BLKÖ:Mészáros, Karl

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Mészáros, Lazar
Band: 17 (1867), ab Seite: 459. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Mészáros, Karl|17|459|}}

Mészáros, Karl (ungarischer Schriftsteller, geb. zu Hajdu-Dorogo 21. August 1821). Nachdem sein Vater im Jahre 1831 an der Cholera gestorben war, nahm sich Demetrius Kerekes, Dechant zu Dorogo, des verwaisten Knaben an. Er besuchte nun die Schulen zu Debreczin, Großwardein, Pesth und Fünfkirchen. In Fünfkirchen, damals im ersten Jahrgange der philosophischen Studien, schrieb er im Jahre 1842 eine größere Abhandlung: „Az élet czéljairol“, d. i. Die Zwecke des Lebens, welche Georg Majláth [Bd. XVI, S. 297], damaliger Vicegespan im Baranyer Comitate, auf eigene Kosten im Drucke [460] herausgab. Nun studirte er die Rechte und schrieb als Jurist das psychologische Werk: „Az emberismeret elemeiröl“, d. i. Von den Elementen der Menschenkenntniß, welches seine Collegen, 1845, drucken ließen. Nach beendeten Rechtsstudien machte er die Advocatenprüfung und begann, da er ein tüchtiger Redner war, unter dem Schutze des Obergespans Grafen Heinrich Zichy im Wieselburger Comitate seine Praxis. Zu gleicher Zeit war er in vielen politischen und literarischen Blättern literarisch thätig. Im Jahre 1849 bestellte ihn das ungarische Ministerium zum Reichs-Historiographen, und dieser Aufgabe entsprechend, brachte er in der That großartige Materialien zur jüngsten Geschichte seines Vaterlandes zu Stande. Vom Jahre 1849 bis 1854 war er Stuhlrichter im Unghvárer Comitate und machte sich auf diesem Posten mit den Verhältnissen des in dieser Gegend stark verbreiteten slavischen Volksstammes der Ruthenen genau bekannt. Die Ergebnisse seiner Forschungen nach dieser Richtung faßte er in dem größeren, gleichfalls durch den Druck bekannt gewordenen Werke: „A magyarországi oroszok története“, d. i. Die Geschichte der Ruthenen in Ungarn (Pesth 1850), zusammen, worin M. neben scharfer Beobachtungsgabe auch große Belesenheit und tüchtige Quellenkenntniß beurkundet. Durch eine andere Schrift aber, welche unter dem Titel: „Magyarország népei történeti tekintetbén“, d. i. Die Völker Ungarns in geschichtlicher Beziehung (Pesth 1852) erschien, und in welchem er die damaligen Verhältnisse Ungarns in grellster Beleuchtung darstellte, schrieb er sich, während das Werk im ganzen Reiche mit Beschlag belegt wurde, auch noch um Amt und Stelle. Außer den bereits angeführten Schriften hat M., der namentlich nach seiner Amtsentsetzung auf die schriftstellerische Massenproduction angewiesen war, noch folgende durch den Druck veröffentlicht: „Országgyülési teendőink“, d. i. Was gibt es auf dem Landtage zu thun? (Preßburg 1848); – „A müveltség ös képe“, d. i. Ein Bild unserer alten Culturzustände (Kaschau 1853); – „Az urbéri kárpótlás“, d. i. Die Urbarial-Entschädigung (Pesth 1854); – „A földtehermentesités rendszere hazánkban“, d. i. Das Privilegien-System der in Ungarn auf dem Grund und Boden haftenden Lasten (Pesth 1854); – „Uj házassági törvény“, d. i. Ein neues Ehegesetz, im 9. Bande der im Verlage bei Heckenast in Pesth erscheinenden ungarischen Gesetzsammlung; – „Telekkönyvi törvények“, d. i. Die Grundbuchs-Gesetze (Pesth 1857), von Ferdinand Pfeifer herausgegeben; – „Kőzségi közigazgatás törvénytudománya“, d. i. Darstellung der die Gemeindeverwaltung betreffenden Gesetzgebung (Pesth 1857); – „Az uj erdőtörvény, a polgári magánjog és nemzetgazdászati éndekek szempontjából“, d. i. Das neue Forstgesetz, aus dem Gesichtspuncte des Civil-Privatrechtes und der Interessen der National-Oekonomie betrachtet (Pesth 1857, 8°.); – „Az országos jővedelmekből nyujtandó urbéri karpótlás iránti igények bemondása s az ide vonatkozó törvények s ministeri oktatás“, d. i. Praktische Erläuterung über die anzumeldenden Rechtsansprüche auf die aus Landesmitteln zu leistende Urbarial-Entschädigung und über die hierauf bezüglichen Gesetze und Ministerial-Belehrungen (Pesth 1854); – „Magyarország alkotmányos dala a nép számára“, d. i. Ungarisches constitutionelles Lied für das [461] Volk (Debreczin 1860, 8°.); – „A legnagyob magyar Gróf Széchenyi István életleirása 12 énekben“, d. i. Des Grafen Stephan Széchenyi, des größten Ungars, Lebensbeschreibung in 12 Gesängen (Debreczin 1860, Telegdi, 8°,); – „Garibaldi a hires vörös inges vezér élejtrajza. A nép számára“, d. i. Garibaldi, des berühmten rothbehemdeten Führers Biographie. Für das Volk (Debreczin 1861, Telegdi, 8°.); – „III Napoleon Francia császár élettörténete, annak trónralépteig. A nép számára“, d. i. Napoleon’s III., Kaisers von Frankreich, Lebensbeschreibung bis zu seiner Thronbesteigung. Für das Volk (ebd. 1860, 8°.); – „Kis vadas kert jó gyermekeknek, színezett képekkel“, d. i. Kleiner Thiergarten für gute Kinder (ebd. 1862, Telegdi, 8°., mit col. Bildern); – „A magyar szabadságharcz elöjateka 1848-ik évben“, d. i. Vorspiel des ungarischen Freiheitskampfes im Jahre 1848 (Pesth 1862, Rath, 4°.); – „Úngvár története a legrégibb időktől maig“, d. i. Geschichte von Unghvár von den ältesten Zeiten bis heute (Pesth 1862, Ráth, 8°.); – „Felfordult világ“, d. i. Die verkehrte Welt (Pesth 1863, 8°.). Außerdem schrieb M. viel für die Journale, begann im Vereine mit Julius Sarossy die Herausgabe eines größeren periodischen Werkes über Ungarns Geschichte, wovon schon im Jahre 1857 das erste Heft unter dem Titel: „Magyar evlapiai“, d. i. Ungarns Annalen (Pesth, 8°.), erschienen ist, das später aber in’s Stocken gerathen zu sein scheint, da keine weiteren Hefte in den Bücherkatalogen verzeichnet stehen. Endlich sammelte er auch Materialen von Biographien, Charakteristiken u. dgl. m. berühmter Ungarn, um ein ungarisches Pantheon, Magyar Pantheon, herauszugeben. Ob er diesen Gedanken ausgeführt und wie weit derselbe gediehen, ist dem Herausgeber dieses Lexikons nicht bekannt.

Danielik (József), Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Második az elsőt kiegészitő kötet, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten ergänzender Theil (Pesth 1858, Gyurian, 8°.) S. 198.