BLKÖ:Csajághy, Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Csacskó, Emmerich
Band: 3 (1858), ab Seite: 36. (Quelle)
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Csajághy, Alexander[BN 1] (Bischof von Csanád, geb. im Marktflecken Bács 6. Apr. 1810). Sein Vater war erzbischöfl. Herrschafts-Beamter zu Bács. Das Gymnasium besuchte der Sohn theils in seiner Vaterstadt, theils (seit 1825) in Kalocsa. 1833 wurde er im Pesther Seminar zum Priester geweiht. Dann brachte er ein Jahr zur höhern theolog. Ausbildung im Frintaneum zu; kam 1836 als Kaplan nach Baja und später als Studien-Inspector in’s Pesther Seminar. In dieser Eigenschaft wirkte er bis 1844, lehrte zugleich als Supplent das Kirchenrecht und erhielt die Doctorswürde der Theologie. Nun wurde er Professor der Kirchengeschichte zu Kalocsa, 1846 erzbischöflicher Secretär, im nämlichen Jahre Titular-, 1850 wirkl. Domherr und 1851 Bischof von Csanád. Seine ersten literarischen Arbeiten veröffentlichte er schon als Seminarist. Im 8. Hefte des „Egyházi tár“, d. i. Kirchen-Magazin, erschien von ihm: „A kalocsai főegyháznak leirása“, d. i. Beschreibung der Hauptkirche von Kalocsa, und in der Zeitschrift „Sas“, d. i. Der Adler, die Abhandlung: „Az irás eredetéről“, d. i. Ueber den Ursprung der Schrift. Der magyarische Bildungsverein des Pesther Seminars, an dessen Begründung er wesentlichen Antheil besitzt, gab mehrere seiner Arbeiten, darunter: „A gyónhásról hit erkölcsi tekintetben“, d. i. Von der Beichte in religiös-moralischer Beziehung, und: „Párbeszéd az inquisitioról“, d. i. Dialog über die Inquisition, im Drucke heraus und in den theologischen Zeitschriften „Szion“, d. i. Sion, „Religio és Nevelés“, d. i. Religion und Erziehung und „Fasciculi ecclesiastici“, sind zahlreiche Abhandlungen seiner Feder enthalten. Sein Dialog über die gemischten Ehen hat 2 Auflagen erlebt; auch schrieb er über diesen Gegenstand die umfassendere Schutzschrift: „Glossák ns. Zalamegyének a vegyes házasságnok ügyébeni felirására europai hirü Rottek Károly nézetei szellemében“, d. i. Glossen des löbl. Zalaer Comitates in Angelegenheit der gemischten Ehen. Im Geiste der Ansichten des europäisch-berühmten Karl Rotteck (Pesth 1841), 2 Aufl. – Auch in 2 Auflagen erschien seine Uebersetzung aus dem Deutschen mit Anmerkungen und Anhang „Az anyaszentegyház ellensége“, d. i. Der Feind der Kirche. – Das in mehreren Aufl. verbreitete Gebetbuch: „Az áhitatosság zsengéi“, d. i. Blüthen der Andacht, wurde unter seiner Leitung verfaßt. Ferner ist in der „Wiener Kirchenzeitung“ eine auf die Union bezügliche Abhandlung aus seiner Feder, eine andere im „Figyelmező“, d. i. Beobachter betitelt: „A magyar honi papság védelme“, d. i. Vertheidigung der Geistlichkeit Ungarns u. im „Oesterreichischen Correspondenten“ (1849 Beilage zu Nr. 214) gegen den „Wiener Lloyd“ der Aufsatz: „Der ungarische Clerus während der jüngsten Wirren“; derselbe hatte damals großes Aufsehen erregt.

Jelenkor. Politikai és társas élet encyclopaediája, d. i. Die Gegenwart. Encyklopädie für politisches und geselliges Leben (Pesth 1856, Landerer u. Heckenast) I. Jahrg. 3. Hft. S. 99. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungr. Schriftsteller. Sammlung von [37] Lebensbeschreibungen. Von Jakob Ferenczy und Jos. Danielik (Pesth 1856, Gust. Emich) S. 75.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Csajághy, Alexander, Bischof von Csanád [s. d. Bd. III, S. 36], gest. zu Temesvár 7. Februar 1860. Seine bischöflichen Circularerlässe in lateinischer Sprache und seine deutsch und ungarisch geschriebenen Hirtenbriefe vom November 1855 an, – also vom Zeitpuncte des österreichischen Concordates – bis zu seinem Tode sind gedruckt in zwei Quartbänden erschienen. Für wohlthätige Zwecke hat der Verewigte namhafte Summen verwendet, u. a. begründete er die Präparandie zu Szegedin mit 10.000 fl., rief den Maria Hilf-Verein, den Gesellenverein in’s Leben, brachte die Schulschwestern nach Temesvár und spendete sonst noch viel zu frommen, humanen und wissenschaftlichen Zwecken. Ueber seine wissenschaftliche Thätigkeit berichtet der Artikel im Hauptwerke; noch sei hier seiner von Ungarn als trefflich bezeichneten ungarischen Uebersetzung des schönen Kirchenliedes „Virgo virginum praeclara“ gedacht, welche in der ungarischen theologischen Zeitschrift Katholikus Neplap 1859 erschienen ist.
    Oesterreichischer Volksfreund 1860, in der Beilage, welche als Ersatz des mit Beschlag belegten Blattes Nr. 60 erschienen ist. – Wiener Kirchenzeitung, herausgegeben von Dr. Sebastian Brunner, 1860, Nr. 11, S. 163. [Bd. 11, S. 384 f.]