BLKÖ:Neuhauser, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Neuhauser, Franz
Band: 20 (1869), ab Seite: 254. (Quelle)
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Neuhauser, Anton (Glasmaler, geb. in Tirol). Zeitgenoß. Ueber die Ausbildung dieses Künstlers, dessen Name als Leiter der um das Jahr 1861 in Innsbruck begründeten „Tirolischen Glasmalerei-Anstalt“ viel genannt wird, ist Näheres nicht bekannt. Bestimmt ist er aus Tirol gebürtig und allem Anscheine hat er die Kunst, die er mit so viel Erfolg ausübt, in München erlernt. Die Anstalt ist weit und breit berühmt, aus ihr gingen schon Werke nach den sämmtlichen Kronländern Oesterreichs, ja auch in’s Ausland, u. a. nach Hannover, ab, der größte Theil derselben aber befindet sich in Tirol selbst, wo in den Kirchen zu Trient, St. Pauls, Landeck, Stans, Flirsch, Pfaffenhofen, Sterzing, Luttach, Weißenbach, Taufers, Niederndorf, Großdorf u. s. w. ihre schönen Arbeiten zu sehen sind. Die Anstalt selbst befindet sich in Innsbruck, wo sie in technischer Beziehung von Anton Neuhauser, in künstlerischer von dem Maler Georg Mader [Bd. XVI, S. 239] und dem Architekten Stadl geleitet wird. Als Glasmaler sind darin beschäftigt vor allen Georg Niederkofler, dann Andrä Baßler, dieser vornehmlich als Architecturmaler, ferner Jos. Kluibenschedl und Joseph Eller als Ornamentenmaler, als sich heranbildende Künstler Anton Primus und Paul Neuhauser. Alle Vorgenannten sind geborne Tiroler, nur der Werkführer Emeran Kramer ist aus München. Von den zahlreichen Werken, die aus dieser Anstalt bereits hervorgegangen, seien von den in letzterer Zeit vollendeten genannt: zwei Fenster mit den Bildnissen der Heiligen „Conrad“ und „Magnus“ (Höhe 23 Schuh, Breite 5 Schuh), für die Kirche in Hüttisau in Tirol; zwei andere Fenster mit den Bildnissen der Heiligen „Karl Borromäus“ und „Aloysius“ (15 Schuh hoch), für die Kirche zu Folina in Venetien; die Figurenzeichnung zu den ersteren hat der Tiroler Maler Plattner, zu letzteren der Münchener Maler Baumann, die Decorative zu allen vieren der Architekt Stadl ausgeführt. Zwei Glasgemälde zu den Fenstern der gothischen Pfarrkirche in Taufers, das eine „Maria Verkündigung“, das andere „Christi Geburt“ darstellend, beide vortreffliche Leistungen der neuerweckten Glasmalerkunst; zwei Fenster für die Kirche zu Laas im Vintschgau, das eine den Kirchenpatron „Johannes den Täufer“, das andere den Namenspatron des Spenders Pfarrer Karl Schaller, „Karl Borromäus“[WS 1], [255] zeigend; das Fenster in der Pfarrkirche zu St. Leonhard in Gratz, das als Hauptfiguren „Den Heiland und den heil. Rupert“ darstellt; das nördliche Fenster des Presbyteriums der Seelsorgskirche im Dorfe Pradl, darstellend „Die heiligen Herzen Jesu und Maria“ in stehenden Figuren, ein ex voto für die in der Sill im Februar 1868 verunglückte Schwester des Künstlers. In neuester Zeit wurde von den Anstrengungen der Anstalt gemeldet, ein für Glasgemälde geeignetes Glas, unter anderen auch das sogenannte Kathedralglas, das bisher ausschließlich in England (Birmingham), in Frankreich und theilweise bei Salviati in Venedig fabricirt wurde, selbst zu erzeugen und sich in dieser Beziehung vom Auslande unabhängig zu machen.

Stimmen aus Tirol (Innsbrucker Parteiblatt, 4°.) 1865, Nr. 115 u. 219. – Volks- und Schützen-Zeitung (Innsbruck, 4°.) 1865, Nr. 16 u. 121. – Bote für Tirol und Vorarlberg 1868, Nr. 96: „Kunstnotiz“. – Gratzer Zeitung 1865, Nr. 210, im Feuilleton: Das gemalte Fenster zu St. Leonhard in Gratz. – Neue freie Presse (Wiener polit. Journal) 1868, Nr. 1296: „Die Tiroler Glasmalerei-Anstalt“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: „Karl Boromäus“.