BLKÖ:Lubomirski, Hieronymus Augustin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 112. (Quelle)
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10. Hieronymus Augustin, öfter auch Hieronymus allein (gest. auf seiner Herrschaft Rzeszow in Galizien 20. April 1706, ein Sohn des Fürsten Georg Sebastian [s. d. S. 110, Nr. 7] aus dessen erster Ehe mit einer gebornen Ligęz, und ein Bruder, im Charakter jedoch der vollendete Gegensatz des berühmten Stanislaw Heraklius [s. d. S. 116, Nr. 18]. In seiner Jugend für den geistlichen Stand bestimmt, wurde er, obgleich ein Weltlicher, Abt des berühmten Stiftes Tyniec, später Malteserritter, was ihn aber Alles nicht hinderte, als es ihm gelegen erschien, zu heirathen. wozu er sich von dem Posener Bischof Stephan Wierzbowski die Erlaubniß erwirkte, der dafür seine Ernennung zum Primas von Gnesen einbüßte. Unter König Johann III. wurde Hieronymus im Jahre 1678 Bannerträger der Krone, im Jahre 1681 Landtagsmarschall. Da er genug militärisches Geschick besaß, bediente sich seiner der damalige französische Botschafter in Polen, der Herzog von Bethune, im Kriege gegen Oesterreich und seit dieser Zeit blieb der Fürst ein treuer Parteigänger Ludwig’s XIV. Erfüllt von einem unbändigen Ehrgeize, nach den höchsten Ehrenstellen haschend und um die Mittel, seine selbstsüchtigen Zwecke zu erreichen, wenig verlegen, wurde er allmälig Hetman, Wojwod, dann Kastellan von Krakau und nach Felix Potocki im Jahre 1702 Kron-Großfeldherr. Die Geschichtschreiber seiner Zeit, Bąracz in seinem „Pomiętnik dziejów polskich“ und Zaluski in seinen vertraulichen Briefen, vornämlich Letzterer, entwerfen ein keineswegs schmeichelhaftes Bild dieses ränkesüchtigen und gewissenlosen polnischen Magnaten, der einen Augenblick lang sich gar Rechnung machte, König zu werden, wenigstens versprach ihm Cardinal Radziezowski die Krone, kam aber nicht in die Lage sein Versprechen zu halten. Hieronymus August war mit der Tochter des lithauischen Truchseß Bokumów vermält, aus welcher Ehe drei Söhne, von denen jedoch keiner eine Bedeutung erlangte, entstammen. Die in Warschau erscheinende polnische Encyklopädie (Encyklopedija powszechna) gibt im 17. Bande, S. 360 eine schonungslose Charakteristik dieses Magnaten, auf welche hier, da sie aus quellenmäßigen Studien geschöpft ist, hingewiesen wird. [Łętowski (Ludwik), Katalog biskupów, prałatów i kanoników krakowskich, d. i. Verzeichniß der Krakauer Bischöfe, Prälaten und Domherren (Krakau 1852, 8°.) Bd. III, S. 264.] –