BLKÖ:Lorenz, Joseph Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 40. (Quelle)
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Lorenz, Joseph Ritter von (Schußwaffen-Mechaniker, geb. zu Wien 19. Juni 1814). Sohn armer Eltern, sein Vater diente als Meister in einer k. k. ärarischen Feuergewehrfabrik, und der Sohn, nachdem er die Normalclassen in Wien besucht, trat anfangs December 1831, ebenda wo sein Vater diente, bei der Büchsenmacher-Arbeits-Compagnie ein. Zugleich besuchte er das Polytechnicum und die Universität, um sich in den mathematischen und technischen Wissenszweigen fortzubilden. In Folge seiner geschickten Verwendung wurde er im Jahre 1836 Obermeister. Er studirte nun mit besonderem Eifer die Gewehrfabrication und machte sich mit den verschiedenen bestehenden Gewehrsystemen genau bekannt. Durch tüchtige Kenntnisse in der Mechanik und in der Maschinenkunde wurde er auf mannigfache Verbesserungen zunächst im Gewehr- und Geschützwesen geleitet, von denen sich die eine und die andere bewährten. Die erste praktische Erfindung, mit welcher er in die Oeffentlichkeit trat, war ein verbessertes System in der Erzeugung künstlicher Füße für verstümmelte Krieger, an denen es nach den Feldzügen der Jahre 1848 und 1849 nicht fehlte. Im Jahre 1850 avancirte er bei der damals erfolgten Organisirung der technischen Artillerie zum Unterlieutenant-Werkführer und als 1853 der Waffencurs zur Ausbildung der Corps-Waffeninspectoren eröffnet wurde, erhielt L. die Bestimmung über den praktischen Theil der verschiedenen in- und ausländischen Handfeuerwaffen, die Vorträge zu halten. Als im folgenden Jahre die Gewehrversuchscommission zusammentrat, wurden seine Arbeiten bezüglich der Construction der gegenwärtig eingeführten Gewehre und Munition, sowohl von dieser Commission, wie von der General-Artilleriedirection, so tüchtig [41] befunden, daß ihm für seine vorzügliche Leistung neben einer ansehnlichen Geld-Remuneration auch mit Allerh. Entschließung vom 10. August 1854 der Orden der eisernen Krone 3. Classe verliehen wurde. Als im Jahre 1862 im k. k. Arsenal Schießversuche mit Podewils’schen[WS 1] Geschossen aus Infanterie-Gewehren statt hatten und diese, in Sachsen bewährt, auch hier gute Resultate lieferten, ging durch die öffentlichen Blätter die Mittheilung, daß diesem ganz gleiche Geschosse schon vor mehreren Jahren von Lorenz, dem Constructeur des Kleingewehr-Systems in der k. k. Armee vorgelegt wurden, zu jener Zeit aber nicht durchdringen konnten. Gegenwärtig bekleidet L. die Stelle eines k. k. Oberwerkführers und ist den Statuten des Ordens zufolge im Jahre 1861 in den erbländischen Ritterstand erhoben worden. Sein ältester Sohn Joseph ist zur Zeit Unterlieutenant im 31. Jäger-Bataillon, welches im Mai 1859 als erstes Freiwilligen-Bataillon errichtet worden.

Ritterstands-Diplom vom 1. März 1861. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1862, Nr. 295. – Wappen. Gevierteter Schild. 1: in Gold ein schwarzer Adler mit ausgeschlagener rother Zunge; 2: in Roth ein schrägrechter silberner Balken mit einer runden weißen Schießscheibe belegt; 3: gleichfalls in Roth ein gleichfalls schrägrechter silberner Balken mit Flintenkugeln bestreut; 4: in Blau eine goldene mit Edelsteinen verzierte Blätterkrone. Auf dem Schilde ruhen zwei gekrönte Turnierhelme. Aue der Krone des rechten Helms wächst ein schwarzer rothbezungter einwärtssehender Adler, aus jener des linken erheben sich drei wallende Straußenfedern, und zwar eine silberne zwischen rothen. Die Helmdecken sind rechts schwarz mit Gold, links roth mit Silber unterlegt.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Podewil’schen.