Aufruf an das lettische Volk (1941)

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Textdaten
Autor: Hinrich Lohse
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Titel: Aufruf!
Untertitel: An das lettische Volk!
aus: Tēvija vom 8. August 1941, S. 1
Herausgeber:
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Entstehungsdatum: 28. Juli 1941
Erscheinungsdatum: 8. August 1941
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Erscheinungsort: Riga
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Quelle: lnb.lv (Faksimile)
Kurzbeschreibung: Aufruf anlässlich der Ernennung Lohses zum „Reichskommissar für das Ostland“ zu Beginn des Zweiten Weltkriegs.
Der Aufruf wurde in deutsch und lettisch veröffentlicht.
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Aufruf des Reichskommissars Hinrich Lohse an die Letten vom 28. Juli 1941 (veröffentlicht in der lettischen nationalistischen Zeitung Tēvija[1] vom 8. August 1941, Seite 1)



Aufruf!

Letten! Durch Erlass vom 17. Juli 1941 hat mich der Führer des Grossdeutschen Reiches ADOLF HITLER zum „Reichskommissar für das Ostland“ ernannt. In dieses Gebiet ist auch der ehemalige Freistaat Lettland eingeschlossen.

Ebenso hat der Führer mit Erlass vom gleichen Tage für das Gebiet des ehemaligen Freistaates Lettland Herrn Staatsrat Oberbürgermeister Dr. DRECHSLER[2] als Generalkommissar eingesetzt. Generalkommissar Dr. Drechsler ist mir als dem Vertreter der Reichsregierung für das Reichskommissariat Ostland für die Durchführung aller Erlasse und Verordnungen der Reichsregierung bzw. meiner eigenen in Lettland verantwortlich. Seinen eigenen Erlassen und Verordnungen innerhalb dieses Gebietes ist in jedem Fall ebenso Folge zu leisten.

Ich richte zunächst an die Bevölkerung der Gebiete südlich der Düna bis einschliesslich der Grenzen des ehemaligen Freistaates Litauen die Aufforderung, sich der mir gestellten Aufgabe, Ordnung und Arbeit in diesen Gebieten wieder herzustellen, mit aller Kraft und geschlossen zur Verfügung zu stellen.

Der Bolschewismus bedrohte ganz Europa. Er war auf dem Marsch, Deutschland zu überfallen, er hat auch Euch furchtbarste Wunden geschlagen. Wenn dieser Weltfeind noch einige Jahre bei Euch gehaust hätte, dann wäre Euch von Eurem Gut und Eurem Volke nichts übriggeblieben. Die Bolschewistenführer hätten Euch nach Sibirien verschleppt, Euch ausgeraubt und ermordet. Mit dem Einsatz ihres Blutes hat die Wehrmacht des deutschen Volkes den bolschewistischen Weltfeind niedergeschlagen, jeder wird daher begreifen, dass dieses deutsche Volk jetzt damit die Pflicht und das Recht übernommen hat, die Verhältnisse so zu gestalten, dass niemals mehr eine ähnliche Gefahr die Traditionen der Völker Europas, ja ihr ganzes Dasein erneut bedrohen kann.

Jene, die Euch in den letzten zwanzig Jahren so viel Freiheit versprochen hatten, glaubten, in dem Ausspielen zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich ihre Politik betreiben zu müssen. In dem Augenblick aber, als das Deutsche Reich, angesichts eines englischen Überfalls, auf bestimmte Gebiete im Osten als seine Interessensphären verzichtete, da zeigte sich diese für Euch alle verhängnisvolle Haltung in ihrer wahren Gestalt. Die Sowjetunion konnte Euch widerstandslos überfallen.

Trotz allem, was dem Deutschtum an Schaden zugefügt wurde und was an Angriffen gegen das nationalsozialistische Deutsche Reich geschehen ist, wird die Reichsregierung sich im Interesse Eurer Wohlfahrt bemühen, Euch Arbeit, Brot und fortschreitende Entwicklung zu sichern. Jedoch muss die deutsche Verwaltung fordern, dass ihre Anordnungen unbedingt befolgt werden, denn sie dienen nur diesem einen Ziel: der Sicherheit des Landes und der Sicherstellung Eures Lebens. Die deutsche Verwaltung wird Eure Vertreter in den Gemeinden und Städten zur Mitarbeit heranziehen. Sie wird nötigenfalls Vertrauensmänner aus Eurem Volk bestellen, durch die Eure Wünsche dem Reichskommissar, dem Generalkommissar und den Gebietskommissaren übergeben werden können, und sie wird Euch Schutzorgane bilden lassen für die Sicherheit Eurer ganzen Arbeit und Eures Lebens.

Ich erwarte, dass die ganze Bevölkerung meinen Anweisungen Folge leisten wird, um die schweren Wunden zu heilen, die der bolschewistische Weltfeind auch Euch geschlagen hat. Erst dann wird in Zukunft wieder Kultur und Wohlfahrt erstehen, erst dann werdet Ihr alle in Frieden leben können. Das Deutsche Reich gibt Euch die Möglichkeit dazu. Es liegt jetzt an Euch, diese Möglichkeit auszunutzen.

Kauen[3], den 28. Juli 1941.


Anmerkungen (Wikisource)

Zur Sache siehe Uwe Danker, Der Judenmord im Reichskommissariat Ostland.

  1. lettisch: Tēvija, deutsch:Vaterland
  2. Otto-Heinrich Drechsler
  3. frühere deutsche Bezeichnung für die litauische Stadt Kaunas