BLKÖ:Schreyer, Heinrich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 31 (1876), ab Seite: 305. (Quelle)
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2. An den Namen Schreyer knüpft sich auch die Erinnerung an das berühmte Schreyer’sche Affentheater im Wiener Prater, seiner Zeit eine Sehenswürdigkeit Wiens, die, so kurz sie unter diesem Namen währte, sich doch noch bis zur Gegenwart im Gedächtnisse der Wiener erhalten hat. Heinrich Schreyer, Menageriebesitzer und Thierhändler, war aus Lemberg in Galizien gebürtig (geb. 1793, gest. zu Wien 22. August 1847). Im Sommer 1847 kam er nach Wien, wo er im Prater das große Affentheater erbaute, welches er im Juni d. J. eröffnete. Der Zulauf zu dieser Sehenswürdigkeit – die Dressur der Hunde und Affen war psychologisch merkwürdig – war ein ungeheurer. In wenigen Wochen hatte S. einen Gewinn von über 20.000 fl. erzielt. Aber mit diesem Glücke seines Unternehmens schritt das Unglück in seiner Familie Hand in Hand. Kaum in Wien angekommen, erkrankten Frau und Kinder am Typhus. Kaum waren aber diese genesen, wurde er selbst von der Seuche hingerafft. Das Theater führte nun die Witwe fort. Später übernahm das Ganze Casanova, der in Schreyer’s Diensten gestanden und der nun einige Zeit noch in Wien Vorstellungen gab. Im Jahre 1861 brachte der damalige Volkssänger Fürst die Bude käuflich an sich, staltete sie um und eröffnete sie am 21. April 1862 als Singspielhalle, aus welcher das Volkstheater im Prater und zuletzt das „Fürst-Theater“ sich entwickelte. Anregend im Hinblick auf Abrichtung der Thiere, wirkte die Schreyer’sche Affenbude auf die Bevölkerung ganz anders, wie der Cancan der Fürst’schen Bühne! Noch sei bemerkt, daß Schreyer während seines kurzen Aufenthaltes in Wien im Jahre 1847 dem im genannten Jahre errichteten Affenhause in der Schönbrunner Menagerie die erste Affenbevölkerung lieferte. [Illustrirtes Wiener Extrablatt. Von Berg und Singer (gr. 4°.) 1872, Nr. 145, im Feuilleton: „Ein Affentheater“, von Wi(mm)er. Diesem über Theaterverhältnisse und verwandte Culturzustände Wiens gut unterrichteten Verfasser verdankt Herausgeber in letzterer Zeit in dieser Richtung manche schätzbare Mittheilung.]