BLKÖ:Haidu, Weliko

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Haidinger, Wilhelm
Nächster>>>
Haier, Joseph
Band: 7 (1861), ab Seite: 213. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Haidu, Weliko|7|213|}}

Haidu, Weliko (serbischer Held, geb. im Banate 5. Juli 1769, gest. den Tod eines Helden am 23. August 1809). Haidu Weliko diente in der kais. österreichischen Armee zuerst als Gemeiner und hatte als österreichischer Corporal seinen Abschied erhalten. Bei dem Ausbruche der Unruhen in Serbien begab er sich in dieses Land. Er kämpfte zuerst auf eigene Faust gegen die Türken, verband sich aber später mit Czerny Georg und rettete diesen in der Schlacht bei Alexince (27. Juni 1809) vor Gefangenschaft. Nach mehreren in diesem verheerenden Kriege geleisteten Heldenthaten erhielt er den Auftrag, mit 2000 Mann das verschanzte Lager der Serben, Deligrad, gegen die Türken zu vertheidigen. Haidu konnte auf keinen Entsatz hoffen; ihm blieb nur die Wahl zwischen Ergebung und Tod; er wählte das Letztere. Ein zehntägiger Kampf wüthete rings um Deligrad; Tausende von Türken waren schon todt und verwundet, aber immer neue Schaaren stürmten heran. Die Serben hatten nur wenig Munition und Lebensmittel mehr, die Wälle waren zusammengestürzt, nur Geisteskraft hielt noch die Waffen in den Händen der Unverwundeten. Da kam der entscheidende Tag. Am 23. August 1809 begann ein furchtbares Feuer aus allen türkischen Geschützen und unter wildem Geheule rückten die Türken zum Sturm, entschlossen, nicht oder als Sieger zurückzukehren. Staub und Dampf bedeckten das Feld. In Haidu’s Lager herrschte noch Stille; die Serben hatten nur wenige Schüsse mehr zu geben und jeder sollte noch einen Feind tödten. Mehrmal wurden die Eindringenden von Haidu und seinem kleinen Häufchen zurückgeworfen, doch immer neue Stürmer drangen über die Leichen ihrer Vorgänger und die Serben sanken ermattet auf der Stelle, wo sie gekämpft, und kämpften noch liegend. Endlich war das Lager erstiegen, kein Vertheidiger Deligrads, Haidu an ihrer Spitze, blieb am Leben. Die siegenden Osmanen aber hatten über 7000 Mann verloren.

Szöllösy (Joh. Nepomuk), Tagebuch gefeyerter Helden und wichtiger kriegerischer Ereignisse der neuesten Zeit (Fünfkirchen in Ungarn 1837, 8°.) S. 264. – Neuigkeiten (Brünner polit. Blatt) 1857, Nr. 182 im „Historisch. Erinnerungskalender".