va=ter=land!
 
     2. Bist du die Stadt, am kleinen Strom gebaut, nach der mein
Blick voll Wehmut oft geschaut? wo mich der Lenz der Kindheit einst
umfing und heiß mein Herz am jungen Leben hing? |: Bist du die
Stadt? :| Zu dir, zu dir komm ich, o Vaterstadt!

     3. Bist du das Haus, wo meine Wiege stand, wo ich den Schmerz
des Lebens nie empfand? wo mir voll Glanz die fernste Zukunft
schien, die Welt ein Pfad, wo ewge Freuden blühn? Bist du das
Haus? O nimm mich auf noch einmal, Vaterhaus!

     4. Seid ihr die Aun, bist du das stille Thal, die ich durchwallt
im roten Abendstrahl? wo meinen Geist begrenzt der Ferne Flor und
sich mein Blick im weiten Blau verlor? Seid ihr die Aun? Empfangt,
empfangt mich wieder, Heimatsaun!

     5. Dürft ich hier ruhn von meiner Irrfahrt Lauf, dann schwieg
der Sturm, der Morgen schlöss sich auf, dem kleinen Strom gäb ich
den Wanderstab, und Freundes Arme führten mich ans Grab, ans
stille Grab; zur Väterschar stieg ich dann froh hinab!