BLKÖ:Kuwasseg, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kuwasseg, Karl
Band: 13 (1865), ab Seite: 434. (Quelle)
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Kuwasseg, Joseph (Landschaftsmaler, geb. zu Triest 25. November 1799, gest. zu Gratz 19. März 1859). Sein Vater war Kaufmann zu Triest, der in Folge der Kriegsereignisse zu Anfang des laufenden Jahrhunderts sein ganzes Vermögen einbüßte und Ende des Jahres 1809 mit seinen Kindern nach Gratz [435] übersiedelte. Joseph, der wie sein Bruder Karl großes Talent für die Malerei zeigte, besuchte zugleich mit ihm in Gratz die ständische Maler-Akademie, an der damals der tüchtige Director Stark manchen Zögling für die Kunst heranbildete. Nachdem K. mehrere Jahre auf der Akademie gelernt, begab er sich mit seinem Bruder nach Wien und arbeitete daselbst während der Jahre 1826–1832 vornehmlich für die damals im Aufblühen begriffene Trentsensky’sche lithographisch-artistische Anstalt, an deren Flor Joseph K. und sein Bruder Karl auch ihren Antheil haben. Bis dahin war die Thätigkeit der Brüder eine vereinte; im Jahre 1830 trennten sie sich. Joseph kehrte sofort nach Gratz zurück, wo er in Lithographie, Oel- und Frescomalerei mit Glück thätig war, zuletzt aber sich ausschließlich der Landschafts-Aquarellmalerei zuwendete und während einer Reihe von Jahren viele Bilder vollendete, welche sich meist in Händen von Privaten des In- und Auslandes befinden. An Kunstausstellungen hat er mit seinen Arbeiten sich nie betheiligt und in seiner unerschütterlichen Vorliebe für die Scholle, an welchen ihn die Erinnerungen aus seiner Kindheit knüpften, jeden Antrag zur Uebernahme einer Professur an Kunstinstituten abgelehnt. Seine Aquarellbilder behandeln meistens Ansichten von Gratz und aus der Umgebung. Zweimal verheirathet und beidesmal kinderlos, waren seine häuslichen Verhältnisse höchst unglücklich, und so gerieth er in den letzteren Lebensjahren in die Hände sogenannter „Kunst-Mäcene“, die ihm für Bilder von 108 Quadrat-Zoll und darüber 4–8 fl. zahlten, während jetzt dieselben mit 30 bis 80 fl. bezahlt werden. Man muß aber auch diese herrlichen Aquarelle mit dem wunderschönen schwellendkräftigen, warmbeseelten Grün, von goldenem Sonnenschein übergossen, so viel Leben und Poesie athmend, mit eigenen Augen gesehen haben, um sich die noch immer nicht zu hoch gegriffenen Preise zu erklären. Von anderen Arbeiten K.’s sind anzuführen, mehrere Zeichnungsschulen, u. z. ein „Vollständiger Unterricht zum Landschaftzeichnen in Studien nach der Natur“, 6 Hefte (Wien 1829, Trentsensky, Fol.); – „Vordergründe und Staffagen zum Landschaftszeichnen in Studien nach der Natur“, 6 Hefte (ebd. 1829, Qu. 4°.), und dann eine bei Lampel in Gratz in starker Auflage erschienene aber längst vergriffene „Landschafts-Zeichnen-Schule“. Ferner hat K. die 19 Blätter zu Unger’s Werke „Die Urwelt in ihren verschiedenen Bildungsperioden“ gemalt, deren lithographische Nachbildung die Schönheit der Originale nicht ahnen läßt. Sie waren sämmtlich in den Monaten Februar und März des Jahres 1859 im österreichischen Kunstvereine zur Ansicht ausgestellt. Auch hat K., als im Jahre 1854 anläßlich der Demolirung der k. k. Burg in Gratz ein Album von Aquarellgemälden angefertigt wurde, welches die Burg in verschiedenen Ansichten der Nachwelt aufbewahren soll, zugleich mit dem Maler H. Reichert den Auftrag erhalten, die Aquarelle auszuführen. Das Album enthält 20 Blätter, von denen neun Stück K. ausgeführt. Das Album, welches von Sr. Majestät dem Kaiser huldvollst angenommen wurde, wird in der k. k. Hofbibliothek aufbewahrt. K. starb im Kummer über seine häuslichen Verhältnisse, körperlich und geistig gebrochen, im Alter von 60[WS 1] Jahren. Bei seiner Schwester, einer verheiratheten Eder, befindet sich sein letztes Bild und eine Sammlung von ihm entworfener Skizzen.

Tagespost (Gratzer Blatt) 1863, Nr. 14. – [436] Theater-Zeitung. Herausg. von Adolph Bäuerle (Wien, 4°.) 1834, Nr. 214. – Der Aufmerksame (Gratzer Unterhaltungsblatt, 4°.) 1838, Nr. 152. – (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) XV. Jahrg. (1824), S. 233.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 66.