BLKÖ:Litzelhofen, Eduard Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 297. (Quelle)
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Litzelhofen, Eduard Freiherr (k. k. Oberst im General-Quartiermeisterstabe, Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu St. Martin in Kärnthen im Jahre [298] 1819). Entstammt einer alten kärnthischen Adelsfamilie, welche in der Landmannschaft von Kärnthen im Ritterstande verzeichnet steht, in Wappenbüchern und sonstigen Adelswerken aber nicht aufzufinden ist. Daß die Grafen von Orttenburg das[WS 1] größere Palatinat und mit demselben das Recht zu adeln besaßen, ist eine bekannte Sache und die Litzelhofen besitzen einen solchen Orttenburg’schen Wappenbrief. Der obige Eduard erwarb durch seine auf dem Schlachtfelde bewiesene ausgezeichnete Tapferkeit den Freiherrnstand in dem von ihm gestifteten Zweige der Familie. Der Sohn eines begüterten kärnthnischen Edelmannes, widmete er sich dem Waffendienste und trat zu diesem Zwecke in die Wiener-Neustädter Militärakademie, in welcher er eine militärische Ausbildung erhielt. Er verließ dieselbe am 8. September 1838 und wurde als Fähnrich im Infanterie-Regimente Nr. 47 eingetheilt, rückte am 1. October d. J. zum Unterlieutenant 2. Classe, am 1. September 1842 zum Unterlieutenant 1. Classe und am 11. April 1848 zum Oberlieutenant im Regimente vor. Als solcher kam er am 15. April d. J. zum General-Quartiermeisterstabe, welchem er bereits seit 1844 zugetheilt war, und wurde in diesem am 16. Juli 1849 Hauptmann, am 1. März 1856 Major, am 5. Mai 1859 Oberstlieutenant und am 22. September 1861 Oberst und zugleich Vorstand der 1. Abtheilung des Landes-Generalcommando in Prag, in welcher Stellung er noch zur Stunde thätig ist. L. hat als Generalstabs-Officier im Jahre 1848 den Feldzug in Südtirol und Italien mit den Gefechten bei Dolce und Rivoli am 23. Juli, und die Belagerung von Peschiera, im Jahre 1849 den Feldzug nach Piemont mit der Schlacht bei Novara am 23. März, die Expedition in’s Römische mit der Beschießung von Bologna vom 8. bis 15. Mai, die Belagerung von Ancona vom 25. Mai bis 17. Juni, und den weiteren Zug gegen die Insurgenten unter Garibaldi bis St. Martino mitgemacht. Darauf versah er die Stelle des Generalstabs-Chefs bei den kais. Occupationstruppen in Toscana, in den päpstlichen Legationen und Marken. Für sein ausgezeichnetes Verhalten in den Kriegsjahren 1848 und 1849 erhielt er mit kais. Befehlschreiben vom 24. April 1850 das Militär-Verdienstkreuz, auch hatte ihn der Großherzog von Toscana mit dem Militär-Verdienst-Orden 2. Classe und Papst Pius IX. mit dem St. Gregor-Orden 2. Classe ausgezeichnet. In den darauf folgenden Friedensjahren mit dem Dienste im General-Quartiermeisterstabe beschäftigt, vollendete er die Mappirung des Neograder Comitates in Ungarn. Im Feldzuge des Jahres 1859, gegen das mit Frankreich verbündete und von diesem mit mächtigen Streitkräften unterstützte Sardinien, befand sich L. als Generalstabs-Chef im 8. Armeecorps und machte die Schlacht bei Solferino am 24. Juni mit. Daß das 8. Armeecorps im Feldzuge 1859 immer richtig verpflegt war und soweit es im Ressort des Armeecorps gelegen war, immer gut disponirt wurde, daß dasselbe am 24. Juni das 14stündige siegreiche Gefecht bei San Martino so ehrenvoll durchfechten konnte und den auf kaiserlichen Befehl angetretenen Rückzug in so musterhafter Ordnung bewirkt hat, ist zum großen Theile das Verdienst Litzelhofen’s. Sein Verhalten in diesem Feldzuge und vornehmlich an diesem Schlachttage fand auch von Seite des nach beendigtem Feldzuge einberufenen Capitels [299] des Maria Theresien-Ordens solche Würdigung, daß er von demselben für das Ritterkreuz in Vorschlag gebracht und von Sr. Majestät damit ausgezeichnet wurde. Den Statuten des Ordens gemäß erfolgte im Jahre 1860 seine Erhebung in den Freiherrnstand.

Freiherrnstands-Diplom vom 25. April 1860. – Wappen. Im rothen Schilde mit grünem Boden die vorwärtsgewandte Gestalt der Hoffnung, mit grünem Kranze auf dem blondlockigen Haupte, in einem faltenreichen, silbernen, mit einem Gürtel geschlossenen und an den Armen geschürztem Gewande, in der erhobenen Rechten einen mit Gold angesprengten Stein und in der gesenkten Linken einen silbernen, rücklings aufgestemmten Anker haltend. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone mit dem gekrönten Turnierhelme. Die Helmkrone trägt einen offenen, rechts rothen, links silbernen Adlerflug, welchem ein silberner Anker mit einem auf seinem Ringe liegenden, mit Gold angesprengten Steine pfahlweise eingestellt ist. Die Helmdecken sind beiderseits roth, mit Silber belegt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: daß.