BLKÖ:Medve, Emerich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Medřič
Band: 17 (1867), ab Seite: 251. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
Emerich Medve in Wikidata
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Medve, Emerich|17|251|}}

Medve, Emerich (Schriftsteller, geb. zu Großwardein im Jahre 1818). Sein Vater Martin war Präsident des Gerichtshofes und Obercommissär des Comitates. Der Sohn besuchte die Schulen zu Großwardein, und nachdem er die juridischen Studien beendet, begann er seine Praxis auf dem Landtage 1839/40 an der Seite des Deputirten [BLKÖ:Beöthy, Eugen|Eugen Beöthy]] [Bd. I, S. 286], den er nach Preßburg begleitet hatte. Nachdem er im Jahre 1840 die Prüfung abgelegt, wurde er Advocat. Später jedoch verließ er diese Laufbahn, übersiedelte nach Pesth und beschäftigte sich fortan mit Malerei und Literatur. In der Literatur debutirte er im Jahre 1841 mit einigen Gedichten im sogenannten „Kliegl-Buche“. Im Jahre 1845 bereiste er mit Emerich Vahot sein Vaterland, und zeichnete die berühmtesten Städte, Burgen, Schlösser, Kirchen und andere Merkwürdigkeiten Ungarns. Seine Zeichnungen erschienen dann in dem von Emerich Vahot herausgegebenen Werke: „Magyar föld és népei“, d. i. Das Land Ungarn und seine Völker. Als Schriftsteller erregte er im Jahre 1847/48 mit seinen „Egy proletárius levelei“, d. i. Briefe eines Proletariers, welche im Journal „Honderü“ gedruckt erschienen, ungewöhnliche Aufmerksamkeit. Ueberhaupt brachte dieses Blatt noch sonst publicistische Artikel aus seiner Feder. Auch war er Mitarbeiter der Journale Pesti Hirlap, Pesti Napló, Sajtó, und schrieb vornehmlich über Kunst, besonders über Malerei mit nächstem Hinblicke auf Ungarn. In der Folge widmete er sich ausschließlich der Schriftstellerei und die von ihm bisher unter dem Pseudonym Peter Tatár erschienenen Schriften sind: „Tatár Peter regekuny hoja“, d. i. Hundert Volkssagen (Pesth 1858, [252] 8°.), kam in Heften heraus; – „Rontó Pálnak és gr. Benyovszky Móricnak élete“, d. i. Leben des Paul Rontó und Moriz Grafen Benjowsky (Pesth 1860, Bucsanszky, mit 13 Bildern); – „Bendeguz magyar vezér fiának története“, d. i. Geschichte des Sohnes des ungarischen Feldherrn Bendeguz“ (ebd. 1861, 12°.); – „A hires Garibaldi elét-története“, d. i. Garibaldi’s Lebensgeschichte (ebd. 1861, 12°.). Unter seinem wirklichen Namen aber erschien das Buch: „Magyar gazdasszony teendői a közéletben, házban és konyhában“, d. i. Die Arbeiten der ungarischen Hausfrauen im gewöhnlichen Leben, im Hause und in der Küche (Pesth 1864, Gustav Heckenast, 8°.). Im Jahre 1862 begann M. – gleichfalls unter dem Schriftstellernamen Peter Tatár – die Herausgabe eines humoristischen Wochenblattes unter dem Titel: „Humoristikus hetilap“, welches jedoch schon im 2. Jahrgange zu erscheinen aufgehört hat; ebenso scheint auch der von ihm bearbeitete „A magyar nép naptára 1865-ik évre“, d. i. Kalender für das ungarische Volk, auf das Jahr 1865 (Pesth 1854, Heckenast) nur in einem Jahrgange erschienen zu sein.

Danielik (József), Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Második az elsőt kiegészitő kötet, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Zweiter, den ersten ergänzender Theil (Pesth 1858, Gyurian, 8°.) S. 195.