BLKÖ:Müller, Johann (Jesuit)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Müller, Joachim
Band: 19 (1868), ab Seite: 360. (Quelle)
[[{{{9}}}|{{{9}}} bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 123787939, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Müller, Johann (Jesuit)|19|360|}}

31. Müller, Johann (Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Wilnsdorf in der Grafschaft Glatz 17. September 1650, gest. zu Liebeschitz In Böhmen 21. September 1723). Trat im Jahre 1669, 19 Jahre alt, in den Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem er seine Studien beendete und dann in den Convicten seines Ordens durch acht Jahre im Lehramts verwendet wurde. Nunmehr versah er drei Jahre das Predigtamt, war zu Glatz, Eger, Iglau und an anderen Orten durch 21 Jahre Rector, wurde darauf Provinzial, welche Würde er durch 4 Jahre bekleidete und als solcher in Rom der 15. Congregation zur Wahl eine Ordensgenerals beiwohnte. Die von ihm herausgegebenen Schriften sind in chronologischer Folge: „Kurze Beschreibung von dem uralten wunderthätigen Marienbilde zu Glatz“ (Glatz 1690, 4°.); – „Brevis institutio animi nobilis et ad magna nati“ (Glacii 1690, 8°.); – „Egra sancta“ (Egrae 1694); – „Meditationes ad mentem et meditandi methodum S. P. Ignatii“ (Pragae 1708, 8°.); – „Historia de B. Virgine Maria Scheinensi“ (ibid. 1710, 4°.); – „De Fide, spe et charitate, tractatus“ (ibid. 1711, 4°.); – „Triginta devotiones ad Christum et Sanctos ejus statuis in ponte Pragensi erectis accomodatae etc. etc.“ (ibid. 1712, 4°.); – „Soliloquia spiritualia etc.“ (ibid. 1714); – „Spiritus excelsus, sive excellentiae appetitus colloquiis spiritualibus recte ordinatus“ (Brunae 1716, 8°.); – „Parabola de servis et talentis a Christo discipulis proposita …“ (ibid. 1717, 8°.); – „Principia sanae et sanctae longaevitatis ex aphorismis theomedicis dialogice deducta“ (ibid. 1718, 8°.). Müller war auch eben zu der Zeit Rector der Prager Hochschule, als die Klagen über deren Verfall zur Kenntniß des Kaisers – damals Joseph I. – gelangten, der an die böhmische Statthalterei den Auftrag ergehen ließ, den Stand der Dinge zu untersuchen und darüber Bericht zu erstatten, Müller that es vom Standpunkte der Gesellschaft, der er angehörte, und entdeckte die Gründe eben dort, wo sie nicht steckten; und nur der Superintendent Birelli deckte rücksichtslos die wahren Ursachen dieser den Ruf der Hochschule so sehr gefährdenden Uebelstände auf. – Von einem anderen Johannes Müller, der gleichfalls Priester der Gesellschaft Jesu war, werden noch zur Stunde in der Olmützer Bibliothek mehrere handschriftliche Werke über den Orden und seine Collegien und über das Collegium zu Znaim aufbewahrt, deren Titel sind: „Origines Collegiorum Soc. Jesu“ (Fol.); – „Copiae rerum memorabilium Collegii Znoymensis“ (Fol.); – „Historia domus collegii Znoym. a P. Müller conscripta“ (Fol.). Vielleicht ist der ersterwähnte Pater Johann auch Verfasser dieser Handschriften.