BLKÖ:Pfrogner, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pfungen, Joseph
Band: 22 (1870), ab Seite: 206. (Quelle)
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Noch ist des Corporalen Johann Pfrogner von dem 2. Dragoner-Regimente zu gedenken, der sich durch seine Bravour und Umsicht im Feldzuge des Jahres 1866 gegen Preußen die goldene Tapferkeits-Medaille erkämpft hatte. Er stand mit sechs Dragonern mehrere Tage bei Dittersbach im Steinethale – zwischen Braunau und Neusorge – und hatte die Hauptzugänge aus Schlesien über Friedland und Giersdorf nach Böhmen zu überwachen und gemessenen Befehl, die Grenze auf keinen Fall zu überschreiten, während sich der Feind nichts weniger als eine solche Beschränkung auferlegte und nach allen Seiten hin Brandschatzungen ausführte. Am 24. Juni erhielt P. mit einem Male Nachricht, daß der Feind mit einer starken Infanterie- und Cavallerie-Abtheilung in der Nähe von Neusorge gesehen worden. Früher hatte P. immer eine einfache Vedette bei Tage aufgestellt, welche die Gegend weit umher zu übersehen im Stande war, und Abends pflegte er gewöhnlich eine Patrouille zu entsenden. Von dieser Sendung stand er dießmal ab und beschloß, selbst mit dem ganzen Posten gegen die Grenze zu streifen. Um 9 Uhr Nachts begann er die Streifung, als der an der Spitze Reitende ein Zeichen gab, daß er Verdächtiges wahrgenommen; auch ließ der Feind nicht lange auf sich warten und feuerte in der Richtung, wo Pfrogner mit seinen Leuten stand, eine Generaldecharge ab. Nun gab es weiter kein Besinnen, dem Feinde war doch nicht zu entkommen und auf jeden Fall wollte P. [207] dessen Stärke kennen. Er stürmte also mit seinen sechs Mann in vollem Laufe gegen die fünfmal stärkere feindliche Abtheilung an und sprengte sie auseinander. Nachdem dieser Angriff gelungen, entdeckte er, daß ihm von seinen sechs Mann Einer fehle. Sofort ordnete P. einen zweiten Angriff an, der den Feind eben im Momente traf, da er sich zu ordnen begann. Der Vermißte, dem das Pferd unter dem Leibe erschossen worden, gesellte sich nun auch zu den Seinen, die ihn nun in ihre Mitte nahmen. Auch diesen zweiten Angriff hatte P. glänzend ausgeführt. Seine eigene Abtheilung hatte nur das Pferd verloren, hingegen hatte der Feind fünf Todte, darunter einen Officier, und drei schwer Verwundete. [Der Kamerad (Wiener Soldatenblatt, 4°.) 1867, Nr. 31, S. 285, im Artikel: „Auch eine Schwäche Oesterreich“, 8°.]